
Japanisch Keisu
Aussprache etwa kee-su, scharfes s wie in Bus
Klangschale im Zendō
Wenige Schläge ordnen den Raum. Die Klangschale gibt der Gemeinschaft gemeinsame Zeit.

Japanisch Keisu
Aussprache etwa kee-su, scharfes s wie in Bus
Klangschale im Zendō
Wenige Schläge ordnen den Raum. Die Klangschale gibt der Gemeinschaft gemeinsame Zeit.
Ein einziger Ton kann einen ganzen Raum sammeln. 鏧子 (keisu) ist das Kanji für Klangschale. Im japanischen Sōtō schreibt man so die Schale, die etwa im Zendō steht. Sie steht mit der Öffnung nach oben auf einem Kissen und wird am Rand angeschlagen.
鏧 ist ein seltenes und dichtes Zeichen. Oben steht 殸, unten 金, das Metall. Mehr lässt sich am Schriftbild nicht sicher sehen. Welche Aufgabe 殸 in dieser japanisch-buddhistischen Schreibung hat, bleibt offen.
子 braucht nur drei Striche. Es zeigt ursprünglich ein Kind und kann in Namen von Gegenständen als Endung erscheinen. Man schreibt neben 鏧子 auch 磬子. In 磬 ruht dasselbe obere Gefüge auf 石, dem Stein.
Ein Schlag in der Schale
alle heben still den Blick
der Raum weiß die Zeit
Die Klangschale ordnet einen Ablauf, ohne ihn erklären zu müssen. Große Schalen stehen auf einem Kissen und werden mit einem Schlägel am Rand getroffen. Im heutigen Sōtō heißen solche Schalen unter anderem 鏧子 (keisu), 大鏧 (daikei) und 小鏧 (shōkei).
Das Inkin ist davon zu trennen. Es ist eine kleine Stielglocke, die in der Hand getragen wird. Auch wenn beide Geräte aus Metall sind und Übergänge anzeigen, haben sie eine andere Form und andere Aufgaben.
Mit 磬 schrieb man zuerst einen älteren Klangstein, später auch eine metallene Schale. Stein und Schale sind nicht derselbe Gegenstand, doch beide werden angeschlagen und geben einer Gemeinschaft gemeinsame Zeit.
In der Altbäckersmühle heißt das große Gerät nur Klangschale, nicht Keisu. Der Dōan bedient sie, und sie zeigt das Ende des Zazen an. Im Eintrag Dōan steht dazu: „Drei Schläge eröffnen das Sitzen; am Ende zeigen zwei Schläge an, dass Kinhin folgt, ein Schlag, dass die Sitzperiode endet.“
Das Inkin klingt nur am Ende des Kinhin, als schnelle Folge kleiner Schläge vor Niederwerfungen und zweimal, wenn der Dōshi den Raum verlässt. Den Beginn des Kinhin leitet der Dōshi mit einer Verneigung ein. Die Taku gehören zum Essensvers und zum formellen Tee. So hat jedes Gerät seinen Ort.
Mit 磬 meinte man zunächst einen altchinesischen Klangstein in winkliger Form. Seit der Nara-Zeit stand in Japan ein solches Gerät aus Kupfer oder Eisen auch vor dem Buddha. Die schalenförmige Form, kin gelesen, kam später im Zen hinzu.
Im Sōtō schreibt man die Schale 鏧, die große Form 大鏧. Für 鏧 selbst ist die Lage ungewöhnlich: Im Chinesischen liest man es lóng; gemeint ist der Klang einer Trommel. Wie es zur japanischen Bedeutung Klangschale kam, ist ungeklärt.
Schreibt man 鏧子 oder 磬子?
Für keisu gebraucht man beide Schreibungen. Im Sōtō schreibt man 鏧子, daneben findet man 磬子. Mit 鑿子 (sakushi) ist dagegen ein Meißel gemeint; 鑿 sieht 鏧 nur ähnlich.
Ist die Klangschale dasselbe wie das Inkin?
Nein. Die große Klangschale steht auf einem Kissen. Das Inkin ist eine kleine Stielglocke mit eigenen Signalen.
Heißt die Klangschale in der Altbäckersmühle Keisu?
Nein. Im Haus heißt sie Klangschale. Als japanisches Fachwort gebraucht man Keisu.
鏧 hat neunzehn Striche, steht unter Kangxi-Radikal 167, 金, und gehört nicht zur Jōyō-Liste. Die Bauform ist ⿱殸金. Kanjipedia hat keinen Eintrag. Bei Jisho und im englischen Wiktionary steht nur On rō und keine japanische Bedeutung. Nach zdic und dem dort wiedergegebenen 康熙字典 liest man es im Chinesischen lóng, der Klang einer Trommel; man schreibt es auch 䥢. Die buddhistische Lesung kei steht im Glossar der Sōtōshū, kin im 改訂新版 世界大百科事典. Eine Herleitung des japanischen Gebrauchs ist nicht bekannt.
磬 hat sechzehn Striche, steht unter Kangxi-Radikal 112, 石, und gehört nicht zur Jōyō-Liste. Bei Kanjipedia stehen On kei und kin. Nebenformen sind nach dem englischen Wiktionary 殸 und 罄; im japanischen Wiktionary stehen 𡔝 und 殸 als Siegelform (籀文). Die Herleitungen gehen auseinander: Im englischen Wiktionary ist es eine Bedeutungsverbindung aus 殸 und 石, im japanischen Wiktionary und im 普及版 字通 ein Laut-Bedeutungs-Zeichen mit 殸. Nach zdic ist es ein Bildzeichen: eine Hand mit kleinem Schlägel am Klangstein. Nach dem 漢語多功能字庫 ist 殸 die Urform, 石 kam später hinzu. Im 精選版 日本国語大辞典 stammt für kei, den Klangstein, das älteste Beispiel aus dem 法隆寺伽藍縁起并流記資財帳 (747), für kin, die Schale, aus dem 空華日用工夫略集 (Eintrag von 1372).
子 hat drei Striche, ist Kangxi-Radikal 39, wird in der ersten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N5. Nach 角川新字源 sowie dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist es das Bild eines Kleinkinds; im japanischen Wiktionary steht 㜽 als alte Form. On shi und su; Kun ko, außerhalb der amtlichen Liste mi, otoko und ne. Bei Jisho steht zusätzlich On tsu. Das englische Wiktionary führt tsu als Tō-Lesung und zu als Kan’yō-Lesung. In Gegenstandsnamen erscheint su etwa in 椅子 isu und 扇子 sensu.
Keisu steht im Glossar der Sōtōshū und im 改訂新版 世界大百科事典, kinsu nur im 改訂新版 世界大百科事典. Bei Jisho und im 精選版 日本国語大辞典 fehlt das Wort. Das Inkin steht in den Wörterbüchern als 引磬, im Glossar der Sōtōshū als 引鏧.
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