
Japanisch shoku oder taberu, je nach Wort
Aussprache etwa scho-ku oder ta-be-ru
Essen, Nahrung, nähren
Essen und Nahrung, auch Mahlzeit, Lebensunterhalt und nähren.

Japanisch shoku oder taberu, je nach Wort
Aussprache etwa scho-ku oder ta-be-ru
Essen, Nahrung, nähren
Essen und Nahrung, auch Mahlzeit, Lebensunterhalt und nähren.
Nahrung hält nicht nur einen Körper am Leben. Sie verbindet Erde, Arbeit, Zeit und die Menschen, die eine Mahlzeit teilen. 食 (shoku, taberu) ist das Kanji für Nahrung und Essen. Es kann auch nähren bedeuten.
食 steht aufrecht wie ein Gefäß, das von oben geschlossen wird. Die Form sammelt etwas in ihrer Mitte. Sie wirkt gefüllt, aber nicht schwer. Darin liegt ein einfaches Bild: Nahrung ist das, was aufgenommen wird und weiterträgt.
Beim Essen begegnet uns eine Grenze. Wir können nur aufnehmen, was vor uns liegt. Wir können nicht vom Anblick allein satt werden. Das Zeichen führt deshalb vom Gedanken zum Körper. Hunger, Duft, Geschmack und Sättigung lassen sich nicht aus der Ferne erledigen.
Dampf über dem Reis.
Regen, Erde, fremde Hände,
alles in der Schale.
Essen ist im Zen kein Zwischenraum zwischen zwei wichtigeren Übungen. Reis waschen, Speisen annehmen und die Schale reinigen gehören zur Praxis. Die Aufmerksamkeit endet nicht, wenn man vom Kissen aufsteht.
In der Tempelsprache wird 食 auch jiki gelesen. Diese Lesung lebt in Wörtern für Mahlzeit, Fasten und Speisesaal. Entscheidend ist dabei nicht, aus jedem Bissen eine feierliche Handlung zu machen. Es genügt, wirklich zu essen. Der Geschmack ist da. Der Körper nimmt Nahrung an. Nichts muss nebenbei geschehen.
Die fünf Betrachtungen geben dem Essen eine Richtung. Eine von ihnen nennt die Speise eine gute Arznei gegen die Auszehrung des Körpers. Darin liegt keine Geringschätzung des Geschmacks. Es ist eine Erinnerung daran, warum der Körper Nahrung braucht.
Im Verzeichnis der Schriftzeichen trägt 食 die Karte Nahrung. In der ZenKitchen verbindet das Haus pflanzliches Essen mit Kochen, Dankbarkeit und gemeinsamem Arbeiten. Dort ist auch die Essens-Gatha verortet.
Shoku begegnet im japanischen Alltag in Wörtern wie Mahlzeit und Appetit. Jiki ist die Go-on-Lesung und erscheint früh in einer Sammlung buddhistischer Erzählungen. Heute bleibt sie in Wörtern wie jikidō, dem Speisesaal eines Tempels, und danjiki, Fasten, hörbar.
Dōgens Tenzo Kyōkun stellt das Zubereiten der Mahlzeit mitten in die Übung. Seine Regeln für das Essen in der Mönchshalle führen diese Bewegung weiter. So trägt dasselbe Zeichen den Esstisch und den Tempelsaal.
Bedeutet 食 nur Essen?
Nein. Das Zeichen kann essen, Nahrung, Mahlzeit und Lebensunterhalt bedeuten. Daneben kann es nähren oder aufziehen heißen, etwa in 食客 (shokkaku), dem Gast, den ein Haus versorgt. Welche Bedeutung gilt, entscheidet das Wort, in dem 食 steht.
Warum ist die Merkhilfe „gut unter einem Dach“ falsch?
Die heutige Form erinnert unten an 良, gut. Dieser Teil ist jedoch eine spätere Formähnlichkeit und keine sichere Herleitung. Das alte Bild zeigt eine Schale mit Nahrung, nicht das Wort gut unter einem Dach.
Wie liest man 食 im Zen?
In vielen Alltagswörtern liest man shoku. In buddhistischen Wörtern erscheint oft jiki, etwa in jikidō für den Speisesaal eines Tempels. Beide Lesungen gehören zum selben Zeichen.
食 hat neun Striche und ist selbst das Kangxi-Radikal Nummer 184. Es ist ein Jōyō-Kanji der zweiten Grundschulklasse. Für Japan führt Wiktionary neben der heutigen Form eine alte Form mit leicht anderem Bau des unteren Teils; die amtliche Tabelle von 2010 verzeichnet sie nicht, weil sie Formen ohne erhebliche Abweichung weglässt. Die Form in Japan, Festlandchina und Singapur wird als ⿱人良 zerlegt, die Form in Hongkong, Korea, Taiwan und Vietnam als ⿱亼艮. Eine eigene vereinfachte Form des ganzen Zeichens gibt es nicht; als linker Bestandteil anderer Zeichen steht die Radikalform 飠 oder 𩙿, in der vereinfachten chinesischen Schrift 饣.
Die Herleitung wird in zwei nahen, aber nicht gleichen Fassungen erklärt. 角川新字源 sieht ein Gefäß mit Speise, das von einem Deckel geschlossen wird. Wiktionary zerlegt die ältere Form in einen Mund und eine Reisschale auf einem Ständer. Dort gilt die Ähnlichkeit des unteren Teils mit 良 oder 艮 als spätere Entstellung. Beide Erklärungen tragen das Gefäß mit Nahrung. Sie unterscheiden sich bei der Rolle des oberen Teils.
Die Kun-Lesungen sind kuu, kurau, taberu und außerhalb der amtlichen Tabelle hamu. Die On-Lesungen sind shoku und jiki, außerhalb der amtlichen Tabelle auch shi. Gebräuchliche Wörter sind 食べる (taberu), essen; 食事 (shokuji), Mahlzeit; 食べ物 (tabemono), Nahrung; 食堂 (shokudō), Speisesaal oder Kantine; und 食欲 (shokuyoku), Appetit. In der Tempelsprache kann 食堂 als jikidō gelesen werden.
Vertiefen
Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 219 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.
Grundlagen der Lehre · Zen-Erfahrung · Praxis und Form · Kloster, Ort und Linie · Texte und Chanten · Küche und Nahrung · Körper und Atem · Bogenschießen · Natur und Jahreslauf · Wörter des Lebens · Schrift und Kultur
Viele Schriftzeichen leben fest auf unseren Seiten: groß im Hintergrund einer Sektion, klein neben einem Titel. Im Verzeichnis findest du sie alle, mit Bedeutung und Fundort. Alle Kurse und Sesshins der Mühle im Überblick.
← Zurück zur Kanji-ÜbersichtZum Glossar →Zum Verzeichnis der Schriftzeichen →Übersicht Kurse →
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen