
Japanisch Mokugyo
Aussprache etwa mo-ku-gjo
Holztrommel für Rezitationen
Der Holzfisch trägt den Rhythmus der Rezitation und erinnert an wache Gegenwart.

Japanisch Mokugyo
Aussprache etwa mo-ku-gjo
Holztrommel für Rezitationen
Der Holzfisch trägt den Rhythmus der Rezitation und erinnert an wache Gegenwart.
Ein hölzerner Schlag kann viele Stimmen zusammenhalten. 木魚 (mokugyo) ist das Kanji für Holzfisch. Heute meint man damit meist eine runde, hohle Holztrommel für Rezitationen; im älteren Gebrauch heißt so ein Holz in Fischgestalt, das im Kloster zu den Mahlzeiten geschlagen wird.
木 steht aufrecht wie ein Baum. Ein Stamm kreuzt die Mitte, oben gehen Äste auseinander, unten finden Striche ihren Boden. 魚 ist länger. Unter einem spitzen Kopf liegt der Leib, darunter öffnen sich vier Punkte wie ein Schwanz.
Baum und Fisch ergeben ein Wort, das beinahe wie ein Rätsel klingt. Erst der Gebrauch zeigt, ob die flache Tafel oder die runde Trommel gemeint ist.
Hohles Holz, ein Schlag
und die Stimmen finden sich
im gleichen Atem
Beim gemeinsamen Rezitieren hält das runde Mokugyo den Takt. Es ist hohl, trägt eingeschnittene Fischschuppen und wird mit einem Schlägel gespielt. Der regelmäßige Schlag hilft vielen Stimmen, in einem Text beieinander zu bleiben.
Davon muss man 魚板 (gyoban), die ältere Fischtafel, unterscheiden. Sie hängt am Küchenhaus oder im Speisesaal und ruft zu den Mahlzeiten. Man nimmt an, dass die runde Trommel aus dieser Form entstanden ist. Den Namen behielt man, während Gestalt und Aufgabe sich wandelten.
Nach einer Überlieferung versteht man den Fisch als Bild für Wachheit, weil Fische ihre Augen nie schließen. Darin liegt ein religiöses Bild, keine Aussage über die Biologie eines Fisches.
In der Altbäckersmühle wird der Holzfisch benutzt. Im Eintrag Tenken steht: „Auch in der Altbäckersmühle schlägt der Tenken den Han und spielt bei Rezitationen das Mokugyo.“ Dort liest man auch von beiden Formen, der runden Trommel und dem älteren Brett.
Für die Mühle heißt es im Eintrag Dōanryō: „Die Aufgaben sind verteilt wie in der Form von Tassajara: Der Dōan bedient die Klangschale, der Tenken schlägt den Han und spielt das Mokugyo, der Chiden reinigt die Räucherschalen.“ Der Baum gibt das Holz, dessen Schlag in den Augenblick zurückruft.
In Dōgens Regeln für die Mahlzeiten, dem Fushukuhanpō, ist mit 木魚 das Holz in Fischgestalt am Küchenhaus gemeint. In China gebrauchte man das Wort schon früher.
Seine heutige Form erhielt das runde Mokugyo in China um die Ming-Zeit; in Japan gibt es Stücke aus der Muromachi-Zeit. Von Ingen Ryūki heißt es mit Vorbehalt, er habe die Form zu Beginn der Edo-Zeit aus China mitgebracht. Man schnitzt es etwa aus Kampfer- oder Maulbeerholz; Form und Verzierung wechseln.
Ist jedes Mokugyo eine runde Trommel?
Nein. Im älteren Gebrauch ist ein Holz in Fischgestalt gemeint. Heute ist mit Mokugyo oft die runde, hohle Trommel für Rezitationen gemeint.
Warum ist es ein Fisch?
Nach der Überlieferung versteht man den Fisch als Bild unermüdlicher Wachheit, weil seine Augen offen bleiben. Dabei handelt es sich um ein religiöses Bild.
Wer spielt das Mokugyo in der Altbäckersmühle?
Nach dem Eintrag Tenken spielt es der Tenken bei den Rezitationen. Der Dōan bedient dagegen die Klangschale.
木 hat vier Striche, ist Kangxi-Radikal 75, wird in der ersten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N5. Nach 角川新字源 ist es das Bild eines stehenden Baumes. Nach dem englischen Wiktionary und dem 漢語多功能字庫 zeigt es oben Zweige und unten Wurzeln. On boku und moku, Kun ki und ko.
魚 hat elf Striche, ist Kangxi-Radikal 195, wird in der zweiten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N4. Die chinesische Kurzform ist 鱼. Nebenformen sind nach dem englischen Wiktionary unter anderem 𤉯, 𤋳 und 𩵋; im japanischen Wiktionary sind 𤉯 und 𩺰 alte Formen. Nach 角川新字源 sowie dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist es das Bild eines Fisches. Nach dem 漢語多功能字庫 sind die vier unteren Punkte der Schwanz, der seit der Zeit der Streitenden Reiche dem Zeichen 火 ähnlich wurde. On gyo, Kun uo und sakana. Die Go-Lesung go steht nur im englischen und im japanischen Wiktionary. Die Tō-Lesung i steht im japanischen Wiktionary; im englischen Wiktionary stehen i und io nur als Namenslesungen.
Nach allen gelesenen Wörterbüchern liest man 木魚 mokugyo mit kurzem o; bei Jisho und im englischen Wiktionary steht daneben die Schreibung 杢魚. Im 精選版 日本国語大辞典 steht zuerst ein Holz in Gestalt eines Fisches mit Drachenkopf, im Zen-Kloster am Wirtschafts- und Küchenbau aufgehängt und zu den Mahlzeiten geschlagen, mit dem ältesten Beispiel im Fushukuhanpō (Mitte des 13. Jahrhunderts) und einem Hinweis auf ein Gedicht Su Shis; dann die runde Trommel zum Rezitieren, ohne frühes Beispiel, mit Verweisen auf das 和漢三才図会 (1712) und das 北史.
Gebräuchlich sind nach Jisho 木材 mokuzai, Bauholz, 土木 doboku, Tiefbau, 魚類 gyorui, Fische, 鮮魚 sengyo, frischer Fisch, und 魚 sakana, Fisch.
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