Nachklang

Erfahrung wird Weg

Tage im Kloster nach einer außergewöhnlichen, psychedelischen oder spirituellen Erfahrung

4 Tagedrei NächteBis 15MenschenZweiBegleitendeTaunusim Wald, am Bach

Manche Erfahrungen verändern den Blick auf das eigene Leben. Sie können öffnen, beglücken, erschüttern oder verwirren. Vielleicht geschah es bei dir in einer Meditation, in der Natur, an einem Krankenbett oder unter dem Einfluss einer psychoaktiven Substanz.

Dann geht der Alltag weiter. Die Arbeit, der Einkauf, die Menschen, mit denen wir leben. Und manchmal bleibt etwas zurück, das du weder festhalten noch einfach ablegen kannst.

Diese Tage sind für die Zeit danach.

Wir stellen den außergewöhnlichen Zustand nicht wieder her und erklären nicht, was er bedeutet. Wir üben, wie das Erlebte in deinem Körper, in deinem Alltag und in deinem Handeln einen Platz findet.

Dazu sitzen und gehen wir in Stille. Wir arbeiten in Haus, Garten und Küche. Wir üben mit dem Atem, mit dem Körper und an einem Nachmittag mit dem Bogen. Es gibt Einzelgespräche und einen geschützten Kreis, in dem du erzählen darfst, ohne dass jemand deine Erfahrung bewertet oder deutet.

Mühle Herbst

Die Idee

Tragen, unterscheiden, verkörpern

Wir stellen die außergewöhnliche Erfahrung nicht wieder her.
Wir erklären sie nicht endgültig.
Wir helfen, sie zu tragen, zu unterscheiden und zu verkörpern.

Du bekommst hier keine weitere Methode. Du bekommst einen Ort, der dich trägt, während sich das Erlebte setzt. Ein bewohntes Haus, einen Tag, der von allein weitergeht, und eine Verbindung von Meditation und Körperpraxis, die hier über Jahrzehnte gewachsen ist.

Der Unterschied liegt nicht in der einzelnen Übung. Er liegt in der Reihenfolge:

Erst der Boden. Dann die Geschichte. Schließlich der nächste Schritt.

Vielleicht liegt deine Erfahrung lange zurück. Vielleicht hast du sie oft erzählt und längst Worte dafür gefunden, die stimmen. Und trotzdem ist da etwas, das sich mit Nachdenken allein nicht beruhigen lässt.

Deshalb beginnen diese Tage nicht mit dem Erzählen. Nicht, weil deine Worte nicht taugen, sondern weil hier zuerst dein Körper ankommen darf. Nach ein, zwei Tagen Sitzen, Gehen und Arbeiten sprichst du von einem anderen Ort aus. Und du hörst dir dabei selbst anders zu.

Für wen

Für wen diese Tage sind

Für Menschen, die eine Erfahrung gemacht haben, nach der das gewöhnliche Leben nicht einfach genauso weitergeht.

  • Du hast etwas erlebt mit einer Substanz, in einer begleiteten Sitzung, bei einer Zeremonie oder nachts auf einer Feier. Oder in Meditation und Sesshin, beim Fasten oder Atmen, in der Natur, an einem Sterbebett, ganz unerwartet mitten im Alltag.
  • Du hast etwas Kostbares erfahren und möchtest es bewahren, ohne dass es dein ganzes Leben bestimmt.
  • Du kennst die Sehnsucht, dorthin zurückzukehren, und merkst, wie das Gewöhnliche daneben blass wird.
  • Du bist verunsichert, entfremdet oder findest im Alltag nicht mehr richtig an.
  • Du suchst keine endgültige Erklärung, sondern Boden, Unterscheidungsvermögen und eine Praxis, die trägt.

Du musst dafür nicht in einer Krise sein. Und du musst hier nichts erzählen, was du nicht erzählen willst.

»Vor dreißig Jahren, bevor ich zu üben begann, sah ich: Berge sind Berge, Wasser ist Wasser. Als ich dann etwas verstanden hatte, sah ich: Berge sind keine Berge, Wasser ist kein Wasser. Jetzt, da ich zur Ruhe gekommen bin, sehe ich wieder: Berge sind Berge, Wasser ist Wasser.«

Qingyuan Weixin

Was geschieht

Drei Bewegungen

Von außen sieht dein Leben wahrscheinlich aus wie vorher. Dieselbe Wohnung, dieselbe Arbeit, dieselben Menschen. Und trotzdem stimmt seit dieser Erfahrung etwas nicht mehr zusammen.

Vielleicht fehlt dir jemand, der weder erschrickt noch schwärmt, wenn du davon erzählst. Vielleicht fehlt dir ein Ort, an dem du nichts erklären musst. Vielleicht fehlt dir auch nur die Erlaubnis, dass es sein darf, ohne dass du weißt, was es bedeutet.

Diese Tage gehen einen Weg in drei Schritten, und die Reihenfolge ist keine Willkür. Erst kommst du an und findest wieder Boden unter den Füßen. Dann darf das Erlebte laut werden, ohne dass jemand es dir deutet. Und zuletzt suchst du die eine kleine Sache davon, die in deinem Alltag bleibt.

1

Landen

Du beziehst dein Zimmer, isst mit den anderen, lernst das Haus kennen. Du sitzt, gehst, schläfst, arbeitest in Küche und Garten. Die Meditationen sind kurz und angeleitet, auch wenn du noch nie gesessen hast. Den Tag musst du dir nicht einteilen, er geht von allein weiter.

Ein Gespräch unter vier Augen kannst du vom ersten Tag an haben. Im Kreis musst du am ersten Abend nichts erzählen.

Wie bin ich jetzt hier, in diesem Körper, an diesem Ort?

2

Hören und unterscheiden

Wenn etwas Ruhe da ist, bekommt deine Erfahrung ausdrücklich Raum. In einem klar gerahmten Kreis, in Einzelgesprächen, im Ausdruck mit der Hand. Die Gruppe deutet nicht. Niemand erklärt dir, was das wirklich bedeutet hat. Nachgefragt wird, um dich zu verstehen, nicht um dich einzuordnen.

Hier darf auch das Schwierige auftauchen. Die Sehnsucht, dass es wiederkommt. Der Verdacht, dass dein gewöhnliches Leben daneben blass aussieht. Die Angst davor, dass es ungefragt zurückkehrt. Und die Fremdheit gegenüber Menschen, die dir nahe sind.

Was habe ich erfahren, und was habe ich später daraus gemacht?

3

Verkörpern und weitergehen

Am Ende übersetzt du das Erlebte nicht in große Vorsätze, sondern in etwas Kleines, das du überprüfen kannst. Zehn Minuten Sitzen am Morgen. Ein Weg, den du regelmäßig zu Fuß gehst. Ein Gespräch, das du führen musst. Eine Grenze, die du setzen willst.

Du fährst mit einer überschaubaren Übungsvereinbarung für die nächsten Wochen nach Hause. Nicht als Versprechen, sondern als nächster gangbarer Schritt.

Was ist am Dienstagmorgen tatsächlich anders?

Die Formen

Was wir üben

Wenige Formen, wiederholt und gut gehalten. Jede ist dosierbar, zu jeder gibt es eine Alternative, und jede darfst du unterbrechen, ohne das zu erklären.

Zazen und angeleitete Meditation

Kurze Einheiten, angeleitet, damit du auch ohne Vorerfahrung mitkommst. Im Sitzen zeigt sich, was da ist, ohne dass du es herbeirufen musst.

Qigong und achtsames Yoga

Sinken, wurzeln, atmen. Das beruhigt deinen Körper unmittelbar und du musst dafür nichts verstehen. Wenn du nach einer großen Erfahrung unruhig bist, ist es der kürzeste Weg zurück in den Boden.

Meditatives Bogenschießen

An ein oder zwei Nachmittagen, wenn du magst. Der Bogen zeigt unmittelbar Spannung, Ausrichtung und Loslassen. Du übst ihn, du musst ihn nicht deuten. Kein Bogenkurs und keine Technikausbildung.

Samu und Klosterküche

Arbeit mit den Händen in Haus, Garten, Wald und Küche. Etwas, das einen Sinn hat und ein Ende. Wenn dein Kopf noch kreist, ist das der wirksamste Gegensatz.

Stille und Gehen

Kinhin, lange Wege im Wald, Zeit am Bach, schweigendes Essen. Die Stille ist hier kein Verzicht. Sie ist der Raum, in dem etwas nachklingen darf.

Musik zum Ausruhen

Am Abend, ruhig und im Liegen. Sie soll nichts hervorrufen und dich nirgendwohin führen. Keine Musikreisen, kein ekstatischer Tanz.

Der Kreis

Einmal in diesen Tagen sitzen wir als ganze Gruppe im Kreis. Jede und jeder hat dieselbe Redezeit, fünf Minuten, und die Glocke sagt, wann sie um ist. Es gibt keine Rückfragen und keine Antworten: wir hören einander zu und lassen es stehen. Wer nicht sprechen möchte, sagt das und bekommt dieselbe Glocke. Wer hinausgehen will, geht hinaus, ohne etwas zu sagen.

Das Einzelgespräch

Jeden Tag möglich, bei einem von uns beiden. Du trägst dich in eine Liste ein und musst niemanden vor der Gruppe darum bitten. Was du dort sagst, bleibt dort: aus dem Einzelgespräch kommt nichts in den Kreis, auch nicht angedeutet.

Der Tag

Ein Rhythmus, der trägt

Kein durchgehendes Schweigen. Es gibt Schweigezeiten, und es gibt Zeiten für Gespräch. Die Sitzeinheiten sind bewusst kurz, und du darfst jede Übung unterbrechen, ohne das zu erklären.

07:00   Qigong, danach angeleitetes Zazen mit Gehmeditation dazwischen

08:15   Frühstück in Stille

09:00   Samu: Arbeit in Haus, Küche, Garten oder Wald

10:30   Kreis, Einzelgespräche oder eine kurze Einheit

12:30   Mittagessen

14:00   Ruhezeit ohne Programm

15:00   Yoga, Bogen oder langes Gehen. Daneben Einzelgespräche

18:00   Abendessen

19:30   Kreis, danach Stille oder ruhige Musik zum Ausruhen

22:00   Stille im Haus

Der Ort

Eine alte Mühle im Wald

Die Altbäckersmühle liegt in Alleinlage in einem Seitental des Taunus bei Singhofen, am Hasenbach, umgeben von Wald.

Kein Seminarhaus und kein Hotel. Ein bewohntes Kloster mit einer Ordnung, die jeden Tag von selbst weitergeht. Du schläfst hier, isst hier, arbeitest hier mit. Die Steine sind Schiefer, dunkel und geschichtet, an nassen Tagen glänzen sie. Der Bach fließt.

Das ist keine Kulisse. Für diese Tage ist es die eigentliche Arbeit. Ein Ort, der von allein trägt, nimmt einem Menschen mehr ab als jedes Gespräch über Erdung.

Mühle Teich
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Klarheit

Was wir nicht tun

Das gehört an den Anfang und nicht ins Kleingedruckte.

  • Keine Substanzen. Auf dem Gelände gibt es keine. Wir geben keine aus, wir vermitteln keine Sitzungen, wir empfehlen keine und wir beraten nicht zu Beschaffung oder Dosierung.
  • Keine neuen Ausnahmezustände. Kein intensives Atmen, keine Trance, keine Hypnose, keine Musikreisen, kein ekstatischer Tanz, kein Fasten. Wer aus einem großen Zustand kommt, braucht keinen weiteren.
  • Keine langen heroischen Sitzzeiten. Der Rhythmus trägt, nicht die Dauer.
  • Keine Deutung durch die Gruppe. Niemand sagt dir, was deine Erfahrung bedeutet hat.
  • Keine Versprechen. Weder Heilung noch Verwandlung noch die Wiederkehr dessen, was war.

Diese Tage sind ein spirituelles Übungs- und Bildungsangebot. Sie sind keine Psychotherapie und ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Ehrlich gesagt

Wann diese Tage nicht das Richtige sind

Es gibt Zeiten, in denen ein Retreat in der Gruppe eher schadet als hilft. Bitte komm ein anderes Mal, wenn eines davon gerade zutrifft:

  • Du bist in einer akuten psychotischen oder manischen Phase, oder eine solche liegt noch nicht lange zurück.
  • Du denkst daran, dir das Leben zu nehmen.
  • Du bist gerade schwer aus dem Gleichgewicht und brauchst eher Behandlung als Übung.
  • Du stehst unter Substanzwirkung oder bist im Entzug.

Wenn du in Behandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Therapeutin. Und wenn du unsicher bist, ob es passt: ruf uns an. Wir gehen das in Ruhe durch, ohne dass du dich anmelden musst.

Begleitung

Wer euch begleitet

Zwei Menschen sind die ganze Zeit da und tragen die Tage gemeinsam.

Michael HoKai Österle

Zen-Priester, Abt und spirituelle Leitung der Altbäckersmühle. Ausgebildet bei der SÄPT in der Begleitung substanzinduzierter Bewusstseinszustände, Mitarbeit an einer Studie zu Psilocybin bei erfahrenen Meditierenden. Zuvor war er viele Jahre als Pflegefachkraft in der Psychiatrie tätig und hat eine Pflegeeinrichtung geleitet.

Felix RōShin Müller

Psychiater. Er forscht an der Universität Basel zur therapeutischen Anwendung von Psychedelika und übt selbst Zen.

Berührung geschieht nur, wenn du ausdrücklich zustimmst. Was in der Gruppe gesagt wird, bleibt in der Gruppe. Und es wird nicht fotografiert, auch nicht untereinander: was in diesen Tagen geschieht, geht nicht in soziale Netzwerke.

Ablauf

So läuft es

Anmelden

Es gibt kein Auswahlgespräch. Was auf dieser Seite steht, sagt dir, worauf du dich einlässt, und du entscheidest selbst. Bei der Anmeldung schreibst du uns ein paar Sätze: was war, wann, wie es dir jetzt geht, ob eine Behandlung läuft. Wenn du unsicher bist, ruf vorher an.

Die vier Tage

Anreise ab 16 Uhr, Beginn um 18 Uhr mit dem gemeinsamen Abendessen. Am letzten Tag Morgen-Zazen, Hausreinigung, Brunch, Abreise ab etwa 10 Uhr. Unterkunft im Haus und vollständige Teilnahme am Tagesrhythmus. Jeden Tag ist ein Einzelgespräch möglich.

Das Nachtreffen

Einige Wochen später kommen wir noch einmal zusammen, online, als Gruppe. Erfahrungsgemäß ist das genau der Punkt, an dem die alten Muster zurückkommen.

Beitrag

Was die Tage kosten

Ihr seid höchstens fünfzehn. Für Übernachtung und Verpflegung gelten die üblichen Sätze des Hauses, die Lehre läuft auf Dana.

  • Übernachtung. Pro Person und Nacht, je nach Zimmer. Der Zimmerkatalog steht beim Kurs, vom kleinen Zimmer unter der Dachschräge bis zum Tiny House.
  • Verpflegung. Verpflegungspauschale von 30 Euro pro Tag. Vegan aus der Klosterküche, dreimal am Tag.
  • Dana für die Lehre. Dana ist eine freiwillige Gabe am Ende des Kurses, mit der du die Lehrtätigkeit würdigst. Sie ist bewusst kein fester Preis: du gibst, was dir möglich ist und was dir die Zeit wert war, in bar vor Ort oder online.

Alle Vorab-Informationen und die häufigsten Fragen stehen auf Grundlegendes. Für die Stornierung gelten die AGB, sag bitte so früh wie möglich Bescheid.

Der erste Termin ist der 25. bis 28. November 2027. Dort stehen auch der Zimmerkatalog und die Anmeldung: Nachklang, Retreat im November 2027. Für den Sommer planen wir einen zweiten Termin, den HoKai gemeinsam mit Anestis SaiHo Mikhail hält. Die Tage stehen noch nicht fest.

Kontakt

Schreib uns

Der erste Termin ist der 25. bis 28. November 2027. Wenn dich das anspricht, schreib uns, gern schon vor der Buchung. Wir melden uns zurück und nehmen uns Zeit.

Fragen sind willkommen, auch die unbequemen. Und wenn du magst, schreib ein paar Sätze zu dir: was war, wann es war, wie es dir jetzt geht, ob eine Behandlung läuft. So viel oder so wenig, wie du magst.

Nachricht schreiben

Wichtig. Dieses Retreat ist ein spirituelles Übungs- und Bildungsangebot. Es ist keine Psychotherapie und kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei einer akuten Krise wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt, an eine psychiatrische Ambulanz oder in dringenden Fällen an den Notruf 112. Für spirituelle Krisen gibt es außerdem das Spiritual Emergence Network Deutschland und die Beratungsstelle des IGPP in Freiburg.