
Kun: iki · On: soku
Atem, Hauch
Atem, atmen; auch ruhen und aufhören. Oben die Nase, unten das Herz.
Kanji 息 (soku) — Atem, Hauch. Sumi-e-Zeichnung und Bedeutung im Glossar der Altbäckersmühle.

Kun: iki · On: soku
Atem, Hauch
Atem, atmen; auch ruhen und aufhören. Oben die Nase, unten das Herz.
Noch bevor du etwas benennst, atmest du schon. 息 (iki) ist das Kanji für Atem, auch gelesen soku. Das Zeichen verbindet den Atem mit Ruhe, Leben und Aufhören. Jeder Atemzug kommt, jeder Atemzug endet, und du musst keinen davon machen.
Oben steht 自, eine kleine, geschlossene Form. Darunter öffnet sich 心, das Herz. Das Zeichen wirkt, als würde etwas von oben in die Tiefe sinken und dort getragen. Seine alte Bildwelt ist körperlich: 自 zeigte ursprünglich die Nase, nicht das Selbst. Unter ihr liegt das Herz.
So bringt 息 Dinge zusammen, die im Alltag getrennt erscheinen. Atem ist Bewegung, aber auch Ruhe. Wer außer Atem ist, spürt das Leben. Wer sich ausruht, lässt den Atem wieder ruhig werden. Zwischen Ausatmen und Einatmen endet etwas, ohne dass gleich alles zu Ende ist.
Der Atem lässt sich nicht festhalten und ist doch immer da. Wenn du abschweifst, brauchst du keinen besonderen Zustand. Du bemerkst den nächsten Atemzug.
Der Morgen ist kalt.
Vor dem ersten Wort steigt Atem.
Dann öffnet sich der Tag.
数息観 (susokukan) ist das Zählen der Atemzüge. Beim Zählen wird der Atem nicht verbessert. Die schlichte Folge der Zahlen macht sichtbar, wann der Geist fortgelaufen ist. Dann kehren wir zurück, ohne aus dem Abschweifen eine Niederlage zu machen.
Diese Übung führt zur Achtsamkeit. Bemerken, dass man den Atem verlassen hat, und zurückkehren. Sie führt auch in die Stille. Nicht weil der Atem geräuschlos sein muss. Er kommt, er geht, und für einen Augenblick braucht nichts hinzugefügt zu werden.
Die Karte zum Atem sagt: In jedem Atemzug die Möglichkeit, anwesend zu sein. Im Glossar des Hauses gibt es außerdem eigene Einträge zur Bedeutung des Atems in der Körperarbeit und beim meditativen Bogenschießen. Über einem Essay von Zen im Leben steht 息 bisher nicht.
Die alte Übung der Achtsamkeit auf Einatmen und Ausatmen heißt in Sanskrit ānāpāna-smṛti. Chinesische Übersetzer gaben den ersten Teil auch nach seinem Klang als 安那般那 wieder. Eine ihrer Übersetzungen ist 数息観, das Zählen der Atemzüge.
Sie wurde unter fünf Betrachtungen überliefert, die den zerstreuten Geist stillen sollen. Das Zählen galt dabei als Vorbereitung auf rechte Versenkung. Im zweiten Teil des Sanskritworts steht smṛti, die Erinnerung oder Achtsamkeit. Chinesische Texte übersetzen sie mit 念. So sind Atem und Achtsamkeit schon in der Geschichte der Wörter miteinander verbunden.
Warum steht in 息 das Zeichen 自, „selbst“?
Weil 自 ursprünglich die Nase zeigte. In 息 trägt es diesen alten Sinn. Nase und Herz ergeben den Atem, nicht das Selbst über dem Herzen.
Heißt 息 auch Sohn?
Ja. 息 kann den Sohn bezeichnen. Das gewöhnliche Wort für Sohn ist 息子 (musuko). Welche Bedeutung gemeint ist, zeigt das Wort und sein Zusammenhang.
Was ist Susokukan?
数息観 (susokukan) ist das Zählen der Atemzüge. Man zählt Einatmen und Ausatmen, um die Zerstreuung zu bemerken und zu beenden. Die Übung bereitet die rechte Versenkung vor.
息 hat zehn Striche. Sein Radikal, das Ordnungszeichen im Wörterbuch, ist 心, das Herz. In der Kangxi-Ordnung trägt es die Nummer 61. Unten steht 心, oben 自. Beide Teile tragen zur Bedeutung bei: 自 ist die alte Darstellung der Nase, 心 das Herz. Eine Geschichte vom Selbst über dem Herzen würde den alten Sinn verfehlen.
Die japanische Kun-Lesung ist iki. Die aus dem Chinesischen übernommene On-Lesung ist soku. Außerhalb der amtlichen Liste steht yasumu, ruhen. Japanische Kinder lernen 息 in der dritten Klasse.
息 (iki) ist Atem und Atmen. Das Wort kann auch den Dampf über heißem Essen und den Einklang bezeichnen. ため息 (tameiki), auch 溜息 geschrieben, ist ein Seufzer. 息切れ (ikigire) heißt außer Atem kommen. 寝息 (neiki) ist der Atem eines schlafenden Menschen. 鼻息 (hanaiki) ist das Atmen durch die Nase. 生息 bedeutet leben, 休息 ruhen und 終息 aufhören. 利息 sind die Zinsen. 息子 (musuko) ist der Sohn. 数息観 wird neben susokukan auch shusokukan gelesen.
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