Kanji 托鉢 (Almosengang) in Pinselschrift
托鉢

Japanisch  Takuhatsu

Buddhistischer Almosengang

Eine leere Schale zeigt: Geben und Empfangen tragen dasselbe Leben.

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Was ist das Kanji für den Almosengang?

Eine leere Schale macht sichtbar, dass niemand allein lebt. 托鉢 (takuhatsu) ist das Kanji für den Almosengang buddhistischer Mönche und Nonnen. Eine Person gibt, eine andere empfängt, und für einen Augenblick tragen beide dasselbe Leben.

Das Zeichen

托 beginnt mit der Hand. 乇 gibt den Laut. Der alte Grundsinn ist, etwas auf die Hand zu legen oder mit der Hand zu tragen. 鉢 stellt Metall neben einen Lautteil, der heute wie 本 geschrieben wird. Welche ältere Form dahintersteht, wird verschieden erklärt.

Zusammen zeigen die Zeichen kein Fordern. Eine Hand hält eine Schale hin. Ob etwas hineinfällt, entscheidet nicht die Hand. Gerade diese offene Form macht Abhängigkeit sichtbar, ohne sie zu verstecken.

Haiku

Die Schale bleibt leer
eine Tür öffnet sich leis
Reis wärmt beide Hände

Im Zen

Beim Takuhatsu gehen Ordensleute mit einer Schale durch Straßen oder von Haus zu Haus und empfangen Nahrung oder Geld. Die gehende Person nimmt an, was gegeben wird, ohne die Gabe selbst zu bestimmen. Wirtschaftlich zählt die Gabe im heutigen japanischen Zen wenig; der Gang fördert Demut und Dankbarkeit.

In frühen buddhistischen Gemeinschaften gehörte der Gang um Nahrung zum Alltag wandernder Mönche. Mit festen Klöstern kamen Vorräte, Einladungen und gemeinsames Kochen hinzu. In China und Japan blieb der Almosengang dennoch erhalten. Im Zen erhielt er genaue gemeinsame Formen.

Heute sieht die Übung je nach Land anders aus. In Ländern des Theravāda wie Sri Lanka, Myanmar und Thailand gehen Mönche und Nonnen früh am Morgen mit der Schale durch den Ort. In japanischen Zen-Ausbildungsstätten tragen die Mönche Bambushut, weiße Gamaschen und Strohsandalen und gehen einzeln oder in Gruppen, oft in einer Reihe. Im Zen-Kloster spricht man von Takuhatsu auch, wenn Mönche und Nonnen zur Mahlzeit mit der Schale in die Halle gehen.

In der Altbäckersmühle

In der Altbäckersmühle wird kein Takuhatsu geübt. Dennoch ist vom Almosengang in Geschichte und Glossar des Hauses die Rede. Auf der Seite Schale steht: „Beim Bettelgang, 托鉢 (takuhatsu), wird die Schale zum Ort des Empfangens.“

Unter Ursprung und China liest man, dass die Chan-Klöster sich selbst versorgen wollten, ohne den Bettelgang abzuschaffen. Im Essay Kann Familie ein Ort der Praxis sein? gehört der Bettelgang zu einem Schritt aus Buddhas Zeit: „Er ging auf Wanderschaft und lebte vom Bettelgang.“

Überlieferung

In Indien war das Sammeln von Nahrung nicht auf den Buddhismus beschränkt. Frühe buddhistische Ordensleute übernahmen die Form und banden sie an Regeln. Im Theravāda spricht man beim Gang von piṇḍacāra und bei der empfangenen Speise von piṇḍapāta.

In China gebrauchte man das Wort 托鉢 seit der Song-Zeit. Der alte Austausch blieb konkret: Reis, Nahrung oder Geld gehen in die Schale. Erst aus dieser Wirklichkeit kann ein Bild für Empfangen und Geben wachsen.

Häufige Fragen

Ist Takuhatsu einfach Betteln?

Man sagt Bettelgang und Almosengang. In der buddhistischen Form ist der Gang an Regeln und Übung gebunden. Den Gebenden gibt er nach buddhistischem Verständnis Gelegenheit, Verdienst zu erwerben.

Wird Takuhatsu heute noch geübt?

Ja, unter anderem in Theravāda-Ländern und in japanischen Zen-Ausbildungsstätten. Kleidung, Ruf, Gaben und Ablauf unterscheiden sich. In der Altbäckersmühle gehört Takuhatsu nicht zur Praxis.

Warum schreibt man 托 und nicht 託?

Im Sinn von anvertrauen kann man 托 durch 託 ersetzen. In 托鉢 schreibt man 托 mit dem Handteil. Sein alter Grundsinn, etwas auf der Hand zu tragen, passt zur Schale des Almosengangs.

Für Expert:innen

托 hat sechs Striche und steht unter 手 in der Form 扌, Kangxi-Radikal 64. Es ist kein Jōyō-Kanji, aber seit 2004 für Namen zugelassen. Nach 角川新字源, dem englischen Wiktionary, dem 普及版 字通 und dem 漢語多功能字庫 ist 托 ein Laut-Bedeutungs-Zeichen: 手 trägt die Bedeutung, 乇 den Laut. 托: On taku, Kun oku, tanomu, osu, alle außerhalb der amtlichen Liste, weil das Zeichen kein Jōyō-Kanji ist; nach Jisho dazu takusuru. Im Sinn von anvertrauen schreibt man nach Kanjipedia und der デジタル大辞泉 statt 托 auch 託; im vereinfachten Chinesisch schreibt man nach dem englischen und dem japanischen Wiktionary auch für 託 das Zeichen 托. 鉢 hat dreizehn Striche und steht unter 金 in der Form 釒, Kangxi-Radikal 167. Es gehört seit 1981 zu den Jōyō-Kanji und wird in der Mittelstufe gelernt. Nach 角川新字源 ist 鉢 ein Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 金 und einem Lautzeichen, das im heutigen Zeichen zu 本 verändert ist; nach dem englischen Wiktionary ist 本 selbst der Lautteil, nach dem 普及版 字通 lautet die ältere Schreibung 盋 mit dem Lautteil 犮. Die traditionelle chinesische Form ist 缽, die vereinfachte 钵; nach dem japanischen Wiktionary und dem 普及版 字通 dazu die alte Schreibung 盋. 鉢: On hachi, hatsu erst in der Oberstufe, keine Kun-Lesung.

Gebräuchlich sind 鉢, hachi, Schale oder Topf, 鉢植え, hachiue, Topfpflanze, und 鉢巻, hachimaki, Stirnband. Fachwörter sind 衣鉢, ihatsu oder ehatsu, Robe und Schale, und 応量器, ōryōki, die Essschalen buddhistischer Übender, nach der デジタル大辞泉 heute auch die eiserne Schale beim Takuhatsu. Erstbelege nach dem 精選版 日本国語大辞典: 東海夜話 (um 1645) für den Almosengang, 寛永十年刊本無門関鈔 (frühes 17. Jahrhundert) für den Gang zur Mahlzeit. Das indische Wort: pindapātika nach dem 精選版 日本国語大辞典, piṇḍapātika nach der ブリタニカ, paiṇḍapātika nach dem 改訂新版 世界大百科事典, piṇḍapāta (Pāli und Sanskrit) nach dem 日本大百科全書, bhikṣācarya nach der japanischen Wikipedia; die Trennung von piṇḍacāra und piṇḍapāta im Theravāda nach der englischen Wikipedia.

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