»Zen und Qigong mit italienischer Klosterküche« 04.06.-07.06.2026
Ab 160,00 €
Zen und Qi Gong mit italienischer Klosterküche
Vier Tage in der Altbäckersmühle, in denen Stille nicht als Abwesenheit, sondern als Zuhause erlebt wird. Wir praktizieren Zazen in klarer, schlichter Form und lassen den Geist zur Ruhe kommen, ohne ihn zu bedrängen.
Das Qi Gong mit Matthias begleitet diese Tage wie ein stiller Bachlauf: weich, durchlässig, wach. Wir üben mit Atem, Haltung und Bewegung und kommen dabei in Kontakt mit dem, was im Daoismus Qi genannt wird. Nicht als Idee, sondern als erfahrbare Lebendigkeit im Körper. Die Übungen sind ruhig, fließend und für Menschen aller Altersgruppen geeignet. Oft merkt man erst im Nachhinein, wie viel sich im Körper sortiert und wie Altes sich lösen darf.
Ein Teil der Praxis geschieht auch im Stillen: Qi Gong im Sitzen, Stehen oder Liegen. Diese Formen bilden eine natürliche Brücke zur Meditation und lassen die Bewegung nach innen sinken.
Das Retreat findet im Schweigen statt. Kein Smalltalk, keine Erklärungsflut, kein Austausch, der sich wichtig nimmt. Stattdessen entsteht eine besondere Nähe, die ohne Worte auskommt. Man hört den Wald deutlicher, die Schritte auf dem Weg, das Klopfen des eigenen Herzens und manchmal dieses feine innere Lächeln, das sich zeigt, wenn niemand etwas darstellen muss.
Jeden Tag gehört eine Stunde Samu dazu, gemeinsames Arbeiten als Dienst für den Sangha. Vielleicht im Garten, vielleicht im Haus. Praktisch, bodenständig, mit Händen, die erfahren dürfen, dass Übung nicht nur auf dem Kissen stattfindet. Samu bringt die Praxis ins Tun, macht sie erdig und oft überraschend heiter.
Kulinarisch werden diese Tage von Serena getragen. Ihre italienisch inspirierte Klosterküche ist einfach, duftend und nahrhaft. Gute Zutaten, klare Aromen, ein Essen, das nicht ablenkt, sondern sammelt. Wie in einer kleinen Trattoria, nur dass die Gespräche wegfallen und dadurch etwas anderes hörbar wird. Auch das gemeinsame Essen wird so zur Praxis, warm und still, ein Fest ohne Lärm.
Diese Tage sind offen für Menschen mit und ohne Vorerfahrung. Wer neu ist, findet eine klare Führung. Wer länger übt, findet Raum, tiefer zu sinken. Am Ende nimmst du vielleicht keine neuen Antworten mit, aber oft etwas Wertvolleres: eine ruhigere Frage und einen Körper, der sich wieder an Gegenwart erinnert.
Bilder unserer Zimmer
Event Details
Beginn: 04/06/2026
Enddatum: 07/06/2026
Beginn: 18:00 CET
Bis: 10:30 CET
Ort: ZEN ZENTRUM ALTBÄCKERSMÜHLE Singhofen, Rheinland-Pfalz 56379 Deutschland
Telefonnummer: +49 151 5463 0475
Email: info@zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de
MICHAEL HOKAI ÖSTERLE
HoKais Lebensweg war von intensiven Herausforderungen und tiefgreifenden Wandlungen geprägt. Nach einem Studium der Politikwissenschaft führte ihn ein Gefängnisaufenthalt zu einer radikalen Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Lebenswerten. Diese prägende Zeit war für ihn ein Wendepunkt, der ihm den Wert innerer Klarheit und eines bewussten Lebens eröffnete.
Nach der Erfahrung der Gefangenschaft entschied sich HoKai für einen neuen beruflichen Weg und ließ sich zur Pflegefachkraft ausbilden. In den darauffolgenden Jahren arbeitete er in der Gerontopsychiatrie und übernahm schließlich die Leitung einer Einrichtung. Der tägliche Umgang mit Menschen in Grenzsituationen des Lebens lehrte ihn die Bedeutung von Mitgefühl, Präsenz und Menschlichkeit – Werte, die bis heute sein Leben und seine Zen-Praxis prägen.
Seine spirituelle Reise begann früh. Schon seine Eltern führten ihn in die Zen-Praxis ein. Doch die entscheidende Inspiration fand er in der Begegnung mit Kobun Chino Roshi. Das war Ende der 1990er Jahre. Kobuns heiter-gelassenes Wesen und sein ansteckendes Lachen gaben HoKai eine klare Ausrichtung. Sie wurden ihm zu einem Vorbild für Zen als lebendige, zutiefst menschliche Praxis.
HoKais Zen-Wanderschaft führte ihn zu Vanja Palmers und Reb TenShin Anderson, die ihn in die Formen der Soto-Tradition einführten. 2004 wurde er von Vanja zum Zen-Priester ordiniert. 2008 empfing er auch von Reb Tokudo, und 2016 übertrug ihm Vanja im JiKoJi, Kobun's erstem Tempel in den USA, ein Dharma. Die Dharmanachfolge hier in der Altbäckersmühle übergaben ihm seine Eltern, KyuSei und GenKi Österle.
Seit über 40 Jahren widmet sich HoKai dem Bogenschießen, das ihn knapp zehn Jahre länger begleitet als die formale Meditation. Für ihn ist der Bogen ein Upaya – ein Hilfsmittel, das Körper und Geist in Einklang bringt. In dieser Praxis verschmelzen Stand, Ausrichtung und Zentrierung mit Fokussierung und Anspannung, während zugleich die Kunst des Loslassens und der Entspannung geübt wird. Diese Prinzipien fließen auch in seine Kurse ein, in denen Zen und Bogenschießen vereint werden, um Räume zu schaffen, die Körper, Geist und Herz in Harmonie bringen.
Auch das Kochen ist für HoKai eine zutiefst verbindende Praxis. Die Zubereitung und das Teilen von schmackhaften, einfachen Gerichten sind für ihn Ausdruck von Achtsamkeit, Kreativität und Freude am guten Essen. Diese Tätigkeit bringt nicht nur Menschen zusammen und stärkt die Gemeinschaft, sondern bereichert den Alltag durch den Genuss von bewusst zubereiteten Mahlzeiten und die Freude an der gemeinsamen Erfahrung.
Neben der Zen-Praxis beschäftigt sich HoKai intensiv mit Bewusstseinsforschung und jenen Substanzen, die das Potenzial haben, das Erleben von Verbundenheit und transzendente Einsichten zu vertiefen. In diesem Kontext assistierte er Vanja Palmers 2014 und 2015 bei der wissenschaftlichen Studie am Felsentor, bei der die kurz- und langfristige Wirkung von Psilocybin auf Menschen mit langjähriger Meditationserfahrung untersucht wurde. Darüber hinaus wurde er als Begleiter von Menschen in substanz-induzierten, veränderten Bewusstseinszuständen von der SÄPT (Schweizerische Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie) ausgebildet.
HoKais Lehre ist ein heiteres Schlendern durch die Welt der tausend Dinge – eine Praxis, die mitten im Haifischbecken des Lebens stattfindet. Sie ermutigt dazu, selbst in schwierigen Momenten Leichtigkeit und Freude zu bewahren. HoKai inspiriert Menschen, ihren eigenen Weg mit Achtsamkeit, Gelassenheit und innerer Klarheit zu gehen. Immer getragen von einer tiefen Verbindung zu sich selbst und der Welt.
Seit 2020 lebt und wirkt HoKai in der Altbäckersmühle im Taunus. Gemeinsam mit seiner Frau Pia hat er den Ort von seinen Eltern übernommen und die dort gewachsene Zen-Tradition weitergeführt. Mit Hingabe und Liebe zum Detail hat er die alte Mühle saniert und dabei eine Ästhetik des Lebendigen geschaffen, in dem sich Tradition und Moderne auf lebendige Weise in einem experimentellem Kloster vereint.
Die Altbäckersmühle liegt in einem moosbedeckten Seitental der Lahn, wo der Hasenbach rauscht und Vögel ihr Lied in die Wälder tragen. Ihre besondere Atmosphäre berührt die Menschen unmittelbar. Sie ist ein Refugium, das zur Ruhe führt – ein Raum, in dem Stille und Klarheit Gestalt annehmen und den Alltag erhellen.
Über viele Jahre der Praxis hat sich an diesem Ort eine stille, tragende Kraft gesammelt. Viele erfahren sie als einen Platz der Einkehr, an dem das Wesentliche spürbar wird – eine Quelle, die nährt und erinnert.
Weiteres findest Du auf der Seite der Buddhismus Aktuell, in Ursache/Wirkung, auf HoKais Webseite Zenbogenschiessen.de sowie im Programm und im Onlinebeitrag der Landesschau Rheinland-Pfalz vom 21.05.2024.
Beim Mind Academy Talk stellt HoKai die spannende Frage: „Können Meditation und Psychedelika eine Synergie bilden?“ und lädt zur Diskussion über neue Wege in der Bewusstseinsarbeit ein.
»HOSE ZERRISSEN, HEMD ZU KURZ, SO BEMÜHE ICH MICH GERADEAUS ZU GEHEN.« RYOKAN
Matthias Seigerschmidt
Qi-Gong LEHRER
Matthias Seigerschmidt
entdeckte vor vielen Jahren das Qi Gong. Was zunächst als persönliche Übung begann, wurde bald zu einem Weg des Teilens. Für ihn war früh klar, dass diese Praxis nicht verborgen bleiben sollte. Qi Gong wurde über Jahrhunderte hinweg vom Meister an wenige Schüler:innen weitergegeben. Matthias ist überzeugt, dass dieses Wissen allen offenstehen darf.
In Zürich leitete er zunächst gemeinsame Übungstreffen in öffentlichen Parks, bei denen sich die Teilnehmer:innen abwechselnd anleiteten. Bald wurde Matthias gebeten, die Gruppen regelmäßig zu führen. Im Winter eröffnete sich ihm mit dem Studio Ikigai ein fester Übungsort.
Ein Wendepunkt kam durch eine Einladung seiner Lebensgefährtin. An einem Sonntag besuchte Matthias die offene Meditation der Stiftung Felsentor. Nach einem ersten Sesshin folgte der Kurs Qi Gong und Zazen. Im Rahmen eines Volontariats lernte er HoKai kennen und lebte später über ein Jahr in der Hausgemeinschaft des Felsentors. Dort leitete Matthias jeden zweiten Mittwochmorgen Qi Gong vor der Meditation an.
Nach dieser intensiven Zeit wurde es wichtig, neue Orte kennenzulernen und das Qi Gong Angebot in Zürich weiter zu vertiefen. Matthias fand seinen Weg in die Altbäckersmühle und baute parallel seine Kurse in der Stadt weiter aus.
Seit mehreren Jahren assistiert Matthias Amarana RyuShin Spaeti im Kurs Qi Gong und Zazen. Sein Lehrer Jumin Chen unterweist ihn in nahezu vergessenen Schätzen des Qi Gong. Neue Kurse entstehen derzeit im Zendo am Fluss in Luzern sowie in der Altbäckersmühle. Der Hasenbach fließt. Das Dharmarad dreht sich weiter.
«Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich. Es kann durch nichts verändert werden. Dass Schwaches das Starke besiegt und Weiches das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln.» Laozi
Serena Simeone
TENZO
Serena Simeone
lernte das Felsentor vor einigen Jahren auf einer Wanderung kennen. Später, während eines Sesshin, traf sie Pia und HoKai. Mit der Zeit führten sie weitere Besuche in die Altbäckersmühle. Dort merkte Serena, dass sie ein spirituelles Zuhause gefunden hat.
Im Zen kam Serena erstmals intensiv mit veganer Küche in Berührung. Sie liebt es, aus pflanzlichen Zutaten das Beste herauszuholen, neue Techniken zu lernen und Gemüse nicht als Beilage, sondern als Mittelpunkt zu behandeln. Aus einfachen, saisonalen Zutaten entstehen Gerichte, die oft an die italienische Küche erinnern: klar, duftend, herzlich und ohne großen Aufwand.
Für Serena ist das Zubereiten veganer Mahlzeiten für die Gemeinschaft mehr als Kochen. Es ist ein Dienst am Sangha und zugleich eine Übung in Gegenwärtigkeit. Hände schneiden, Wasser kocht, ein Topf wird still. So einfach kann es sein.







