
Japanisch Ōbaku
Aussprache etwa oo-ba-ku
Ōbaku
Ōbaku: Baum, Berg, Lehrername und eine der drei großen Zen-Schulen Japans.

Japanisch Ōbaku
Aussprache etwa oo-ba-ku
Ōbaku
Ōbaku: Baum, Berg, Lehrername und eine der drei großen Zen-Schulen Japans.
Übung reist nie körperlos. 黄檗, gelesen ōbaku, ist das Kanji für Ōbaku. Mit dem Wort sind ein Baum, ein Berg, ein chinesischer Lehrer und eine japanische Zen-Schule gemeint.
Mit 黄 ist Gelb gemeint, mit 檗 der Amur-Korkbaum, dessen innere Rinde als Färbe- und Heilmittel gebraucht wurde. Zuerst versteht man unter 黄檗 daher den gelben Korkbaum. Nach diesem Baum wurde ein Berg in Fujian benannt. Am Kloster dieses Bergs wurde Huangbo Xiyun ordiniert, und nach dem Berg nennt man ihn. Ingen gab seinem Kloster in Uji den Bergnamen seines früheren Klosters, und nach ihm ist die japanische Schule benannt. So kann man einen Namen durch Pflanze, Landschaft, Mensch und Gemeinschaft verfolgen.
Gelb unter der Rinde
ein Name überquert das Meer
und wurzelt erneut
Ōbaku gehört geschichtlich zur Linji-Linie, die man in Japan Rinzai nennt. Dennoch nahm man die aus China übertragene Form in Japan als eigenständig wahr. Mit ihr kamen Zen der Ming-Zeit, chinesische Klosterformen und Verbindungen zur Praxis des Reinen Landes. In Japan zählt man Ōbaku heute neben Rinzai und Sōtō zu den drei großen Zen-Schulen. So kann eine Übung auf der Reise dieselbe Wurzel behalten und eine neue Gestalt gewinnen.
Unter Was ist Zen? findet man Ōbaku neben Rinzai und Sōtō. Im Eintrag Was ist Rinzai Zen? findet man Ōbaku als fünfzehnte Schule neben den vierzehn Rinzai-Zweigen; es „besitzt mit Manpuku-ji einen eigenen Haupttempel und ist verwaltungsmäßig eine eigene japanische Zen-Schule“. Auf der Seite Korea & Vietnam findet man in Vietnam eine Entsprechung zu Ōbaku: In der Lam-Te-Schule lehrt man chinesisches Chan in der Gestalt der Ming-Zeit.
Huangbo Xiyun wurde am Huangbo-Berg in Fujian ordiniert, lehrte später in Jiangxi und starb der Überlieferung nach in der Ära Dazhong, zwischen 847 und 860. Auf Japanisch liest man seinen Namen Ōbaku. Ingen Ryūki, 1592 bis 1673, kam 1654 nach Japan und gründete 1661 den Manpuku-ji in Uji. 1874 schloss man die Linie dem Rinzai an, 1876 wurde sie wieder selbständig, unter dem Namen Ōbakushū.
Ist Ōbaku ein Baum oder eine Zen-Schule?
Beides, und noch mehr. Ōbaku nennt man auch Berge in China, einen chinesischen Lehrer und einen Ortsteil im Norden von Uji.
Gehört Ōbaku zum Rinzai?
Geschichtlich ordnet man Ōbaku der Linji- und Rinzai-Linie zu. In Japan führt man es seit 1876 verwaltungsmäßig als eigene Schule.
Wer brachte Ōbaku nach Japan?
Ingen Ryūki kam 1654 aus China und gründete 1661 den Manpuku-ji in Uji.
黄 hat elf Striche, ist selbst Kangxi-Radikal 201, gehört zur zweiten Klasse und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N2. Die alte Form 黃 hat zwölf Striche. Nach 角川新字源 ist sie ein Bildzeichen für einen Menschen mit Gürteljade, deren Farbe zur Bedeutung Gelb führte. Nach dem japanischen Wiktionary und dem 漢語多功能字庫 zeigt die Orakelform einen kranken Menschen mit aufgetriebenem Leib; nach dem japanischen Wiktionary kam Gelb durch Entlehnung (仮借) hinzu. Das englische Wiktionary nennt zwei Orakelformen, einen kranken Menschen und eine mögliche Urform von 璜, Jade. Nach dem 普及版 字通 zeigt die Orakelform vielleicht einen Brandpfeil, die Bronzeform eine Gürteljade. On sind kō, erst in der Mittelstufe, und ō, Kun sind ki und ko, ko erst in der Mittelstufe. 檗 hat siebzehn Striche, steht unter Kangxi-Radikal 75, 木, ist kein Jōyō-Zeichen und hat keine JLPT-Stufe. Die Nebenform ist 蘗. Nach dem englischen und dem japanischen Wiktionary und dem 漢語多功能字庫 ist 木 der Bedeutungsteil und 辟 der Lautteil. On sind haku und nach Jisho byaku, Kun sind kihada und kiwada. Nur das englische und das japanische Wiktionary führen zusätzlich baku, hyaku und heki. Im Wort ōbaku wird haku zu baku stimmhaft. Gebräuchlich markiert sind 黄色 kiiro, gelb, 黄金 ōgon, Gold, und 黄金 kogane, Gold. 黄檗 und 黄檗宗 sind bei Jisho nicht als gebräuchlich markiert. Im 精選版 日本国語大辞典 steht für die Schule als Erstbeleg das 出来斎京土産 (1677), für Arznei und Farbstoff aus der Rinde das 延喜式 (927, dort 黄蘗); den Baumnamen führt schon das Wörterbuch 二十巻本和名抄 (um 934). Huangbos Ordination am Berg in Fujian tragen Nipponica und 世界大百科事典; nach ブリタニカ war es der Huangbo-Berg in Hongzhou (Jiangxi). Der Name der Schule lautet auf Japanisch auch 黄檗宗, ōbakushū.
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Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 195 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.
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