Kanji 源 (Quelle) in Pinselschrift
源

Japanisch  minamoto oder gen, je nach Wort

Quelle, Ursprung, Herkunft

Quelle eines Flusses, Ursprung einer Sache und Herkunft einer Linie.

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Was ist das Kanji für Quelle?

Eine Quelle ist klein genug, um übersehen zu werden, und stark genug, einen Fluss zu nähren. 源 (minamoto, gen) ist das Kanji für Quelle und Ursprung. Es fragt nicht nur, wo etwas begann. Es fragt, wovon es heute noch lebt.

Das Zeichen

Links fallen drei kleine Tropfen nach unten. Rechts steigt eine breite Form auf, in deren Mitte eine helle Öffnung zu liegen scheint. Das Wasser steht nicht still. Es findet an einer Kante vorbei seinen Weg.

Das Zeichen verbindet einen verborgenen Anfang mit sichtbarer Bewegung. Eine Quelle drängt nicht. Sie sammelt sich, tritt hervor und gibt weiter. Wer sie sucht, muss oft gegen die Richtung des Stroms gehen. Wer sie gefunden hat, kann sie nicht festhalten, ohne ihr Fließen zu verlieren.

Haiku

Unter altem Laub
beginnt ein kaum hörbarer
Weg durch das Tal.

Im Zen

Das Bild der Quelle lebt auch in der Übung. Wir suchen die Quelle einer Reaktion. Unter Ärger liegt vielleicht Angst, unter Eile der Wunsch, nicht fühlen zu müssen. Sitzen heißt dann nicht, eine schöne Erklärung zu erfinden. Es heißt, nah genug zu bleiben, bis die Bewegung sichtbar wird.

Genryū (源流) bedeutet die Quelle eines Flusses und den Ursprung von etwas, das weiterfließt, etwa einer Sprache oder Kultur. Eine Linie ist lebendig, wenn sie ihre Quelle nicht wie einen Besitz bewacht. Sie muss denselben Geist in einer neuen Zeit neu zur Welt bringen.

In der Altbäckersmühle

Auf der Karte Quelle stehen der Anfang eines Flusses und einer Überlieferung. Auf der Seite Geschichte des Zen reicht der Weg von Indien über China und Japan bis in die eigene Linie. Korea und Vietnam erscheinen dort als Linien mit eigener Tiefe.

Überlieferung

原 war das ältere Zeichen für die Quelle. 源 entstand später, indem das Wasserzeichen hinzukam. Es kann den Anfang eines Flusses und den Ursprung einer Sache bezeichnen. Im Wort 源流 kommen Quelle und Strom zusammen, Ursprung und Ausläufer einer Sache.

Zen kam nicht als unverändertes Wasser aus einem einzigen Behälter. Das Wort selbst ging von dhyāna über Chan zu Zen. Die Praxis nahm in China Gestalt an und wurde in Japan weitergeführt. Korea und Vietnam entwickelten eigene Linien. Quelle bedeutet hier nicht Reinheit ohne Wandel. Sie bedeutet eine Herkunft, zu der man in Beziehung bleibt.

Häufige Fragen

Bedeutet 源 nur eine Wasserquelle?

Nein. Es bezeichnet auch Ursprung, Herkunft oder Ausgangspunkt. Darum steht es in Wörtern für Geldquelle (財源), Wortherkunft (語源), Ressourcen (資源) und den Ursprung einer Kultur oder Überlieferung (源流).

Was ist der Unterschied zwischen 原 und 源?

原 ist das ältere Zeichen und kann ebenfalls Ursprung bedeuten. 源 fügt das Wasserzeichen hinzu und macht die Flussquelle deutlich. Beide Zeichen teilen den Gedanken des Anfangs, aber nicht jeden Gebrauch.

Warum ist 源 auch ein Familienname?

源 kann als Name Minamoto gelesen werden; den Namen trugen vor allem Nachkommen des Kaisers Saga. 源氏 (Genji) bezeichnet das Geschlecht der Minamoto, eines der vier großen Geschlechter, die man zusammen 源平藤橘 (genpeitōkitsu) nennt: Minamoto, Taira, Fujiwara und Tachibana. Diese Namensbedeutung steht neben Quelle und Ursprung.

Für Expert:innen

源 hat dreizehn Striche. Sein Radikal ist 水 in der Seitenform 氵, Nummer 85 unter den 214 Kangxi-Radikalen. Es gehört zu den Jōyō-Kanji und wird in der sechsten Klasse gelernt.

Das Zeichen verbindet 水, Wasser, mit 原, das den Klang gibt und zugleich die Bedeutung Ursprung trägt; darin stimmen 角川新字源 und Wiktionary überein. Dass 源 erst nach 原 entstand, sagt 角川新字源.

Die On-Lesung ist gen; Wiktionary führt daneben die Go-Lesung gon, die nicht in der amtlichen Liste steht. Die Kun-Lesung ist minamoto. Gebräuchliche Wörter sind 源 (minamoto), Quelle; 源流 (genryū), Quelle eines Flusses, Ursprung einer Sache; 震源 (shingen), Erdbebenherd; 源氏 (Genji), das Minamoto-Geschlecht.

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