Kanji 枯山水 (Zen-Garten) in Pinselschrift
枯山水

Japanisch  Karesansui
Aussprache  etwa ka-re-san-su-i, scharfes s wie in Bus

Japanischer Trockengarten

Trockengarten: Stein und weißer Sand zeigen Berge und Wasser ohne Wasser.

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Was ist das Kanji für Zen-Garten?

Ein Garten kann Wasser zeigen, ohne einen Tropfen zu führen. 枯山水 (karesansui) ist das Kanji für einen japanischen Trockengarten aus Stein, Kies und Sand. Zen-Garten ist ein verbreiteter westlicher Name, keine wörtliche Übersetzung.

Das Zeichen

In 枯 steht links ein Baum, rechts 古. Das Wortfeld reicht von verdorren bis austrocknen. Danach ragen 山, Berg, und 水, Wasser, auf. Zusammen entsteht eine Landschaft, in der das wirkliche Wasser fehlt und im Sehen dennoch gegenwärtig werden kann.

Geharkter Sand oder Kies kann Wasser andeuten, Steine können Berge oder Inseln bilden. Doch die Dinge bleiben zugleich Kies und Stein. Der Garten muss nicht wie ein Bilderrätsel aufgelöst werden.

Haiku

Im weißen Kies ruht
das Wasser ohne zu fließen
ein Stein hält den Berg

Im Zen

Die heute vertraute Form des Karesansui entwickelte sich in der Muromachi-Zeit besonders an Zen-Tempeln. Chinesische Landschaftsmalerei und Gedanken schlichter, stiller Kargheit wirkten dabei zusammen. Auf engem Raum entstand eine ganze Landschaft aus wenigen Mitteln.

Der Stil blieb nicht auf Zen beschränkt. Trockengärten finden sich auch bei Tempeln anderer Schulen, bei Schreinen und an Wohnhäusern. Darum trägt nicht jeder Karesansui eine festgelegte religiöse Botschaft.

Beim Betrachten kann die sparsame Form das Auge verlangsamen. Eine Steinfläche, die Körnung des Kieses, Moos und Schatten werden deutlich. Das ist eine mögliche Erfahrung vor dem Garten, keine Vorschrift des Zen.

In der Altbäckersmühle

Die Seite Garten sagt: „枯山水 (karesansui) bezeichnet den Garten ohne Wasser. Steine und weißer Sand stellen darin Berge und Gewässer dar.“ Sie verbindet die Form mit der Muromachi-Zeit und dem Einfluss des Zen.

Die Seiten Berg und Wasser erklären 山 und 水. Die Seite Wasser nennt 山水 „Berge und Gewässer, die Landschaft“. 枯 stellt davor die Trockenheit.

Überlieferung

Die Zeichenfolge 枯山水 erscheint schon im 作庭記, dem ältesten japanischen Gartenbuch. Dort wurde sie anders gelesen und bezeichnete eine trockene Steinsetzung innerhalb einer größeren Anlage, nicht den ganzen Gartentyp von heute. Erst später wurde der ganze Hof zum trockenen Landschaftsgarten.

Der Ryōan-ji wurde 1450 gegründet. Sein berühmter Garten besteht aus fünfzehn Steinen in fünf Gruppen auf weißem Sand. Wer ihn anlegte und wann, bleibt offen. Beim Daisen-in entstand der Garten um 1513; dass Sōami ihn schuf, ist Überlieferung.

Der englische Ausdruck zen garden erscheint früh in einem Buch von Loraine Kuck aus dem Jahr 1935. Er entstand im frühen 20. Jahrhundert bei westlichen Kunstkritiker:innen und wurde oft zur Erklärung der Trockengärten gebraucht, obwohl der japanische Stil älter und nicht auf Zen-Orte beschränkt ist.

Häufige Fragen

Ist jeder Karesansui ein Zen-Garten?

Nein. Viele berühmte Beispiele liegen an Zen-Tempeln, und der Zen prägte ihre Entwicklung. Der Stil ist jedoch nicht auf Zen-Orte beschränkt.

Heißt es karesansui oder karesensui?

Karesansui ist heute die gebräuchlichste Lesung. Karesensui und kosensui kommen ebenfalls vor. Dabei wird 山 mit sen gelesen.

Wer schuf den Garten des Ryōan-ji?

Das ist nicht sicher bekannt. Überliefert ist, dass Sōami ihn schuf; nach der Überlieferung des Tempels legten Zen-Mönche ihn um 1499 an. Weder der Urheber noch die Zeit ist geklärt, die Datierungen reichen von der Muromachi- bis in die Edo-Zeit.

Für Expert:innen

枯 hat neun Striche und steht unter Kangxi-Radikal 75, 木. Es ist ein Jōyō-Kanji der Mittelstufe und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N2. Nach 角川新字源 sowie dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist es ein Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 木 und 古. 山 hat drei Striche und ist Kangxi-Radikal 46, 水 hat vier Striche und ist Kangxi-Radikal 85. Beide werden in der ersten Klasse gelernt; nach 角川新字源 sind es Bildzeichen eines aufragenden Berges und fließenden Wassers. In karesansui gilt bei 枯 die Kun-Lesung kare, bei 山 und 水 gelten die On-Lesungen san und sui. In karesensui wird 山 als sen gelesen. 枯 hat die On-Lesung ko und die Kun-Lesungen kareru und karasu, außerhalb der amtlichen Liste karabiru; nur das englische und das japanische Wiktionary führen die Go-Lesung ku. Bei 山 steht sen außerhalb der amtlichen Liste.

Jisho markiert als gebräuchlich 枯れる (kareru), verdorren. Für das Wortfeld wichtig sind außerdem 山水 (sansui), Berge und Wasser oder Landschaft, und 石庭 (sekitei), Steingarten, auch wenn Jisho sie nicht als gebräuchlich markiert. Das 日本大百科全書 nennt neben karesansui fünf weitere Lesungen, die デジタル大辞泉 und das 精選版 日本国語大辞典 je drei. Das 精選版 日本国語大辞典 führt als frühesten Beleg das 作庭記 und datiert es auf um 1040, mit Fragezeichen; die デジタル大辞泉 setzt das Werk in die Kamakura-Zeit und lässt Verfasser und Jahr offen.

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