Nachklang
Erfahrung wird Weg
Tage im Kloster nach einer außergewöhnlichen, psychedelischen oder spirituellen Erfahrung
Fuenf Tage im Kloster nach einer aussergewoehnlichen, psychedelischen oder spirituellen Erfahrung.
Erfahrung wird Weg
Tage im Kloster nach einer außergewöhnlichen, psychedelischen oder spirituellen Erfahrung
Manche Erfahrungen verändern den Blick auf das eigene Leben. Sie können öffnen, beglücken, erschüttern oder verwirren. Vielleicht geschah es bei dir in einer Meditation, in der Natur, an einem Krankenbett oder unter dem Einfluss einer psychoaktiven Substanz.
Dann geht der Alltag weiter. Die Arbeit, der Einkauf, die Menschen, mit denen wir leben. Und manchmal bleibt etwas zurück, das du weder festhalten noch einfach ablegen kannst.
Diese Tage sind für die Zeit danach.
Wir stellen den außergewöhnlichen Zustand nicht wieder her und erklären nicht, was er bedeutet. Wir üben, wie das Erlebte in deinem Körper, in deinem Alltag und in deinem Handeln einen Platz findet.
Dazu sitzen und gehen wir in Stille. Wir arbeiten in Haus, Garten und Küche. Wir üben mit dem Atem, mit dem Körper und an einem Nachmittag mit dem Bogen. Es gibt Einzelgespräche und einen geschützten Kreis, in dem du erzählen darfst, ohne dass jemand deine Erfahrung bewertet oder deutet.
Die Idee
Wir stellen die außergewöhnliche Erfahrung nicht wieder her.
Wir erklären sie nicht endgültig.
Wir helfen, sie zu tragen, zu unterscheiden und zu verkörpern.
Du bekommst hier keine weitere Methode. Du bekommst einen Ort, der dich trägt, während sich das Erlebte setzt. Ein bewohntes Haus, einen Tag, der von allein weitergeht, und eine Verbindung von Meditation und Körperpraxis, die hier über Jahrzehnte gewachsen ist.
Der Unterschied liegt nicht in der einzelnen Übung. Er liegt in der Reihenfolge:
Erst der Boden. Dann die Geschichte. Schließlich der nächste Schritt.
Vielleicht liegt deine Erfahrung lange zurück. Vielleicht hast du sie oft erzählt und längst Worte dafür gefunden, die stimmen. Und trotzdem ist da etwas, das sich mit Nachdenken allein nicht beruhigen lässt.
Deshalb beginnen diese Tage nicht mit dem Erzählen. Nicht, weil deine Worte nicht taugen, sondern weil hier zuerst dein Körper ankommen darf. Nach ein, zwei Tagen Sitzen, Gehen und Arbeiten sprichst du von einem anderen Ort aus. Und du hörst dir dabei selbst anders zu.
Für wen
Für Menschen, die eine Erfahrung gemacht haben, nach der das gewöhnliche Leben nicht einfach genauso weitergeht.
Du musst dafür nicht in einer Krise sein. Und du musst hier nichts erzählen, was du nicht erzählen willst.
»Vor dreißig Jahren, bevor ich zu üben begann, sah ich: Berge sind Berge, Wasser ist Wasser. Als ich dann etwas verstanden hatte, sah ich: Berge sind keine Berge, Wasser ist kein Wasser. Jetzt, da ich zur Ruhe gekommen bin, sehe ich wieder: Berge sind Berge, Wasser ist Wasser.«
Qingyuan Weixin
Was geschieht
Von außen sieht dein Leben wahrscheinlich aus wie vorher. Dieselbe Wohnung, dieselbe Arbeit, dieselben Menschen. Und trotzdem stimmt seit dieser Erfahrung etwas nicht mehr zusammen.
Vielleicht fehlt dir jemand, der weder erschrickt noch schwärmt, wenn du davon erzählst. Vielleicht fehlt dir ein Ort, an dem du nichts erklären musst. Vielleicht fehlt dir auch nur die Erlaubnis, dass es sein darf, ohne dass du weißt, was es bedeutet.
Diese Tage gehen einen Weg in drei Schritten, und die Reihenfolge ist keine Willkür. Erst kommst du an und findest wieder Boden unter den Füßen. Dann darf das Erlebte laut werden, ohne dass jemand es dir deutet. Und zuletzt suchst du die eine kleine Sache davon, die in deinem Alltag bleibt.
1
Du beziehst dein Zimmer, isst mit den anderen, lernst das Haus kennen. Du sitzt, gehst, schläfst, arbeitest in Küche und Garten. Die Meditationen sind kurz und angeleitet, auch wenn du noch nie gesessen hast. Den Tag musst du dir nicht einteilen, er geht von allein weiter.
Ein Gespräch unter vier Augen kannst du vom ersten Tag an haben. Im Kreis musst du am ersten Abend nichts erzählen.
Wie bin ich jetzt hier, in diesem Körper, an diesem Ort?
2
Wenn etwas Ruhe da ist, bekommt deine Erfahrung ausdrücklich Raum. In einem klar gerahmten Kreis, in Einzelgesprächen, im Ausdruck mit der Hand. Die Gruppe deutet nicht. Niemand erklärt dir, was das wirklich bedeutet hat. Nachgefragt wird, um dich zu verstehen, nicht um dich einzuordnen.
Hier darf auch das Schwierige auftauchen. Die Sehnsucht, dass es wiederkommt. Der Verdacht, dass dein gewöhnliches Leben daneben blass aussieht. Die Angst davor, dass es ungefragt zurückkehrt. Und die Fremdheit gegenüber Menschen, die dir nahe sind.
Was habe ich erfahren, und was habe ich später daraus gemacht?
3
Am Ende übersetzt du das Erlebte nicht in große Vorsätze, sondern in etwas Kleines, das du überprüfen kannst. Zehn Minuten Sitzen am Morgen. Ein Weg, den du regelmäßig zu Fuß gehst. Ein Gespräch, das du führen musst. Eine Grenze, die du setzen willst.
Du fährst mit einer überschaubaren Übungsvereinbarung für die nächsten Wochen nach Hause. Nicht als Versprechen, sondern als nächster gangbarer Schritt.
Was ist am Dienstagmorgen tatsächlich anders?
Die Formen
Wenige Formen, wiederholt und gut gehalten. Jede ist dosierbar, zu jeder gibt es eine Alternative, und jede darfst du unterbrechen, ohne das zu erklären.
Kurze Einheiten, angeleitet, damit du auch ohne Vorerfahrung mitkommst. Im Sitzen zeigt sich, was da ist, ohne dass du es herbeirufen musst.
Sinken, wurzeln, atmen. Das beruhigt deinen Körper unmittelbar und du musst dafür nichts verstehen. Wenn du nach einer großen Erfahrung unruhig bist, ist es der kürzeste Weg zurück in den Boden.
An ein oder zwei Nachmittagen, wenn du magst. Der Bogen zeigt unmittelbar Spannung, Ausrichtung und Loslassen. Du übst ihn, du musst ihn nicht deuten. Kein Bogenkurs und keine Technikausbildung.
Arbeit mit den Händen in Haus, Garten, Wald und Küche. Etwas, das einen Sinn hat und ein Ende. Wenn dein Kopf noch kreist, ist das der wirksamste Gegensatz.
Kinhin, lange Wege im Wald, Zeit am Bach, schweigendes Essen. Die Stille ist hier kein Verzicht. Sie ist der Raum, in dem etwas nachklingen darf.
Am Abend, ruhig und im Liegen. Sie soll nichts hervorrufen und dich nirgendwohin führen. Keine Musikreisen, kein ekstatischer Tanz.
Einmal in diesen Tagen sitzen wir als ganze Gruppe im Kreis. Jede und jeder hat dieselbe Redezeit, fünf Minuten, und die Glocke sagt, wann sie um ist. Es gibt keine Rückfragen und keine Antworten: wir hören einander zu und lassen es stehen. Wer nicht sprechen möchte, sagt das und bekommt dieselbe Glocke. Wer hinausgehen will, geht hinaus, ohne etwas zu sagen.
Jeden Tag möglich, bei einem von uns beiden. Du trägst dich in eine Liste ein und musst niemanden vor der Gruppe darum bitten. Was du dort sagst, bleibt dort: aus dem Einzelgespräch kommt nichts in den Kreis, auch nicht angedeutet.
Der Tag
Kein durchgehendes Schweigen. Es gibt Schweigezeiten, und es gibt Zeiten für Gespräch. Die Sitzeinheiten sind bewusst kurz, und du darfst jede Übung unterbrechen, ohne das zu erklären.
07:00 Qigong, danach angeleitetes Zazen mit Gehmeditation dazwischen
08:15 Frühstück in Stille
09:00 Samu: Arbeit in Haus, Küche, Garten oder Wald
10:30 Kreis, Einzelgespräche oder eine kurze Einheit
12:30 Mittagessen
14:00 Ruhezeit ohne Programm
15:00 Yoga, Bogen oder langes Gehen. Daneben Einzelgespräche
18:00 Abendessen
19:30 Kreis, danach Stille oder ruhige Musik zum Ausruhen
22:00 Stille im Haus
Der Ort
Die Altbäckersmühle liegt in Alleinlage in einem Seitental des Taunus bei Singhofen, am Hasenbach, umgeben von Wald.
Kein Seminarhaus und kein Hotel. Ein bewohntes Kloster mit einer Ordnung, die jeden Tag von selbst weitergeht. Du schläfst hier, isst hier, arbeitest hier mit. Die Steine sind Schiefer, dunkel und geschichtet, an nassen Tagen glänzen sie. Der Bach fließt.
Das ist keine Kulisse. Für diese Tage ist es die eigentliche Arbeit. Ein Ort, der von allein trägt, nimmt einem Menschen mehr ab als jedes Gespräch über Erdung.
Klarheit
Das gehört an den Anfang und nicht ins Kleingedruckte.
Diese Tage sind ein spirituelles Übungs- und Bildungsangebot. Sie sind keine Psychotherapie und ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Ehrlich gesagt
Es gibt Zeiten, in denen ein Retreat in der Gruppe eher schadet als hilft. Bitte komm ein anderes Mal, wenn eines davon gerade zutrifft:
Wenn du in Behandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Therapeutin. Und wenn du unsicher bist, ob es passt: ruf uns an. Wir gehen das in Ruhe durch, ohne dass du dich anmelden musst.
Begleitung
Zwei Menschen sind die ganze Zeit da und tragen die Tage gemeinsam.
Zen-Priester, Abt und spirituelle Leitung der Altbäckersmühle. Ausgebildet bei der SÄPT in der Begleitung substanzinduzierter Bewusstseinszustände, Mitarbeit an einer Studie zu Psilocybin bei erfahrenen Meditierenden. Zuvor war er viele Jahre als Pflegefachkraft in der Psychiatrie tätig und hat eine Pflegeeinrichtung geleitet.
Psychiater. Er forscht an der Universität Basel zur therapeutischen Anwendung von Psychedelika und übt selbst Zen.
Berührung geschieht nur, wenn du ausdrücklich zustimmst. Was in der Gruppe gesagt wird, bleibt in der Gruppe. Und es wird nicht fotografiert, auch nicht untereinander: was in diesen Tagen geschieht, geht nicht in soziale Netzwerke.
Ablauf
Es gibt kein Auswahlgespräch. Was auf dieser Seite steht, sagt dir, worauf du dich einlässt, und du entscheidest selbst. Bei der Anmeldung schreibst du uns ein paar Sätze: was war, wann, wie es dir jetzt geht, ob eine Behandlung läuft. Wenn du unsicher bist, ruf vorher an.
Anreise ab 16 Uhr, Beginn um 18 Uhr mit dem gemeinsamen Abendessen. Am letzten Tag Morgen-Zazen, Hausreinigung, Brunch, Abreise ab etwa 10 Uhr. Unterkunft im Haus und vollständige Teilnahme am Tagesrhythmus. Jeden Tag ist ein Einzelgespräch möglich.
Einige Wochen später kommen wir noch einmal zusammen, online, als Gruppe. Erfahrungsgemäß ist das genau der Punkt, an dem die alten Muster zurückkommen.
Beitrag
Ihr seid höchstens fünfzehn. Für Übernachtung und Verpflegung gelten die üblichen Sätze des Hauses, die Lehre läuft auf Dana.
Alle Vorab-Informationen und die häufigsten Fragen stehen auf Grundlegendes. Für die Stornierung gelten die AGB, sag bitte so früh wie möglich Bescheid.
Der erste Termin ist der 25. bis 28. November 2027. Dort stehen auch der Zimmerkatalog und die Anmeldung: Nachklang, Retreat im November 2027. Für den Sommer planen wir einen zweiten Termin, den HoKai gemeinsam mit Anestis SaiHo Mikhail hält. Die Tage stehen noch nicht fest.
Kontakt
Der erste Termin ist der 25. bis 28. November 2027. Wenn dich das anspricht, schreib uns, gern schon vor der Buchung. Wir melden uns zurück und nehmen uns Zeit.
Fragen sind willkommen, auch die unbequemen. Und wenn du magst, schreib ein paar Sätze zu dir: was war, wann es war, wie es dir jetzt geht, ob eine Behandlung läuft. So viel oder so wenig, wie du magst.
Wichtig. Dieses Retreat ist ein spirituelles Übungs- und Bildungsangebot. Es ist keine Psychotherapie und kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei einer akuten Krise wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt, an eine psychiatrische Ambulanz oder in dringenden Fällen an den Notruf 112. Für spirituelle Krisen gibt es außerdem das Spiritual Emergence Network Deutschland und die Beratungsstelle des IGPP in Freiburg.
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen