Kanji 造 (Schaffen) in Pinselschrift
造

Japanisch  zō oder tsukuru, je nach Wort
Aussprache  etwa dsoo oder tsu-ku-ru

bauen, herstellen

Bauen und Herstellen. Mit den Händen entsteht, was den Weg trägt.

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Was ist das Kanji für Schaffen?

Was mit den Händen entsteht, bleibt in den Händen. 造 (zō, tsukuru) ist das Kanji für Schaffen im Sinn von bauen und herstellen. Für das Neuschaffen kennt das Japanische die eigene Schreibung 創る.

Das Zeichen

Links und unten läuft 辶, der Bestandteil für Gehen. Rechts steht in der heutigen Form 告. Die älteste Bedeutung von 造 war nicht Herstellen, sondern hingehen und ankommen. Für bauen und herstellen wurde das Zeichen später wegen seines Lautes entliehen.

Über den rechten Teil gehen die Herleitungen auseinander. Eine Lesart nimmt 告 als Lautteil. Eine zweite erkennt in den frühen Formen einen anderen Lautbestandteil, der erst später wie 告 geschrieben wurde. Eine dritte sieht ein rituelles Bild. Das moderne Lernbild von Gehen und Verkünden ergibt deshalb keine sichere Herkunft.

Heute steht 造 in 木造, mokuzō, Holzbau, 製造, seizō, Herstellung, 造形, zōkei, Formgebung, und 構造, kōzō, Aufbau oder Struktur.

Haiku

Holz gibt Widerstand
die Hand folgt seiner Faser
ein Bogen entsteht

Im Zen

Schaffen ist im Zen kein Beweis besonderer Genialität. Es beginnt mit Material, Grenze und Wiederholung. Wer etwas baut, muss auf das hören, was sich nicht beliebig machen lässt. Holz hat eine Faser, ein Werkzeug ein Gewicht, eine Aufgabe eine Form.

造 bringt Bewegung und Herstellung in ein Zeichen. Das passt zu einem Tun, das nicht nur im Kopf entwirft. Ein Werk entsteht Schritt für Schritt und verändert zugleich die Person, die daran arbeitet. Aufmerksamkeit zeigt sich in einer Verbindung, die hält.

In der Altbäckersmühle

Die Karte Schaffen nennt Bauen und Herstellen. Auf der Seite Bogenbau entstehen Langbögen, die englischen Langbögen ähneln. Solche Bögen „können mit recht einfachen Werkzeugen aus Holz hergestellt werden“, sagt die Seite; sie nennt Bögen aus Rattan und aus einheimischen Hölzern wie Robinie und Esche. Während der Arbeit wird „immer wieder geschaut, gefühlt, probiert, ob die Arme gleichmäßig abgetragen werden“.

Die Seite nennt Gerhard Wiedemann als Bogenbauer und Kursleiter. Sie sagt: „Wer seinen Bogen selbst gebaut hat, schießt anders. Die Hände kennen das Holz, die Spannung, den Widerstand.“ 造 ist dafür genauer als ein grenzenloses Wort wie Kreativität. Der Bogen wird gebaut und muss seine Kraft tragen.

Überlieferung

In den chinesischen Bronzeinschriften steht 造 für hingehen und ankommen und in einem Amtstitel. Die Bedeutung herstellen trat später in den Vordergrund. Die alte Richtung des Ankommens lebt noch in 造詣, zōkei, dem tiefen Können, zu dem jemand gelangt ist.

Im Japanischen teilen 作る und 造る die Lesung tsukuru. 作る ist die allgemeine Schreibung für machen und herstellen. 造る steht besonders für große Dinge wie Häuser und Schiffe, für Bau und Herstellung im Großen und für das Brauen von Sake. 創る betont das schöpferisch Neue.

Häufige Fragen

Was unterscheidet 作 von 造?

作 ist das allgemeinere Zeichen für machen, arbeiten und ein Werk hervorbringen. 造 steht besonders für das Bauen großer Dinge, für Herstellung im Großen und für das Brauen. Beide können tsukuru heißen.

Bedeutet 造 wirklich schaffen?

Im Sinn von bauen und herstellen ja. Das Zeichen steht aber auch in 創造, sōzō, Schöpfung. Für das Verb im Sinn von neu erschaffen kennt das Japanische die Schreibung 創る.

Besteht 造 aus gehen und verkünden?

So lässt sich die heutige Form zerlegen. Die frühen Formen des rechten Teils werden jedoch unterschiedlich gelesen. Als Herkunft ist die einfache Geschichte unsicher.

Für Expert:innen

造 hat in der heutigen japanischen Form zehn Striche, die alte Form elf. Es steht unter dem Kangxi-Radikal 辵, Nummer 162, und ist ein Jōyō-Kanji der fünften Grundschulklasse. 角川新字源 und 説文解字 lesen 辶 als Bedeutungsteil und 告 als Lautteil. Das 漢語多功能字庫 nach Chen Jian und das japanische Wiktionary nach Ōnishi Katsuya und Chen Jian erkennen in den frühen Formen einen anderen Lautbestandteil. 字通 deutet ein Ritualbild. Alle führen zur frühen Bedeutung hingehen oder ankommen. Die amtliche On-Lesung ist zō, die amtliche Kun-Lesung tsukuru; itaru, naru, hajimeru und miyatsuko stehen außerhalb der Jōyō-Tabelle. Gebräuchliche Wörter sind 木造, mokuzō, Holzbau; 製造, seizō, Herstellung; 造形, zōkei, Formgebung; 創造, sōzō, Schöpfung; und 構造, kōzō, Aufbau.

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