Paola ChūDō Shin Mangiarotti

TENZO

Paola wurde in Genua geboren, wuchs jedoch in Deutschland auf, wo sie zur Schule ging und später Sozialpädagogik studierte. Obwohl ihr Leben hier verwurzelt ist, fühlt sie sich ihrer italienischen Heimat weiterhin tief verbunden. Ebenso wichtig sind ihr ihr Mann Stefan und ihre Kinder Lukas, Lina und Carlotta.

Nach dem Studium widmete sie sich zunächst ganz ihrer Familie und zog ihre drei Kinder groß. Erst später begann sie wieder beruflich zu arbeiten und fand eine Tätigkeit in einem Bioladen. Dort blieb sie einige Jahre.

In dieser Zeit vertiefte sich ihr Interesse an Fragen des Zusammenlebens und der Verständigung. Sie absolvierte eine Ausbildung in Mediation und beschäftigte sich intensiv mit Gewaltfreier Kommunikation. Auf diesem Weg kam sie schließlich zur Altbäckersmühle und zur Zen-Praxis.

Seit etwa zehn Jahren übt sie nun hier in der Mühle. Zunächst wurde sie Schülerin von GenKi und später von HoKai, von dem sie auch Jukai empfing.

Heute trägt Paola auf vielfältige Weise zum Leben der Altbäckersmühle bei. Sie organisiert den Einkauf für das Haus, kümmert sich um die Hausreinigung und engagiert sich als stellvertretende Vorsitzende im Verein.

Gleichzeitig wächst sie Schritt für Schritt in eine besondere Aufgabe hinein. In der Klosterküche übt sie sich als junge Tenzo. Gemeinsam mit dem Küchenteam kocht sie einfache, schmackhafte Gerichte, die Körper und Geist nähren.

Dabei finden immer wieder auch italienische Einflüsse ihren Weg in die Küche. Doch wichtiger als Herkunft oder Rezept ist für sie die Haltung beim Kochen. Sie übt, als Köchin wirklich präsent zu sein bei dem, was gerade getan wird. Den Reis waschen, das Gemüse schneiden, den Topf rühren. Nicht vor dem weglaufen, was jetzt getan werden will.

So wächst sie langsam in die Rolle hinein, die im Zen seit Jahrhunderten eine besondere Bedeutung hat.

Und wenn sie einmal nicht am Herd steht, übt sie mit derselben Entschiedenheit Karate.

»Viele Flüsse münden in den Ozean, und ihr Wasser erhält schließlich denselben Geschmack wie das Meer. In gleicher Weise schmecken Köstliche und einfache Speisen nach der Buddhalehre, wenn sie in ihren reinen Ozean münden; ebenso kommt es, daß ein einziges Gemüseblättchen, das aus dem Herzen sprießt, seinen Weg sucht und die Buddhalehre verwirklicht, in sich den köstlichsten sowie den einfachsten Geschmack vereint.«

Dogen