Altbäckersmühle

Zen im Leben

Seiten über die Fragen, mit denen wir wirklich leben: über Scham, Wut, Grenzen, Loslassen und mehr, jeweils mit einer kleinen Übung für den Alltag.


Zen im Leben·Scham·Wut·Grenzen setzen·Loslassen·Kritik·Perfektionismus·Ruhe
Ein alter Gartenstuhl aus Metall steht zwischen Farnen und Sträuchern im Garten der Altbäckersmühle
Bild

Die wenigsten Menschen kommen zum Zen, weil sie sich für Buddhismus interessieren.

Meist ist es etwas anderes. Ein Ärger, der nicht mehr weggeht. Eine Scham, die sich seit Jahren gut versteckt hält. Das Gefühl, es allen recht zu machen und dabei selbst zu verschwinden. Der innere Richter, der nachts noch Protokoll führt.

Für diese Fragen ist dieser Bereich da.

Du findest hier keine Lehre über Zen. Keine Begriffskunde, keine Geschichte des Buddhismus, keine Anleitung zum richtigen Sitzen. Das alles hat seinen Ort, nur nicht hier. Hier geht es um das, was Menschen wirklich mitbringen, wenn sie zum ersten Mal in der Mühle ankommen: Wut, Scham, Grenzen, Loslassen, das Karussell im Kopf.

Zen ist dafür keine Theorie. Es ist ein Übungsweg, und er beginnt nicht auf einem Berg, sondern am Küchentisch. Im Stau. In dem Moment, in dem eine E-Mail dich trifft und du schon antwortest, bevor du geatmet hast. Zen im Alltag heißt: genau dort üben, wo dein Leben gerade ist. Nicht erst, wenn es ruhiger wird. Es wird nicht ruhiger.

Die Texte hier kommen nicht aus der Literatur. Sie kommen von einem realen Ort. Die Altbäckersmühle liegt allein im Wald, am Hasenbach, in einem stillen Taunustal. Seit Jahren sitzen hier Menschen im Zendo, schweigen, kochen, arbeiten, gehen am Bach. Was auf diesen Seiten steht, ist dort erprobt: an echten Tagen, mit echten Menschen, mit allem, was dabei schiefgeht.

Du musst dafür nichts glauben und nichts können. Es reicht, dass dich eine dieser Fragen gerade nicht loslässt.

Verstehen, üben, vertiefen

Verstehen

Jede Themenseite schaut ruhig auf eine Frage. Was ist Scham eigentlich, was will die Wut, warum fällt das Nein so schwer. Verstehen nimmt den Dingen nichts weg, aber es nimmt ihnen die Fremdheit.

Üben

Auf jeder Seite steht eine kleine Übung für den Tag. Nichts Großes: eine Minute, ein Atemzug, ein Satz. Solange nur der Kopf liest, bleibt Zen eine Idee, deshalb darf der Körper gleich mitmachen.

Vertiefen

Manche Themen brauchen mehr Raum, als ein Text geben kann. Dafür gibt es die Tage in der Mühle: Kurse und Sesshins, in denen du einem Thema mit Zeit, Stille und Begleitung begegnen kannst. Kein Muss, der Weg beginnt zu Hause.

Worte und Wege

Manchmal taucht in diesen Texten ein Wort auf, das du noch nicht kennst: Zazen, Sesshin, Samu. Für die Begriffe gibt es das Glossar, den Schwester-Bereich dieser Seiten. Dort werden Worte erklärt, hier geht es um das Leben dahinter.

Fang irgendwo an. Mit dem Thema, das dich gerade am meisten angeht, oder mit dem, das dich am wenigsten schreckt. Die Reihenfolge ist egal: jeder dieser Wege führt in dieselbe Übung.

Über diese Texte

Ich bin HoKai Österle. Gemeinsam mit meiner Frau Pia lebe und arbeite ich in der Altbäckersmühle, einem Zen-Kloster im Taunus. Seit vielen Jahren begleitet mich die Zen-Praxis nicht als Flucht vor dem Leben, sondern als Weg, ihm immer wieder neu zu begegnen.

Die Gedanken auf diesen Seiten sind aus dieser Praxis entstanden.

Nicht aus der Theorie. Nicht aus dem Wunsch, Antworten zu geben.

Sondern aus den Momenten, in denen ich selbst gestrauchelt bin, an Grenzen kam oder neu lernen musste, hinzusehen.

Zen hat mich nie davor bewahrt, Fehler zu machen.

Aber es hat mich gelehrt, mich ihnen nicht zu verschließen.

Darum findest du hier keine Rezepte für ein gelingendes Leben.

Sondern Gedanken, die sich im Alltag bewähren mussten.

Vielleicht begleiten sie auch dich ein Stück auf deinem Weg.