
Japanisch taku oder sui, je nach Wort
Aussprache etwa ta-ku oder su-i, scharfes s wie in Bus
Kochen, vor allem von Reis und Getreide
Kochen, vor allem Reis und anderes Getreide garen, der Grundhandgriff der Klosterküche.

Japanisch taku oder sui, je nach Wort
Aussprache etwa ta-ku oder su-i, scharfes s wie in Bus
Kochen, vor allem von Reis und Getreide
Kochen, vor allem Reis und anderes Getreide garen, der Grundhandgriff der Klosterküche.
Kochen beginnt oft lange vor dem Essen. Wasser wird aufgesetzt, Reis gewaschen, Feuer bewacht. 炊 (taku, sui) ist das Kanji für Kochen, vor allem für das Garen von Reis und anderem Getreide.
Links drängt eine dichte Flamme nach oben. Rechts öffnet sich eine Gestalt mit weitem unteren Bogen. Ein Topf ist darin nicht zu sehen. In der Pinselschrift stehen Aufwärtsbewegung und offene Weite nebeneinander.
Darin lässt sich der Augenblick sehen, in dem Hitze etwas verwandelt. Reis nimmt Wasser auf. Dampf hebt den Deckel. Was hart war, wird weich und nährend. Das Zeichen bleibt dabei eng bei Reis, Getreide und Küchenarbeit.
Deckel hebt und sinkt.
Im Dampf verschwindet der Reis,
als Duft kehrt er wieder.
In einem Zen-Kloster gehört 炊飯, das Kochen von Reis, zur Aufgabe des Tenzo. Die Küche steht damit nicht am Rand der Übung. Das Feuer verlangt Aufmerksamkeit. Zu wenig Hitze lässt den Reis hart, zu viel verbrennt ihn. Wer kocht, kann diesen Augenblick nicht auf später verschieben.
Das macht aus Kochen noch keine besondere Meditationstechnik. Es bleibt Arbeit. Gerade deshalb kann es Praxis sein. Man hebt den Deckel, prüft das Wasser und tut, was jetzt nötig ist. Die Hingabe liegt nicht darin, die Tätigkeit feierlich zu nennen, sondern sie nicht nebenbei zu tun.
Die Karte Kochen nennt den Alltag der Klosterküche. Auf der Seite Kochen als Praxis verbindet die Mühle Küche, Jahreszeit, Vorrat und gemeinsames Arbeiten.
Dōgen erzählt von einem alten Tenzo, der in der Mittagshitze vor der Buddha-Halle Seetang trocknet. Auf den Vorschlag, einen Helfer einzusetzen, antwortet der Alte, andere seien nicht er selbst, und auf die Frage, warum gerade in dieser Hitze, wann solle er es sonst tun. Ein anderer alter Tenzo, den Dōgen auf einem Schiff im Hafen trifft, nennt sein Amt die Übung seines Alters, die er keinem anderen überlassen könne. Beide Szenen stellen Küchenarbeit nicht neben den Weg. Sie stellen sie mitten hinein.
Für Kochen im allgemeinen Sinn steht im Japanischen 料理 (ryōri). Dieses Wort bedeutete ursprünglich, eine Sache zu ordnen oder zu behandeln. Seine Küchenbedeutung entwickelte sich in Japan. 炊 zeigt also nicht die ganze Küche. Es zeigt einen ihrer grundlegenden Handgriffe: Getreide in Nahrung verwandeln.
Bedeutet 炊 einfach kochen?
Nur in einem engeren Sinn. 炊く (taku) meint vor allem das Garen von Reis und anderem Getreide. Das allgemeine Wort für Kochen, Küche oder Gericht ist 料理 (ryōri).
Steckt in 炊 ein Topf?
Nein. Links steht Feuer. Der rechte Teil ist die verkürzte Form des Lautteils 吹, blasen. „Feuer und Topf“ ist eine anschauliche Merkhilfe, aber keine sprachgeschichtliche Herleitung.
Ist 炊く einfach das allgemeine Wort für Kochen?
Nein. 炊く wird besonders für Reis und Getreide gebraucht. Das allgemeine Wort für Kochen, Küche oder Gericht ist 料理. In Westjapan, etwa im Kansai, kann 炊く auch das Sieden oder Schmoren von Gemüse meinen.
炊 hat acht Striche. Sein Radikal ist 火, Kangxi-Nummer 86. Es ist ein Jōyō-Kanji der Mittelstufe und hat keine alte japanische Form. Die On-Lesung ist sui. Die Kun-Lesungen sind taku und außerhalb der amtlichen Tabelle kashigu.
角川新字源 und Wiktionary erklären 炊 übereinstimmend als Laut-Bedeutungs-Zeichen. 火 ist der Bedeutungsteil. 吹, blasen, ist der Lautteil und erscheint verkürzt als 欠. Die ältere chinesische Bedeutung, ein Feuer durch Blasen zu entzünden, passt zum Bild, ist aber keine zusätzliche Herleitung des japanischen Küchenworts.
Gebräuchliche Wörter sind 炊く (taku), Reis kochen; 炊事 (suiji), Kochen oder Küchenarbeit; 炊飯器 (suihanki), Reiskocher; und 雑炊 (zōsui), Reissuppe mit Gemüse. Das 精選版 日本国語大辞典 belegt das ältere Verb kashiku, aus dem kashigu hervorging, mit einer Stelle des Nihon Shoki von 720 über das Reiskochen am Wegrand und erklärt es als Garen von Reis, Gerste oder Hirse durch Kochen oder Dämpfen; nach seiner Wortgeschichte meinte es zuerst das Dämpfen von Reis, seit dem Ende der Heian-Zeit das Kochen. Für kashigu steht auch die Schreibung 爨ぐ. Beim alten Tenzo steht im Tenzo Kyōkun das Zeichen 苔, Moos oder Alge; ja.wikipedia gibt es mit Seetang wieder und vermerkt, dass manche Texte dafür Pilze lesen. 料理 (ryōri) bezeichnet dagegen das Kochen im allgemeinen Sinn sowie ein Gericht oder eine Küche.
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