
Japanisch Shōjin Ryōri
Aussprache etwa schoo-dschin rjoo-ri
Buddhistische Pflanzenküche
Buddhistische Pflanzenküche; shōjin meint beharrliche Hingabe an die Übung.

Japanisch Shōjin Ryōri
Aussprache etwa schoo-dschin rjoo-ri
Buddhistische Pflanzenküche
Buddhistische Pflanzenküche; shōjin meint beharrliche Hingabe an die Übung.
Eine Küche kann Verzicht bedeuten. Sie kann aber auch Hingabe bedeuten. 精進料理 (shōjin ryōri) heißt die buddhistische, pflanzlich geprägte Klosterküche Japans. Shōjin meint ursprünglich den beharrlichen Eifer auf dem Buddha-Weg (Sanskrit vīrya), nicht einfach veganes Essen.
Vier Zeichen bilden eine kleine Bewegung. Die Pinselschrift beginnt dicht und körnig. Dann öffnet sie einen Schritt, ein Maß und am Ende eine ruhig geordnete Form. Zusammen entsteht kein gezeichnetes Gericht. Es entsteht eine Haltung zum Zubereiten.
Zwischen den Zeichen wechseln dichte und offene Stellen. Etwas wird geklärt, vorangebracht, bemessen und geordnet. Darin darf das Auge Hingabe und Fortschreiten sehen, ohne aus dem sichtbaren Bild schon eine Wortgeschichte zu machen.
Wurzel, Blatt und Korn
finden sich im selben Topf.
Dampf an kaltem Glas.
Shōjin bezeichnet im Buddhismus die Kraft, sich der Übung mit Ausdauer zuzuwenden. Es gehört zu den Vollkommenheiten eines Bodhisattva und zur rechten Anstrengung des achtfachen Pfades. Erst später wurde das Wort auch mit zeitweiser Enthaltsamkeit und fleischloser Nahrung verbunden.
Shōjin Ryori macht daraus keine bloße Verbotsküche. Zutaten werden vollständig genutzt, starke Gewürzpflanzen können gemieden werden, und die Jahreszeit bestimmt mit, was gekocht wird. Fisch und Fleisch gehören nicht hinein. Ob Eier ausgeschlossen sind, wird je nach Ort und Darstellung verschieden beantwortet. Deshalb ist vegan eine mögliche heutige Form, aber keine genaue Übersetzung des Begriffs.
Die Karte Shojin Ryori nennt die pflanzliche Klosterküche des Zen. Auf Küchen-Wissen verbindet die Mühle sie mit den fünf Farben, fünf Geschmäckern und fünf Zubereitungsarten. Die ZenKitchen beschreibt die Küche des Hauses als pflanzlich. Die Tenzo-App trägt rund dreihundert pflanzliche Rezepte.
Das Wort 精進 übersetzt das Sanskritwort vīrya, Eifer und beharrliche Kraft auf dem Weg. Später wurde es auch mit Enthaltsamkeit und fleischloser Nahrung verbunden. Die buddhistische Pflanzenküche ist älter als der Ausdruck 精進料理.
Zen prägte diese Küche stark, aber nicht allein. Sōtō, Rinzai, Ōbaku und die Küche des Kōya-san entwickelten eigene Formen. Dōgens Schriften über Kochen und Essen gehören zu dieser Geschichte. Die drei Fünferreihen sind heute Teil der japanischen Küchenlehre. Eine Herkunft aus Dōgens Tenzo Kyōkun ist nicht nachgewiesen; im Tenzo Kyōkun selbst stehen sechs Geschmäcker und drei Tugenden, keine dieser Fünferreihen.
Ist Shojin Ryori immer vegan?
Es ist eine pflanzlich geprägte buddhistische Küche ohne Fleisch und Fisch. Manche Darstellungen schließen alle tierischen Produkte aus, andere nennen die Küche vegetarisch, und beim Ei gehen die Angaben auseinander. Vegan ist daher eine häufige heutige Form, aber keine wörtliche Übersetzung.
Bedeutet shōjin „Hingabe und Fortschreiten“?
Als Bild der beiden Zeichen ist das verständlich. Das Wort übersetzt jedoch vīrya, also Eifer, Kraft und beharrliche Anstrengung auf dem Buddha-Weg. Hingabe ist eine freie, tragfähige Wiedergabe.
Hat Dōgen die fünf Farben, fünf Geschmäcker und fünf Zubereitungsarten festgelegt?
Die drei Fünferreihen gehören heute zur Lehre der japanischen Küche. Eine Herkunft aus Dōgens Tenzo Kyōkun ist nicht nachgewiesen. Sie sollten deshalb nicht als seine wörtliche Regel ausgegeben werden.
精 hat vierzehn Striche und das Radikal 米, Kangxi-Nummer 119. Die alte Form schreibt rechts 靑. Die On-Lesungen sind sei und shō. 角川新字源 und Wiktionary erklären übereinstimmend polierten Reis: 米 trägt die Bedeutung, 青 den Laut. 進 hat in Japan elf Striche, das Radikal 辵, Kangxi-Nummer 162, und die alte Form mit zwölf Strichen. Seine On-Lesung ist shin; Wiktionary führt daneben jin, die Lesung im Wort 精進 (shōjin). 角川新字源 liest 隹 als Lautteil. Wiktionary erzählt dagegen das Bild eines Vogels, der nur vorwärts geht. Die Quellen stimmen nicht überein.
料 hat zehn Striche und das Radikal 斗, Kangxi-Nummer 68. Beide Herleitungen zeigen Reis, der mit einem Maß gemessen wird. 理 hat elf Striche und das Radikal 玉, Kangxi-Nummer 96, in der Form 王. Seine Herleitung führt zum Schneiden oder Polieren von Jade entlang ihrer Maserung.
Das Wort 精進 wird shōjin gelesen. 精進料理 wird shōjin ryōri gelesen. Die Auswahlausgabe 精選版 日本国語大辞典 führt das Kyōgen Sōhachi als frühen Beleg des Ausdrucks; die Enzyklopädie 改訂新版 世界大百科事典 sieht ihn etwa ab 1696 im Buch Chatō kondate shinan und 1697 im Wakan shōjin ryōri shō. Bekannte Nachbarwörter sind 精進 (shōjin), hingebungsvolle Übung oder vegetarische Enthaltsamkeit; 料理 (ryōri), Kochen oder Gericht; 精米 (seimai), polierter Reis; und 材料 (zairyō), Zutat oder Material.
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Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 195 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.
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