
Japanisch Juki
Aussprache etwa dschu-ki
Zusage künftiger Buddhaschaft
Juki ist die Zusage künftiger Buddhaschaft. Sie öffnet einen Weg, ohne ihn abzunehmen.

Japanisch Juki
Aussprache etwa dschu-ki
Zusage künftiger Buddhaschaft
Juki ist die Zusage künftiger Buddhaschaft. Sie öffnet einen Weg, ohne ihn abzunehmen.
Niemand ist schon fertig. 授記 (juki) ist das buddhistische Wort für die Zusage, dass ein Mensch auf seinem Weg künftig Buddhaschaft verwirklichen wird. Es sagt keinen leichten Weg voraus. Es widerspricht dem endgültigen Urteil über ein Leben.
Juki besteht aus zwei Zeichen. 授 zeigt links die Hand. Es bedeutet geben, überreichen oder verleihen. Rechts steht 受, empfangen, das zugleich den Laut trägt. 記 zeigt links 言, Wort und Sprache, rechts 己 als Lautteil. Es bedeutet aufzeichnen und im Gedächtnis behalten; als Wort meint es auch eine Aufzeichnung oder ein Zeichen.
Zusammen lassen sich die Zeichen als Geben und Aufzeichnen lesen. Etwas wird zugesprochen und bezeugt. Doch die Zusage ist kein Besitz, den jemand einsteckt. Sie nimmt keinen einzigen Schritt ab.
Ein Name wird genannt.
Der Weg liegt noch unbetreten.
Morgenlicht im Staub.
授記 gibt das Sanskritwort vyākaraṇa wieder. Es bezeichnete zunächst die Zergliederung und Erklärung einer Lehre, auch in Frage und Antwort, dann die Voraussage des Buddha über einzelne Mönche und schließlich vor allem die Zusage künftiger Buddhaschaft. Im Lotus-Sūtra erhalten Schüler des Buddha diese Zusage. Die Kapitel 6, 8 und 9 führen sie schon im Titel oder Gegenstand.
Dōgen widmet 授記 ein eigenes Kapitel des Shōbōgenzō. Er behandelt Juki nicht als Belohnung am Ende eines makellosen Weges. Auch das Hören eines Wortes, die Freude an einem Vers und eine Möglichkeit, die noch niemand sieht, können darin liegen. Der nächste Atemzug ist weder Freispruch noch Urteil. Er ist der Ort, an dem der Weg weitergeht.
Im Verzeichnis der Schriftzeichen trägt 授記 die Karte Juki. Der Essay Juki: Der Weg, der uns zugesprochen wird eröffnet den Leseweg Dōgen im Leben.
Der Text liest 授 als Geben und 記 als Aufzeichnen oder Bestätigen. Etwas wird von einem Menschen zum anderen weitergegeben. Juki ist dort mehr als eine Vermutung: Etwas wird ausgesprochen und bezeugt. Sein Gegenbegriff ist nicht der Zweifel, sondern das endgültige Urteil. Damit berührt die alte Zusage eine sehr gegenwärtige Frage: Ist ein Mensch jemals abgeschlossen?
Ein berühmtes Bild der Überlieferung erzählt von Dīpaṅkara und dem Asketen Sumedha. Dīpaṅkara sagt ihm die künftige Buddhaschaft als Śākyamuni zu. Auch die Zusagen an Maitreya und an Dharmākara gehören in dieses Feld.
Kumārajīvas chinesische Übersetzung des Lotus-Sūtras stammt von 406. Dōgens Kapitel steht als Nummer 21 in der Fassung des Shōbōgenzō mit fünfundsiebzig Kapiteln.
Ist Juki eine Prophezeiung?
Ja, im Sinn einer Voraussage: Ein Buddha sagt einem Schüler zu, dass er künftig Buddhaschaft verwirklicht. Im sechsten Kapitel des Lotus-Sūtras nennt diese Zusage für Mahākāśyapa schon den künftigen Buddha-Namen, sein Land und sein Weltzeitalter. Mit Wahrsagerei hat das nichts zu tun, und den Weg dorthin nimmt die Zusage niemandem ab.
Was hat Juki mit dem Lotus-Sūtra zu tun?
Mehrere Kapitel erzählen, wie Schüler des Buddha die Zusicherung künftiger Buddhaschaft erhalten. Im sechsten, achten und neunten Kapitel steht sie schon im Titel.
Ist 授記 ein einzelnes Kanji?
Nein. Das Wort besteht aus 授 und 記 und wird juki gelesen. Daneben gibt es die Schreibung 受記.
授 hat elf Striche und steht unter dem Kangxi-Radikal 手, Nummer 64. 記 hat zehn Striche und steht unter dem Kangxi-Radikal 言, Nummer 149. 授 wird in der fünften, 記 in der zweiten Grundschulklasse unterrichtet. In nicht amtlichen JLPT-Listen steht 授 bei N1 und 記 bei N3. Eine japanische alte Form gibt es für beide nicht. In der vereinfachten chinesischen Schrift wird 記 als 记 geschrieben; 授 bleibt unverändert.
角川新字源 beschreibt 授 als 会意形声: 手 trägt die Hand, 受 gibt den Laut und beteiligt sich an der Bewegung von Empfangen und Geben. Das englische und das japanische Wiktionary ordnen 授 als Lautbedeutungszeichen ein: 手 ist Bedeutungsteil, 受 Lautteil. Bei 記 stimmen alle überein: 言 trägt die Bedeutung, 己 den Laut ki. 授 hat die Lesungen ju, sazukeru und sazukaru; 記 die Lesungen ki und shirusu. Gebräuchliche Wörter sind 授業 (jugyō), Unterricht; 授与 (juyo), Verleihung; 記録 (kiroku), Aufzeichnung; 記憶 (kioku), Gedächtnis; und 日記 (nikki), Tagebuch. Als frühesten Beleg ihrer Sammlung für 授記 nennt die Auswahlausgabe des Nihon Kokugo Daijiten (精選版) das 法華義疏 (Hokke gisho), einen Kommentar zum Lotus-Sūtra aus der ersten Hälfte des siebten Jahrhunderts, der Prinz Shōtoku zugeschrieben wird; die Zuschreibung wird heute bezweifelt.
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