Sumi-e Kanji 和 (Frieden)
和

Kun: yawaragu, nagomu   ·   On: wa, o

Harmonie, Frieden

Sanft, friedlich, sich vertragen, einen Streit beilegen, zusammenklingen; 平和, heiwa, ist der Frieden.

Im interaktiven Werkzeug öffnen →

Was ist das Kanji für Frieden?

和 verbindet ein Ährenzeichen, 禾, mit dem Mund, 口; die Ähre gibt den Laut, der Mund die Bedeutung. Eine japanische Herleitung liest darin: der Stimme eines anderen antworten. Die ursprüngliche Form des Zeichens enthielt eine Flöte, vielleicht für den Zusammenklang in der Musik. Frieden beginnt in diesem Zeichen also mit mehr als einer Stimme. Gelesen wird 和 wa, auch o, als eigenes Wort etwa yawaragu oder nagomu, und es heißt sanft, friedlich, sich vertragen, einen Streit beilegen, zusammenklingen; 平和, heiwa, ist der Frieden.

和 ist auch ein Name für Japan. Ursprünglich schrieb man diesen Namen mit 倭; erst ab der Mitte der Nara-Zeit setzte sich nach und nach das gleich klingende 和 durch, ein Zeichen mit besserem Sinn. Dass Japan sich darum „Land der Harmonie“ nannte, ist nicht belegt.

Im Buddhismus heißt 和合, wagō, das Zusammenstimmen, und die einträchtige Gemeinde ist 和合僧, nach der Ordensregel mindestens fünf Mönche. Auch 和尚 trägt das Zeichen; im Zen wird es oshō gelesen.

Den Klang des Miteinanders nennt die Registerkarte der Mühle dieses Zeichen. Das Zeichen steht über der Reihe „Zen und Frieden“, schon über ihrem ersten Teil, Kann Meditation Friedensarbeit sein? Dort entscheidet sich Friedensarbeit erst, wo wir wieder aufstehen, zuhören und widersprechen. Zum Klang des Miteinanders gehört also auch die Antwort, die widerspricht.

Dämmerung im Tal.
Ein Vogel ruft, ein zweiter
antwortet von drüben.