
Japanisch Sensei
Aussprache etwa sen-see, scharfes s wie in Bus
Lehrende, früher Geborener
Bei Sensei geht es um Lehrende und angesehene Fachleute, nicht um ein festes Zen-Amt.

Japanisch Sensei
Aussprache etwa sen-see, scharfes s wie in Bus
Lehrende, früher Geborener
Bei Sensei geht es um Lehrende und angesehene Fachleute, nicht um ein festes Zen-Amt.
Wer früher aufbricht, kennt ein Stück des Weges, aber nicht jeden Schritt. 先生 (sensei) ist das Kanji für Sensei. Gemeint sind Lehrende und andere angesehene Fachleute, wörtlich ein früher geborener Mensch. In Japan spricht man so auch Ärzt:innen, Anwält:innen und Abgeordnete an.
In 先 geht oben ein Fuß voraus, darunter steht ein Mensch. 生 wächst wie ein junger Trieb aus dem Boden. Zusammen entsteht ein stilles Bild des Lernens: Jemand ist früher losgegangen, und bei einem anderen beginnt etwas zu wachsen.
Schritte im Schnee
wer vorausging ließ sie da
ich gehe hinterher
Eine achtungsvolle Anrede sagt noch nichts über Ordination, Dharma-Übertragung oder ein bestimmtes Amt. Andere buddhistische Schulen in Japan gebrauchen die Anrede wieder anders. Wer nach einer Befugnis fragt, muss deshalb auf Amt und Übertragung schauen, nicht allein auf die Anrede.
In der Mühle spricht man keine Lehrperson mit Sensei an. Für die Person, die anleitet, gebraucht das Haus Dōshi. Im Eintrag Wer leitet Meditation an? steht: „Sensei ist eine ehrende Anrede für Lehrende und andere angesehene Fachleute.“ Auf der Seite Rōshi steht: „Sensei ist eine allgemeine japanische Anrede für lehrende Menschen.“
Schon in alten chinesischen Texten gebrauchte man das Wort für Ältere, für den Vater und ältere Brüder sowie für Lehrende. In Japan weitete sich die Anrede auf verschiedene Berufe aus. Liest man dieselbe Schreibung senjō, geht es im buddhistischen Sprachgebrauch um das frühere Leben. Aus dem Chinesischen von Shanghai kam außerdem die seltene Anrede shiisan ins Japanische.
Wen spricht man als Sensei an?
Vor allem Lehrende, aber auch Ärzt:innen, Anwält:innen, Abgeordnete und andere angesehene Fachleute. Je nach Ton kann die Anrede vertraulich oder sogar spöttisch gebraucht werden.
Braucht ein Sensei Dharma-Übertragung?
Aus der Anrede allein lässt sich das nicht ablesen. Mit ihr ehrt man eine Person; Ordination oder Lehrbefugnis legt man damit nicht fest.
Darf man sich selbst Sensei nennen?
Gewöhnlich gebraucht man das Ehrenwort für andere. Wer es für sich selbst verwendet, nimmt eine Achtung vorweg, die sonst vom Gegenüber kommt.
Im 精選版 日本国語大辞典 stehen drei Stichwörter: sensei, senjō und shiisan. Für sensei reichen die Bedeutungen dort vom Älteren und Gelehrten bis zu Lehrenden, Ärzt:innen und einer spöttischen Anrede; die デジタル大辞泉 nennt auch die vertrauliche. Frühe Stellen stehen unter anderem im 菅家文草 um 900, im 六代勝事記 um 1223 bis 1224 und im 譬喩尽 von 1786. Bei senjō geht es unter anderem um das frühere Leben, bei shiisan um eine aus dem Shanghai-Chinesischen übernommene Anrede. Im 普及版 字通 stehen die Bedeutungen Älterer, Vater und ältere Brüder sowie Lehrer nebeneinander, mit einer Stelle aus dem 礼記.
Bei 先 zählt man sechs Striche; es steht unter Kangxi-Radikal 10 儿, wird in der ersten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N5. Nach 角川新字源, dem englischen und dem japanischen Wiktionary, dem 普及版 字通 und dem 漢語多功能字庫 verbinden sich Fuß und Mensch. Amtlich liest man Kun saki und On sen, mazu steht außerhalb der amtlichen Liste. Das englische Wiktionary führt zusätzlich sakinjiru, das japanische sakidatsu, sakinisu und sakinzu, alle drei für das Lesen chinesischer Texte. Bei 生 zählt man fünf Striche; es ist Kangxi-Radikal 100, wird in der ersten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N5. Ein 旧字 hat 生 nicht; das englische Wiktionary führt 𤯓 als ältere Nebenform. Nach 角川新字源 und dem japanischen Wiktionary zeigt sich ein Trieb aus dem Boden. Amtlich liest man On sei und shō sowie Kun ikiru, ikasu, ikeru, umareru, umu, haeru, hayasu und nama; ou und ki erst in der Mittelstufe, inochi, ubu, naru und nasu stehen außerhalb der amtlichen Liste. Das englische und das japanische Wiktionary führen zusätzlich san, Jisho sowie das englische und das japanische Wiktionary musu. Beispiele sind 先輩, senpai, ältere erfahrene Person, 生きる, ikiru, leben, und 生まれる, umareru, geboren werden.
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Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 219 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.
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