
Japanisch mu oder nai, je nach Wort
nicht, ohne, nicht vorhanden
無 bedeutet nicht, ohne oder nicht vorhanden. Jōshūs Mu nimmt der fertigen Antwort den Platz.

Japanisch mu oder nai, je nach Wort
nicht, ohne, nicht vorhanden
無 bedeutet nicht, ohne oder nicht vorhanden. Jōshūs Mu nimmt der fertigen Antwort den Platz.
Manche Antworten geben nichts zum Mitnehmen. 無 (mu, nai) ist das Kanji für nicht, ohne oder nicht vorhanden. Im Mumonkan, Fall 1, antwortet Jōshū einem Mönch mit Mu. Das Wort ist gewöhnlich, die Stelle ist es nicht.
Die ältesten Formen zeigen einen tanzenden Menschen mit Schmuck in den Händen. Das Zeichen wurde wegen seines Lautes für Verneinung und Abwesenheit entliehen. Die ursprüngliche Bedeutung Tanz ging in 舞 weiter.
Unten stehen heute vier Punkte, die wie das Feuerzeichen 灬 aussehen. Sie gehören jedoch nicht zu einer Geschichte des Verbrennens. Das Radikal Feuer ist die heutige Einordnung, nicht die Herkunft des Zeichens. 無 trägt damit ein altes Bild, dessen ursprüngliche Bedeutung nicht mehr seine gewöhnliche Bedeutung ist.
Der Hund bellt einmal.
Die Frage fällt aus der Hand.
Mu füllt keine Lücke.
Ein Mönch fragt Jōshū nach der Buddha-Natur eines Hundes. Jōshū antwortet Mu. Die Frage lädt zu Ja oder Nein ein, doch Mu lässt sich nicht wie eine richtige Auskunft neben eine falsche legen. In der Kōan-Übung wird es nicht nur erklärt, sondern mit dem ganzen Körper untersucht.
無 ist nicht dasselbe Zeichen wie 空 (kū), Leerheit. Beide können in Übersetzungen das Feld von Abwesenheit oder Nichts berühren, ihre Lehrzusammenhänge sind verschieden. Mu ist auch kein geheimer Name eines metaphysischen Nichts. Es unterbricht die Gewohnheit, die Erfahrung sofort in vorhanden und nicht vorhanden, richtig und falsch zu teilen.
Im Verzeichnis der Schriftzeichen trägt 無 die Karte Mu. Der Essay Jōshūs Mu widmet sich Mumonkan, Fall 1, und stellt ihm zwei Gespräche aus dem Shōyōroku, Fall 18, zur Seite.
Der Hund ist dort nicht derjenige, um den es geht. Die Frage fällt auf den Mönch zurück. Das Wissen ist nicht falsch, es ist nur noch nicht durch die Schranke gegangen. Diese Schranke besteht im Griff nach einer Antwort, die uns ersparen soll, selbst hindurchzugehen. Jōshūs Mu lässt niemanden übrig, den der Mönch an seiner Stelle fragen könnte.
無 ist viel älter als die Kōan-Sammlung. Schon im klassischen Chinesisch dient es als Wort für „nicht haben“ und „ohne“. In buddhistischen Wörtern erscheint es etwa in 無常 (mujō), Unbeständigkeit, und 無我 (muga), Nichtselbst.
Wumen Huikai stellte das Mumonkan 1228 zusammen, die Sammlung umfasst achtundvierzig Fälle. Jōshūs Mu steht als Fall 1 an ihrem Eingang. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde Mu auch als Zurückweisung einer falsch gestellten Frage gelesen, etwa bei Robert M. Pirsig (1974) und Douglas R. Hofstadter (1979). Diese spätere Deutung ersetzt den Kōan-Zusammenhang nicht.
Bedeutet Mu einfach Nein oder das Nichts?
無 kann verneinen und Abwesenheit bezeichnen. Im Kōan erschöpft sich Mu weder in einer sachlichen Antwort mit Nein noch in einem metaphysischen Nichts.
Ist 無 dasselbe wie Leerheit?
Nein. Leerheit wird gewöhnlich mit 空 geschrieben. 無 und 空 können sich in Übersetzungen berühren, sind aber nicht austauschbar.
Ist 无 die japanische Schreibung von Mu?
Gewöhnlich nicht. Japanisch schreibt man 無 mit zwölf Strichen. 无 ist die vereinfachte chinesische Form mit vier Strichen und gilt in Japan nur als Nebenschreibung außerhalb der Jōyō-Liste.
無 hat zwölf Striche und steht unter dem Kangxi-Radikal 火, Nummer 86, in der Form 灬. Es ist ein Jōyō-Kanji der vierten Grundschulklasse. Eine japanische alte Form gibt es nicht. Die vereinfachte chinesische Form 无 hat vier Striche; das englische Wiktionary nennt ihre Herkunft ungeklärt, belegt sie seit der Zeit der Streitenden Reiche und nennt ihre Wiederaufnahme in der Volksrepublik China 1956. Das Daijisen und das Nihon Kokugo Daijiten führen 无 als Nebenschreibung von 無.
角川新字源, das englische und das japanische Wiktionary und 字通 ordnen 無 als Bildzeichen eines tanzenden Menschen ein; das Zeichenlexikon hangulhanja.com beschreibt dieselbe Form. Die Bedeutung „nicht“ entstand durch Lautentlehnung (仮借), die Tanzbedeutung trägt 舞. Die On-Lesungen sind mu und bu, die Kun-Lesung nai. Das englische und das japanische Wiktionary führen außerdem die Tō-on-Lesung mo. Gebräuchliche Wörter sind 有無 (umu), Vorhandensein oder Fehlen; 皆無 (kaimu), nicht vorhanden; und 虚無 (kyomu), das Nichts. Buddhistische Fachwörter sind 無常 (mujō), Unbeständigkeit, und 無我 (muga), Nichtselbst.
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