Kanji 教外別伝不立文字直指人心見性成仏 (Die vier Grundsätze des Zen) in Pinselschrift
教外別伝不立文字直指人心見性成仏

Japanisch  Kyōge Betsuden Furyū Monji Jikishi Ninshin Kenshō Jōbutsu
Aussprache  etwa kjoo-ge be-tsu-den fu-rjuu mon-dschi dschi-ki-schi nin-schin ken-schoo dschoo-bu-tsu

Die vier Grundsätze des Zen

Worte weisen den Weg. Verwirklichung beginnt dort, wo ein Mensch selbst geht.

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Was bedeuten 教外別伝 不立文字 直指人心 見性成仏 (Die vier Grundsätze des Zen)?

Eine Landkarte kann den Weg zeigen, aber sie kann ihn nicht gehen. 教外別伝不立文字直指人心見性成仏, gelesen kyōge betsuden, furyū monji, jikishi ninshin, kenshō jōbutsu, fasst vier Grundsätze des Zen in sechzehn Zeichen. Sie heißen: besondere Überlieferung außerhalb der Lehre, nicht auf Schriftzeichen gründen, unmittelbar auf das Herz des Menschen weisen, die eigene Natur sehen und Buddha verwirklichen.

Das Zeichen

Die Formel besteht aus vier Gruppen zu je vier Zeichen, und jede Gruppe ist ein eigener Satz.

Haiku

Die Karte bleibt hier
ein Fuß setzt sich auf den Weg
Schrift leuchtet im Staub

Im Zen

Die vier Sätze stellen gelebte Verwirklichung über bloßes Nachsprechen; die Zen-Überlieferung selbst hat umfangreiche Sammlungen, Kommentare und Lehrtexte hervorgebracht.

見性成仏 heißt wörtlich die Natur sehen und Buddha werden: Gesehen wird die Buddhanatur, die jedem Menschen schon innewohnt, und sie muss sich im eigenen Leben bewähren.

In der Altbäckersmühle

Der Glossareintrag Was ist Zen? sagt über die vier Sätze: „Auch inhaltlich bedeuten sie keine Verachtung von Texten.“ Die Kanji-Seite Draußen erklärt 外 in 教外別伝.

Die Seite Kenshō erklärt 見性成仏, die Seite Schriftzeichen das Zeichen 字 aus 文字.

Überlieferung

Als geschlossene Viererformel stehen die Sätze zuerst im Zuting shiyuan, einem Nachschlagewerk zu Wörtern der Zen-Literatur aus der Song-Zeit; sein Vorwort nennt das Jahr 1108. Die Tradition schreibt sie Bodhidharma zu, doch die einzelnen Wendungen haben verschiedene ältere Wege.

Häufige Fragen

Hat Bodhidharma die vier Grundsätze selbst gesagt?

Die Tradition schreibt sie ihm zu; als vollständige Formel sind sie erst Jahrhunderte später belegt.

Lehnt Zen mit 不立文字 Texte ab?

Nein. Der Satz warnt davor, Schrift mit Verwirklichung zu verwechseln. Zen nutzt Texte, ersetzt mit ihnen aber nicht die Übung.

Wie liest man die vier Sätze?

Kyōge betsuden, furyū monji, jikishi ninshin, kenshō jōbutsu.

Für Expert:innen

Als weitere Lesungen nennt das 精選版 日本国語大辞典 kyōge no betsuden und furyū moji, die デジタル大辞泉 und Jisho furitsu monji. Die meisten Silben sind Go-Lesungen; betsu (別) und butsu (仏) sind nach dem englischen Wiktionary herkömmliche Lesungen (kan’yō-on), ryū (立) ist dort Go- und Kan-Lesung zugleich. Die Lesung jikishi ninshin stützen das 日本大百科全書 (Artikel 不立文字) und das 精選版 日本国語大辞典 (Beleg zu 見性成仏).

Die übrigen Grundformen sind: 教 11 Striche, 攴 66, alte Form 敎; 別 7, 刀 18; 伝 6, 人 9, alte Form 傳; 不 4, 一 1; 立 5, 立 117; 文 4, 文 67; 直 8, 目 109; 指 9, Hand 64; 人 2, 人 9; 仏 4, 人 9, alte Form 佛. Klasse und Stufe in nicht amtlichen JLPT-Listen: 教 2/N4, 別 4/N4, 伝 4/N3, 不 4/N4, 立 1/N4, 文 1/N4, 直 2/N3, 指 3/N3, 人 1/N5, 仏 5/N2. Nach 角川新字源 ist 直 aus Auge, zehn und Verbergen gebildet, 佛 aus 人 und dem Lautteil 弗. Nach 角川新字源 und dem englischen Wiktionary zeigt 別 ein Messer, das Knochen und Fleisch trennt, 立 einen Menschen, der auf dem Boden steht, und 不 einen Blütenkelch, nach 角川新字源 für die Verneinung entlehnt; 傳 verbindet 人 mit dem Lautteil 專, 指 die Hand mit dem Lautteil 旨. 教 verbindet nach 角川新字源 攴 mit einem Teil für nachahmen, der zugleich den Laut gibt, nach dem englischen Wiktionary 爻 als Lautteil mit 子, Kind, und 攴, dem Stock des Lehrens. Nach dem englischen Wiktionary zeigt 人 einen stehenden Menschen von der Seite und 文 einen Menschen mit bemalter oder tätowierter Brust. Von diesen zehn Zeichen haben im Chinesischen nur 別 (别) und 傳 (传) eine Kurzform; 仏 führt das englische Wiktionary im Chinesischen als Nebenform von 佛.

Außerhalb der Liste: 別 wakeru, wakatsu, bechi; 伝 tsute; 不 zu; 立 rittoru; 文 aya, kazaru; 直 jika, sugu, atai, hita, chi; 仏 futsu. Das 精選版 日本国語大辞典 führt als ersten Beleg für 教外別伝 Dōgens Shōbōgenzō (1231 bis 1253, Kapitel Bukkyō), für 見性成仏 das 沙石集 (1283), in dessen Beleg auch 直指人心 steht, und für 不立文字 das 松山集 (um 1365). Das englische und das japanische Wiktionary führen zusätzlich 別 hetsu, 不 hochi, fū und futsu sowie 字 shi, umu und masu, nur das englische Wiktionary 仏 buchi, bichi und bochi. Jisho führt 伝 ten und 直 naoki. Wörter: 仏教, bukkyō, Buddhismus; 文字, moji oder monji, Schriftzeichen; 教え, oshie, Lehre. Das 祖庭事苑 steht im Zokuzōkyō, Band 64, Nummer 1261; Vorwort und Schluss tragen die Jahresangabe 大觀二年, 1108. Das 精選版 日本国語大辞典 datiert den Druck auf die Jahre 元符, 1098 bis 1100, die デジタル大辞泉 auf 1098 bis 1110.

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Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 219 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.

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