Kanji 禅師 (Zenji) in Pinselschrift
禅師

Japanisch  Zenji
Aussprache  etwa dsen-dschi

Mönch der Versenkung, Ehrentitel

Bei Zenji geht es um einen Mönch der Versenkung, einen Ehrentitel und eine ehrende Bezeichnung.

Im interaktiven Werkzeug öffnen →

Was ist das Kanji für Zenji?

Hinter einem großen Titel sitzt immer noch ein Mensch. 禅師 (zenji) ist das Kanji für Zenji. Gemeint ist ein Mönch, der in der Versenkung erfahren ist, später auch ein höfischer Ehrentitel. Heute begegnet man ihm als ehrender Bezeichnung in Namen wie Dōgen Zenji.

Das Zeichen

Links in 禅 steht eine schmale Form wie ein kleiner Altar. Rechts verdichtet sich die Fläche zu einem ruhigen Block. 師 ist breiter, mit einem kleinen Hügel links und einer umlaufenden Form rechts. Das Schriftbild hält Stille und Leitung zusammen, ohne aus dem Menschen eine Statue zu machen.

Haiku

Der Titel verklingt
auf dem Kissen bleibt ein Mensch
der den Atem hört

Im Zen

Am Anfang ging es um einen Mönch der Versenkung, nicht notwendig um einen Angehörigen einer Zen-Schule. Später verliehen Kaiserhöfe den Titel an Mönche von hoher Tugend. Daneben blieb die achtungsvolle Bezeichnung lebendig; im Zen kann man so auch den Shike nennen, die Lehrperson im Kloster. Bei Dōgen Zenji spricht man heute gewöhnlich mit Verehrung von Dōgen, ohne damit schon eine einheitliche Amtsstellung zu benennen.

In der Altbäckersmühle

Auf den Seiten des Hauses findet man Namen wie Dōgen Zenji, Torei Zenji und Hakuin Zenji. Im Eintrag Wer ist Zenmeister:in, und warum? steht: „Im Zen dient Zenji außerdem als ehrende Bezeichnung, etwa in Dōgen Zenji.“ Auf der Seite Zen ist 禅 erklärt, auf der Seite Rōshi die achtungsvolle Anrede für einen Shike.

Überlieferung

Neben dem Mönch der Lehre und dem Mönch der Ordensregeln kannte man den Mönch der Versenkung schon früh. In Japan wurden auch Mönche, die Kranke pflegten und heilten, so genannt. In China erhielt Shenxiu nach seinem Tod Datong Zenji als Titel. In Japan folgte für Rankei Dōryū nach seinem Tod Daikaku Zenji. Wer den Titel verlieh, wird verschieden angegeben: der abgedankte Kaiser Kameyama oder Kaiser Go-Uda.

Häufige Fragen

Hat Dōgen den Zusatz Zenji als höfischen Titel erhalten?

Bei Dōgen Zenji geht es heute um eine ehrende Bezeichnung. Vom Hof erhielt Dōgen 1854 Busshō Dentō Kokushi und 1879 Jōyō Daishi.

Wie liest man 禅師?

Heute liest man gewöhnlich zenji. Als ältere Lesungen begegnen zenshi und senji.

Wo liegt der Unterschied zwischen Zenji und Rōshi?

Bei Zenji geht es um einen Mönch der Versenkung, einen Ehrentitel des Hofes oder eine ehrende Bezeichnung, im Zen auch für den Shike. Mit Rōshi ehrt man eine erfahrene Lehrperson; im japanischen Zen ehrt man so den Shike. Mit beiden Wörtern kann man also dieselbe Person meinen, aus verschiedenen Zusammenhängen heraus.

Für Expert:innen

Im 精選版 日本国語大辞典 stehen drei Bedeutungen von 禅師: der in der Versenkung erfahrene Mönch im 日本書紀 bei der Eintragung für den elften Monat des sechsten Jahres des Bidatsu, das Werk wurde 720 abgeschlossen; der Mönch, der Versenkung übt, dann allgemein ein Mönch, im 万葉集 aus der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts; und der höfische Ehrentitel im 平家物語 aus der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts. 禅師号 steht 1383 im 空華日用工夫略集. In der デジタル大辞泉 steht 禅師 im Zen auch als gewöhnliche Bezeichnung des Shike (師家の通称). Als Verleiher von Daikaku Zenji steht im 改訂新版 世界大百科事典 der abgedankte Kaiser Kameyama (亀山上皇), in der japanischen Wikipedia Kaiser Go-Uda (後宇多天皇). Bei 禅 zählt man in der japanischen Form dreizehn Striche; es steht unter Kangxi-Radikal 113 示 in der Seitenform 礻, wird erst in der Mittelstufe gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N1. 禪 hat siebzehn Striche, die vereinfachte chinesische Form mit 单 zwölf. Nach 角川新字源 bilden 示 und der Lautteil 單 die alte Form; nach dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist 禅 eine Kurzform. Amtlich liest man On zen; sen, yuzuru und shizuka stehen außerhalb der amtlichen Liste. Shizuka findet man bei Jisho sowie im englischen und japanischen Wiktionary.

Bei 師 zählt man zehn Striche; es steht unter Kangxi-Radikal 50 巾, wird in der fünften Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Chinesisch vereinfacht schreibt man 师. Ein 旧字 hat 師 nicht; das japanische Wiktionary führt 𠦵, 𠵀 und 𩇱 als 古字, das englische Wiktionary weitere Nebenformen. Nach 角川新字源 liegt eine Einheit von zweitausendfünfhundert Soldaten um einen Hügel zugrunde; nach dem japanischen Wiktionary verbinden sich zwei ältere Wortzeichen, nach dem englischen Wiktionary 𠂤 und 帀 als Sinnverbindung, nach dem 漢語多功能字庫 ist 帀 der Lautteil. Amtlich liest man On shi; miyako und ikusa stehen außerhalb der amtlichen Liste. Das japanische Wiktionary führt zusätzlich zu sowie nori, moro, moromoro, noshi, tsukōmatsuru, shitagau und kimi. Nach dem 日本大百科全書 erhielt Dōgen 1854 Busshō Dentō Kokushi und 1879 Jōyō Daishi; ein Zenji-Titel des Hofes steht dort nicht. In der japanischen Wikipedia steht ohne Nachweis, die Äbte von Eiheiji und Sōjiji erhielten nach altem Brauch Generation um Generation den Zenji-Titel des Hofes. Beispiele sind 禅寺, zendera, Zen-Tempel, 坐禅, zazen, Sitzen in Versenkung, 教師, kyōshi, Lehrperson, und 大師, daishi, buddhistischer Ehrentitel.

Vertiefen

Das Glossar der Mühle

Im Glossar stehen 105 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 219 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in zwölf Rubriken.

Grundlagen der Lehre · Zen-Erfahrung · Praxis und Form · Kloster, Ort und Linie · Texte und Chanten · Küche und Nahrung · Körper und Atem · Bogenschießen · Natur und Jahreslauf · Wörter des Lebens · Schrift und Kultur · Weitere Begriffe und Zeichen

Viele Schriftzeichen leben fest auf unseren Seiten: groß im Hintergrund einer Sektion, klein neben einem Titel. Im Verzeichnis findest du sie alle, mit Bedeutung und Fundort. Alle Kurse und Sesshins der Mühle im Überblick.

← Zurück zur Kanji-ÜbersichtZum Glossar →Zum Verzeichnis der Schriftzeichen →Übersicht Kurse →