Wer war der Buddha?

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Wörtlich: «der Erwachte», bezeichnet einen Menschen, der zum wahren Wesen erwacht ist, also Erleuchtung erfahren hat.

Historisch: Wer war Buddha?

Der Buddha, oft auch als Siddhartha Gautama oder Shakyamuni Buddha bezeichnet, war der Gründer des Buddhismus. Hier ist eine kurze Zusammenfassung seines Lebens und seiner Lehren:

  1. Frühes Leben: Siddhartha Gautama wurde im 5. oder 6. Jahrhundert v. Chr. in einer Königsfamilie im heutigen Nepal geboren. Es wurde prophezeit, dass er entweder ein großer König oder ein großer spiritueller Lehrer werden würde. Um ihn auf den Weg des Königtums zu führen, versuchte sein Vater, ihn vor den Leiden der Welt abzuschirmen, indem er ihn im Palast einschloss.
  2. Die vier Begegnungen: Als junger Mann verließ Siddhartha den Palast und hatte vier entscheidende Begegnungen: Er sah einen alten Mann, einen kranken Mann, einen toten Mann und schließlich einen asketischen Mönch. Diese Begegnungen konfrontierten ihn mit der Realität von Alter, Krankheit, Tod und der spirituellen Suche nach einem Ausweg aus dem Leiden.
  3. Suche nach der Wahrheit: Bestürzt von diesen Erkenntnissen verließ Siddhartha den Palast, seine Frau und seinen neugeborenen Sohn, um die Ursache des Leidens und den Weg zu seiner Beseitigung zu finden. Er studierte bei verschiedenen spirituellen Lehrern und praktizierte strenge Askese, fand aber keine dauerhafte Lösung.
  4. Erleuchtung: Im Alter von 35 Jahren, nachdem er sich entschieden hatte, in Meditation unter einem Bodhi-Baum zu sitzen, bis er die Wahrheit gefunden hatte, erreichte Siddhartha die vollständige Erleuchtung. Er wurde zum Buddha, was “der Erwachte” bedeutet.
  5. Die Lehren: Nach seiner Erleuchtung lehrte der Buddha 45 Jahre lang und legte dabei die Grundlagen für das, was später als Buddhismus bekannt wurde. Er lehrte unter anderem die Vier Edlen Wahrheiten und den Edlen Achtfachen Pfad als Weg zur Befreiung von Dukkha (oft übersetzt als “Leiden” oder “Unzufriedenheit”).
  6. Parinirvana: Im Alter von 80 Jahren verließ der Buddha die physische Welt und erreichte das, was als Parinirvana bekannt ist, das endgültige Ende des Geburts- und Todzyklus.

Buddhas Lehren verbreiteten sich weit über Indien hinaus und wurden zu einer der großen Weltreligionen. Sein Leben und seine Botschaft von Mitgefühl, Weisheit und Befreiung vom Leiden haben bis heute Millionen von Menschen beeinflusst.

Lese dazu auch unseren Blog Beitrag zur Ethik.

Aus der Sicht des Zen-Buddhismus ist der Buddha nicht nur eine historische Figur in der Form von Siddhartha Gautama, sondern auch ein universelles Prinzip des erwachten Geistes. Im Zen gibt es einige besondere Betrachtungen zum Buddha:

  1. Buddha-Natur: Im Zen wird betont, dass alle Wesen von Natur aus die Buddha-Natur besitzen. Das bedeutet, dass jeder das Potenzial zur Erleuchtung in sich trägt, egal wie verstrickt oder getäuscht er durch Unwissenheit und Begierde auch sein mag. Dieses Konzept betont das inhärente Potenzial zur Erleuchtung in jedem Wesen.
  2. Der historische Buddha als Vorbild: Während Siddhartha Gautama als historische Figur verehrt und respektiert wird, betont der Zen, dass sein Erleuchtungserlebnis nicht einzigartig oder unerreichbar ist. Seine Erleuchtung ist ein Zeichen dafür, dass es möglich ist, durch eigene Anstrengung und Praxis Erleuchtung zu erlangen.
  3. Direkte Erfahrung: Zen legt großen Wert auf die direkte, persönliche Erfahrung des Erwachens, oft symbolisiert durch “den direkten Zeigefinger zum menschlichen Herzen”. Anstatt sich nur auf Texte oder Rituale zu verlassen, wird in der Zen-Praxis betont, direkt in das eigene Herz zu schauen und die wahre Natur des Selbst zu erkennen.
  4. Buddha ist hier und jetzt: Der Zen lehrt, dass Buddha oder Erleuchtung nicht in der fernen Vergangenheit oder Zukunft zu finden ist, sondern im gegenwärtigen Moment. Die tägliche Praxis des Zazen ist eine Gelegenheit, den Buddha in sich selbst hier und jetzt zu erkennen.
  5. Koan-Praxis: In einigen Zen-Schulen wird die Koan-Praxis verwendet, bei der Schüler:innen über scheinbar unlösbare rätselhafte Fragen oder Geschichten meditieren. Einige dieser Koans beziehen sich direkt auf Buddha oder buddhistische Konzepte und sollen helfen, den Geist jenseits des konzeptionellen Denkens zu führen.

 

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