Beim Chanten haben alle dasselbe Sutra-Blatt. Die japanischen Texte stehen in der sino-japanischen Lesung, Silbe für Silbe, so wie sie gechantet werden; die Zuflucht steht in Pali. Die ersten acht Texte sind die des Sutra-Blatts, mit ihren deutschen Fassungen; dazu kommen hier die großen Gelöbnisse und der Chant für das Oryoki-Mahl, die nicht auf dem Sutra-Blatt stehen. Unter jedem Text führt ein Weg ins Glossar.

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Text 1 von 10

Maka Hannya Haramita Shingyo

Das Herzsutra in der sino-japanischen Lesung

KAN JI ZAI BO SATSU GYO JIN HAN NYA HA RA MI TA JI SHO KEN GO ON KAI KU DO IS SAI KU YAKU SHA RI SHI SHIKI FU I KU KU FU I SHIKI SHIKI SOKU ZE KU KU SOKU ZE SHIKI JU SO GYO SHIKI YAKU BU NYO ZE SHA RI SHI ZE SHO HO KU SO FU SHO FU METSU FU KU FU JO FU ZO FU GEN ZE KO KU CHU MU SHIKI MU JU SO GYO SHIKI MU GEN NI BI ZES SHIN NI MU SHIKI SHO KO MI SOKU HO MU GEN KAI NAI SHI MU I SHIKI KAI MU MU MYO YAKU MU MU MYO JIN NAI SHI MU RO SHI YAKU MU RO SHI JIN MU KU SHU METSU DO MU CHI YAKU MU TOKU I MU SHO TOK KO BO DAI SAT TA E HAN NYA HA RA MI TA KO SHIN MU KEI GE MU KEI GE KO MU U KU FU ON RI IS SAI TEN DO MU SO KU GYO NE HAN SAN ZE SHO BUTSU E HAN NYA HA RA MI TA KO TOKU A NOKU TA RA SAM MYAKU SAM BO DAI KO CHI HAN NYA HA RA MI TA ZE DAI JIN SHU ZE DAI MYO SHU ZE MU JO SHU ZE MU TO DO SHU NO JO IS SAI KU SHIN JITSU FU KO KO SETSU HAN NYA HA RA MI TA SHU SOKU SETSU SHU WATSU GYA TEI GYA TEI HA RA GYA TEI HARA SO GYA TEI BO JI SOWA KA HAN NYA SHIN GYO

Widmung

JI HO SAN SHI I SHI FUSHI SON BU SA MO KO SAMO KO HO JA HO RO MI

Text 2 von 10

Herz Sutra

Das Herzsutra auf Deutsch

Avalokiteshvara Bodhisattva, in der Übung der tiefen transzendenten Weisheit, erkannte, dass alle fünf Skandhas leer sind und überwand so alles Leiden. Shariputra, Form ist nichts anderes als Leere, Leere nichts anderes als Form. Form ist wirklich Leere, Leere wirklich Form. Das Gleiche gilt für Empfindung, Wahrnehmung, Wollen und unterscheidendes Denken.

Shariputra, die Formen aller Dinge sind leer, sie entstehen nicht und vergehen nicht, sie sind nicht rein und nicht unrein, nehmen nicht zu und nicht ab. Daher ist in der Leere keine Form; weder Empfindung, Wahrnehmung, Wollen oder Bewusstsein, weder Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper oder Geist; weder Farbe, Ton, Duft, Geschmack, weder Berührbares oder Vorstellung; weder ein Bereich der Sinnesorgane noch ein Bereich des Geistes. Weder Unwissenheit noch ein Ende von Unwissenheit. Und so gibt es weder Alter noch Tod, noch ein Ende von Alter und Tod. Weder Leiden noch Entstehen von Leiden, kein Anhäufen, Vernichten, keinen Weg, weder Erkennen noch Erreichen.

Weil es nichts zu erreichen gibt, lebt ein Bodhisattva aus dieser Weisheit, ohne Hindernis im Geiste, ohne Hindernis und daher ohne Furcht. Jenseits aller Illusionen ist endlich Nirvana. Alle Erwachten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft leben aus dieser transzendenten Weisheit, erreichen die höchste Erleuchtung, vollkommen und unübertroffen. Wisse daher, dass die transzendente Weisheit das große heilige Mantra ist, das große strahlende Mantra, das unübertroffene Mantra, das unvergleichliche Mantra, das alle Leiden nimmt. Das ist wahr und ohne Fehl. Das ist das Mantra verkündet in der transzendenten Weisheit:

GATE GATE PARAGATEPARASAMGATE BODHI SVAHA

Widmung

Alle Buddhas, zehn Richtungen, drei Zeiten,Alle Wesen, Bodhisattvas, Mahasattvas,Weisheit jenseits von Weisheit,Maha Prajna Paramita.

Text 3 von 10

Metta Sutra

Das Sutra von der Güte, in der deutschen Fassung unseres Blatts

Darum bemühe Dich, wenn Du das Gute suchst, nachdem Du Stille und Einsicht gefunden hast: Sei energisch, aufrecht, ehrlich, sanft, ansprechbar, ohne Stolz, genügsam, bescheiden und zufrieden. Tue nichts Böses und nichts, das die Weisen nicht tun würden.

Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen sie in Frieden und Sicherheit leben. Alle Lebewesen, ob stark oder schwach, ob in hohen, mittleren oder tiefen Welten, groß oder klein, sichtbar oder unsichtbar, nah oder fern, geboren oder noch nicht geboren: Mögen alle Wesen glücklich sein.

Hintergehe niemanden und verachte niemanden, wo immer sie sich auch befinden mögen. Lass Dich nicht durch Wut und Ärger dazu verleiten, anderen etwas Schlechtes zu wünschen.

So wie eine Mutter ihr einziges Kind umsorgt und sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, um es zu beschützen, so behüte auch Du, mit einem unbegrenzten Geist, alle fühlenden Wesen und lass Deine Liebe über die ganze Welt verströmen: Nach oben und nach unten und in alle Himmelsrichtungen. Ob stehend, gehend, sitzend oder liegend: Wann immer Du wach bist, bemühe Dich um diese Gesinnung. Jenseits von Ansichten und Verlangen, mit einem klaren Geist, erzeugst Du kein Leiden mehr für Dich und andere.

Widmung

Alle Buddhas, zehn Richtungen, drei Zeiten,Alle Wesen, Bodhisattvas, Mahasattvas,Weisheit jenseits von Weisheit,Maha Prajna Paramita.

Text 4 von 10

Sandokai

Sekito Kisen, in der deutschen Fassung unseres Blatts

Der Geist des großen Weisen aus Indien wurde direkt von Westen nach Osten übermittelt. Menschen unterscheiden zwischen Dummen und Klugen, doch auf dem wahren Weg gibt es keine Patriarchen des Südens oder des Nordens. Die Quelle der Lehre ist rein und ohne Makel. Bäche, die sich verzweigen, fließen in der Dunkelheit. An einer Idee zu haften, ist Täuschung. Die Wahrheit zu erkennen, ist auch nicht immer Erleuchtung. Die Sinne und ihre Objekte sind eng miteinander verbunden und gleichzeitig voneinander unabhängig. Doch trotz ihrer unendlichen Verbundenheit haben sie alle ihren eigenen Ort. Dinge unterscheiden sich in Wesen und Form. Im Geschmack, Klang und Gefühl manifestieren sich gut und schlecht. Im Dunkeln sind hochwertig und minderwertig nicht zu unterscheiden. Im Hellen wird der Gegensatz von rein und unrein deutlich.

Die vier Elemente kehren zu ihrer Natur zurück, wie ein Kind zu seiner Mutter. Feuer erhitzt, Wind bewegt, Wasser nässt, Erde ist fest. Für die Augen gibt es Farbe und Form. Für die Ohren gibt es Klang. Für die Nase gibt es Geruch. Für die Zunge gibt es Geschmack. Jedes Phänomen entspringt der Wurzel, so wie Zweige und Blätter aus dem Stamm sprießen. Wurzel und Baumspitze kehren zu ihrer ursprünglichen Natur zurück. Hohe und niedrige Worte sind unterschiedlich.

In der Helligkeit, da ist tiefste Dunkelheit, hafte nicht an der Dunkelheit. In der Dunkelheit, da ist Helligkeit, aber suche nicht nach der Helligkeit. Dunkelheit und Helligkeit wechseln einander ab wie beim Gehen der vordere und hintere Fuß. Jedes Phänomen hat seinen Wert. Ihr solltet darauf achten, wie die Wahrheit zum Ausdruck gelangt. Das Relative passt zum Absoluten wie ein Deckel zu seinem Behälter. Das Absolute und das Relative entsprechen einander wie zwei Pfeile, die sich im Flug begegnen.

Hörst du die Worte, solltest du die Quelle der Lehre verstehen. Entwickle keine eigenen Maßstäbe. Erkennst du den Weg nicht mit deinen Augen, wie sollten dann deine Füße um ihn wissen? In der Übung fortschreiten ist weder fern noch nah. Im Zustand der Täuschung bist du Berge und Flüsse davon entfernt. Ich fordere alle Sucher der Wahrheit ehrerbietig auf: vergeudet eure Tage und Nächte nicht.

Widmung

Alle Buddhas, zehn Richtungen, drei Zeiten,Alle Wesen, Bodhisattvas, Mahasattvas,Weisheit jenseits von Weisheit,Maha Prajna Paramita.

Text 5 von 10

Kesa Sutra

Der Vers beim Anlegen des Kesa, japanisch und deutsch

Japanisch

DAI SAI GE DAP PUKUMU SO FUKU DEN EHI BU NYO RAI KYOKO DO SHO SHU JO

Deutsch

Großes Gewand der BefreiungFeld jenseits von Form und LeereDie Robe des Tathagata tragendMit allen Wesen Erwachen.

Text 6 von 10

Enmei Jukku Kannon Gyo

Kurzer Rezitationstext über Kannon, in der sino-japanischen Lesung

KAN ZE ONNA MU BUTSU YOBUTSU U INYO BUTSU U ENBUP PO SO ENJO RAKU GA JOCHO NEN KAN ZE ONBO NEN KAN ZE ONNEN NEN JU SHIN KINEN NEN FU RI SHIN

Text 7 von 10

Zufluchtnahme

Ti-Sarana, die dreifache Zuflucht, in Pali

Buddham Saranam GacchamiDhammam Saranam GacchamiSangham Saranam Gacchami

Dutyampi Buddham Saranam GacchamiDutyampi Dhammam Saranam GacchamiDutyampi Sangham Saranam Gacchami

Tatiyampi Buddham Saranam GacchamiTatiyampi Dhammam Saranam GacchamiTatiyampi Sangham Saranam Gacchami

Text 8 von 10

Dai Hi Shin Dharani

Das Dharani des großen mitfühlenden Herzens

NAMU KARA TAN NO TORA YA YA NAMU ORI YA BORYO KI CHI SHIFU RA YA FUJI SATO BO YA MOKO SATO BO YA MO KO KYA RUNI KYA YA EN SA HARA HA EI SHU TAN NO TON SHA NAMU SHIKI RI TOI MO ORI YA BORYO KI CHI SHIFU RA RIN TO BO NA MU NO RA KIN JI KI RI MO KO HO DO SHA MI SA BO O TO JO SHU BEN O SHU IN SA BO SA TO NO MO BO GYA MO HA TE CHO TO JI TO EN O BO RYO KI RU GYA CHI KYA RYA CHI I KIRI MO KO FUJI SA TO SA BO SA BO MO RA MO RA MO KI MO KI RI TO IN KU RYO KU RYO KE MO TO RYO TO RYO HO JA YA CHI MO KO HO JA YA CHI TO RA TO RA CHIRI NI SHIFU RA YA SHA RO SHA RO MO MO HA MO RA HO CHI RI YU KI YU KI SHI NO SHI NO ORA SAN FURA SHA RI HA ZA HA ZA FURA SHA YA KU RYO KU RYO MO RA KU RYO KU RYO KI RI SHA RO SHA RO SHI RI SHI RI SU RYO SU RYO FUJI YA FUJI YA FUDO YA FUDO YA MI CHIRI YA NORA KIN JI CHIRI SHUNI NO HOYA MONO SOMO KO SHIDO YA SOMO KO MOKO SHIDO YA SOMO KO SHIDO YU KI SHIFU RA YA SOMO KO NORA KIN JI SOMO KO MO RA NO RA SOMO KO SHIRA SU OMO GYA YA SOMO KO SOBO MOKO SHIDO YA SOMO KO SHAKI RA OSHI DO YA SOMO KO HODO MOGYA SHIDO YA SOMO KO NORA KIN JI HA GYARA YA SOMO KO MO HORI SHIN GYARA YA SOMO KO NAMU KARA TAN NO TORA YA YA NAMU ORI YA BORYO KI CHI SHIFU RA YA SOMO KO SHITE DO MODO RA HODO YA SO MO KO

Widmung

JI HO SAN SHI I SHI FUSHI SON BU SA MO KO SAMO KO HO JA HO RO MI

Text 9 von 10

Die großen Gelöbnisse

Shi Ku Sei Gan Mon, die vier Gelübde des Bodhisattva, japanisch und deutsch

Japanisch

SHU JO MU HEN SEI GAN DOBON NO MU JIN SEI GAN DANHO MON MU RYO SEI GAN GAKUBUTSU DO MU JO SEI GAN JO

Deutsch

Die Lebewesen sind zahllos, ich gelobe, sie alle zu retten.Täuschende Gedanken und Gefühle sind grenzenlos, ich gelobe, sie alle zu lassen.Die Dharma-Tore sind unzählbar, ich gelobe, zu allen zu erwachen.Buddhas Weg ist unübertroffen, ich gelobe, ihn zu verkörpern.

Text 10 von 10

Tischsprüche

Der Chant für das Oryoki-Mahl, vor und nach dem Essen. V: eine Stimme spricht vor, A: alle antworten

VUngezählte Zeitalter dumpfer Erwartung haben diesen wachen Augenblick unseres Lebens vorbereitet.

AWie können wir uns dafür dankbar erweisen?

VUnser Leben hängt von dieser Nahrung ab.

AWie können wir uns dafür dankbar erweisen?

VDie Mühe zahlloser Menschen hat uns diese Speise geschenkt.

AWie können wir uns dafür dankbar erweisen?

VLebendiges musste hier für uns leiden und sterben.

AWie können wir uns dafür dankbar erweisen?

AWir nehmen Zuflucht zu Buddha. Wir nehmen Zuflucht zu Dharma. Wir nehmen Zuflucht zu Sangha.

VFür alles Leiden.

ADank.

VFür alle Arbeit.

ADank.

VUnseren Eltern, Lehrern und Vorfahren.

ADank.

VDem Ursprung aller Gaben.

ADank.

AWir haben Essen zu uns genommen, damit wir leben und den Weg praktizieren können. Das Wasser offerieren wir den verschiedenen Geistern, damit sie Frieden finden. Om makula sai svaha.

AMögen wir im trüben Wasser mit der Klarheit einer Seerose existieren, so verbeugen wir uns mit Buddha.

Das Blatt zum Mitnehmen: gedruckt passt es gefaltet in die Jackentasche, am Telefon liegt es neben dem Kissen.

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