
Japanisch Fusatsu
Aussprache etwa fu-sa-tsu, scharfes s wie in Bus
Regeln und Bekenntnis
Regeln werden gehört, Fehler bekannt. Eine Gemeinschaft beginnt wieder klar.

Japanisch Fusatsu
Aussprache etwa fu-sa-tsu, scharfes s wie in Bus
Regeln und Bekenntnis
Regeln werden gehört, Fehler bekannt. Eine Gemeinschaft beginnt wieder klar.
Eine Gemeinschaft bleibt nicht klar, weil niemand Fehler macht. 布薩 (fusatsu) ist das Kanji für die halbmonatliche Versammlung, bei der Regeln rezitiert und Verfehlungen bekannt werden. Klarheit entsteht hier nicht aus Makellosigkeit, sondern aus dem Mut zur Rückkehr.
布 enthält das Tuch 巾 und einen alten Lautteil. Mit 布 sind Tuch, das Ausbreiten und das Verbreiten gemeint. 薩 ist dichter und seltener. Man gebrauchte es vor allem, um indische Laute zu übertragen, so auch in Bodhisattva.
Nebeneinander wirken die Zeichen wie ein schlichtes Tuch und ein fremder Klang. Das passt zu einer Praxis, die von Indien über China nach Japan wanderte. Doch die Nähe bleibt ein Lesebild. Bei Fusatsu handelt es sich um eine Lautübertragung, keine wörtliche Formel aus den heutigen Einzelbedeutungen.
Vollmond überm Dach
ein Fehler wird ausgesprochen
die Schale wird klar
Beim Fusatsu versammelt sich der Sangha traditionell zweimal im Monat, zu Neu- und Vollmond. Die Regeln werden rezitiert. Wer sie verletzt hat, bekennt die Verfehlung. So bleibt die Ordnung nicht nur ein Text: gemeinsam wird geprüft, ob sie gelebt wird.
In frühen Ordensgemeinschaften stand das Pāli Pātimokkha im Mittelpunkt, die Sammlung der Mönchs- und Nonnenregeln. Die chinesische Umschrift des Sanskritworts prātimokṣa, 波羅提木叉, liest man im Japanischen haradaimokusha. In China und Japan entstanden außerdem Mahāyāna-Formen mit den Bodhisattva-Geboten. Im heutigen Sōtō werden diese Gebote für das Bekenntnis verwendet.
Beim Fusatsu gehören die Rezitation der Regeln, Selbstprüfung und öffentliches Bekenntnis zusammen. Es geht damit um mehr als eine private Gewissensprüfung. Grundsätzlich müssen alle Ordinierten anwesend sein; die Versammlung soll die ganze Gemeinschaft rein halten.
In der Altbäckersmühle wird kein Fusatsu gefeiert. Die ältere Praxis begegnet dennoch an zwei Stellen. Auf der Seite Reue steht: „Alle halben Monate wurden beim Uposatha (布薩, fusatsu) die Regeln rezitiert und Verfehlungen eingestanden.“
Im Eintrag Okesa steht über das alte indische Ordensleben: „Das Fünf-Bahnen-Gewand trug man beim Schlafen und Arbeiten, das Sieben-Bahnen-Gewand bei Belehrung und Beichtfeier (布薩, fusatsu), das große Gewand beim Gang in Stadt und Hof.“ Mit der heutigen Form der Mühle hat das nichts zu tun.
Schon vor dem Buddhismus gab es in Indien vermutlich eine upavasatha genannte Feier mit anderem Inhalt. Der Buddhismus soll sie umgeformt übernommen haben. Im Pāli heißt die Versammlung uposatha; für das Sanskrit nennt man upavasatha, poṣadha und upoṣadha. Im Japanischen liest man die chinesische Lautübertragung 布薩 fusatsu.
In China wurden die Ordensregeln rezitiert. Daneben entstanden Mahāyāna-Formen des Bekenntnisses mit den Bodhisattva-Geboten. In Japan feierte man vor allem das Fusatsu nach dem 梵網経.
Was geschieht beim Fusatsu?
Der Sangha versammelt sich, hört die Regeln und bekennt Verfehlungen. Selbstprüfung erhält dadurch einen gemeinschaftlichen Rahmen.
Findet Fusatsu nur bei Vollmond statt?
Traditionell kommt der Sangha zweimal im Monat zusammen, zu Neu- und Vollmond. Je nach buddhistischer Schule und Land können Form und Kalender abweichen.
Welches Regelwerk wird rezitiert?
In frühen Ordensgemeinschaften war es das Pātimokkha. Im heutigen Sōtō werden für das Bekenntnis die Bodhisattva-Gebote verwendet. Die genaue Form hängt von der Überlieferung ab.
布 hat fünf Striche und steht unter 巾, Kangxi-Radikal 50. Es ist ein Jōyō-Kanji der fünften Klasse. Nach 角川新字源, dem englischen und dem japanischen Wiktionary, dem 普及版 字通 und dem 漢語多功能字庫 ist es ein Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 巾 als Bedeutungsteil und 父 als Lautteil; nach 角川新字源 und dem 漢語多功能字庫 ist 父 im heutigen Zeichen verändert. Im traditionellen Chinesisch schreibt man für das Ausbreiten auch 佈, in Festlandchina ordnet man 佈 als Nebenform ein. 布: On fu, außerhalb der amtlichen Liste ho; Kun nuno, außerhalb der amtlichen Liste shiku; nach Jisho auch kire. 薩 hat in der Druckform (印刷標準字体) siebzehn Striche und steht unter 艸, Kangxi-Radikal 140; nach Jisho auch 16 Striche in der erweiterten Neuform (拡張新字体), nach dem englischen Wiktionary 20. Es ist kein Jōyō-Kanji, aber seit 2004 für Namen zugelassen. Nach 角川新字源 ist 薩 ein Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 阜 (阝, Hügel) als Bedeutungsteil und 𦸰 als Lautteil. Nach dem englischen und dem japanischen Wiktionary, beide gestützt auf 岩松浅夫 (1991), ist 薩 eine Verbindung aus 𦵮, einer Nebenform von 薛, und 土; ursprünglich schrieb man Sanskrit sattva als 薛埵. Die chinesische Kurzform ist 萨. 薩: On satsu, nach Jisho, dem englischen und dem japanischen Wiktionary auch sachi; nach dem englischen Wiktionary die Kun-Lesung sukuu; alle Lesungen stehen außerhalb der amtlichen Liste.
Gebräuchlich sind 布, nuno oder fu, Tuch, 布団, futon, Sitzkissen oder Bettzeug, 布施, fuse, Geben oder Gabe, 布教, fukyō, Verbreitung einer Lehre, und 菩薩, bosatsu, nach Jisho auch bosachi, Bodhisattva. Erstbeleg nach dem 精選版 日本国語大辞典: 続日本紀, Eintrag 757; das Werk wurde 797 abgeschlossen. Pāli uposatha nach der ブリタニカ; Sanskrit upavasatha nach dem 精選版 und der ブリタニカ, nach dem 改訂新版 世界大百科事典 die Umschrift einer Volksform davon; poṣadha nach dem 日本大百科全書 und dem Glossar der Sōtōshū; upoṣadha nach der デジタル大辞泉. 波羅提木叉 nach dem 精選版 als Umschrift von Sanskrit prātimokṣa. 梵網経: Taishō Bd. 24, Nr. 1484.
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Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 219 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.
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