
Japanisch Takkesa Ge
Aussprache etwa tak-ke-sa ge, scharfes s wie in Bus
Vers beim Anlegen des Kesa
Das Gewand wird angelegt, der Vers richtet seinen Sinn auf alle Wesen.

Japanisch Takkesa Ge
Aussprache etwa tak-ke-sa ge, scharfes s wie in Bus
Vers beim Anlegen des Kesa
Das Gewand wird angelegt, der Vers richtet seinen Sinn auf alle Wesen.
Ein Gewand anzulegen kann eine alltägliche Bewegung sein und zugleich das ganze Leben ausrichten. 搭袈裟偈, gelesen takkesa ge, ist der Vers beim Anlegen des Kesa. In der Altbäckersmühle heißt er Kesa Sutra, seiner Textform nach ist er ein Vers.
Vier Zeichen stehen wie vier Schritte einer Handlung. 搭 nennt das Auflegen oder Anlegen. 袈裟 hält den fremden Klang kesa fest, ohne das Gewand Zeichen für Zeichen zu übersetzen. 偈 schließt die Folge als Vers.
Unter 袈 und 裟 liegt jeweils 衣, das Zeichen für Gewand. Die Form trägt also Stoff in ihrem eigenen Körper. Zwei Zeichen geben dem Ausdruck eine Handlung und eine Textform. Zwei bewahren vor allem einen Klang.
Stoff auf stiller Stirn
noch ehe die Hände binden
trägt der Morgen mit
Das Kesa ist mehr als Kleidung. Es steht für das Leben in den buddhistischen Gelübden. Der Vers hält für einen Augenblick inne, bevor das Gewand getragen wird. Die Robe wird nicht zum Schmuck eines Ichs, sondern zum sichtbaren Zeichen einer empfangenen Form.
Eine Zeile der deutschen Fassung unseres Sutra-Blatts nennt das Kesa ein Feld jenseits von Form und Leere. Das Feldbild berührt 福田衣, das Gewand als Feld des Verdienstes. Beim Sprechen wird aus dem Anlegen eine Frage: Was trage ich, und wem soll diese Übung dienen?
Auf dem Sutra-Blatt steht der Text als Kesa Sutra mit vier japanischen und vier deutschen Zeilen. Der Untertitel sagt genauer: der Vers beim Anlegen des Kesa. Der vertraute Haustitel bleibt stehen, obwohl 偈 einen Vers und kein Sutra bezeichnet.
Die Seite Okesa erklärt das Gewand und die Herkunft des Wortes aus Sanskrit kāṣāya. Die Seite Rakusu zeigt seine kleine Form. In der Altbäckersmühle legen die Ordinierten zum Vers ihr Okesa oder Rakusu auf den Kopf und sprechen ihn gemeinsam. Alle, die im Zendo sitzen, sind eingeladen mitzusprechen; wer nur zuhört, ist ebenso Teil der Praxis.
Kāṣāya bezeichnete ursprünglich eine gebrochene, nicht leuchtende Farbe und wurde zum Namen des buddhistischen Gewands. In Ostasien wurde der Klang als 袈裟 geschrieben und im Japanischen kesa gelesen. Die beiden Zeichen dienen hier der Lautübertragung, nicht einer Übersetzung ihrer Einzelbedeutungen.
Die Sōtō-Überlieferung nennt den Text Takkesa no ge, Vers beim Anlegen des Kesa, und überliefert vier Zeilen. Die Silbenfolge des Hausblatts stimmt mit dieser Form überein. Die Sōtōshū schreibt den Vers in alten Zeichenformen, etwa 如來 und 廣; in heutiger japanischer Schreibung stehen dafür 如来 und 広.
Ist das Kesa Sutra wirklich ein Sutra?
Als Haustitel heißt der Text Kesa Sutra. Das Zeichen 偈 bezeichnet jedoch einen Vers, Sanskrit gāthā. Kesa-Vers ist deshalb die genauere Angabe der Textform, ohne den vertrauten Haustitel zu verwerfen.
Was bedeutet 袈裟 Zeichen für Zeichen?
袈裟 gibt vor allem den Klang des Sanskritwortes kāṣāya wieder. Aus den Einzelzeichen lässt sich keine verborgene Gewandlehre ableiten. Der überlieferte Gesamtname bezeichnet das buddhistische Gewand.
Sprechen nur Ordinierte den Vers?
Nein. Die Ordinierten legen dazu ihr Gewand auf den Kopf, doch alle Anwesenden sind eingeladen, freiwillig mitzusprechen. Auch wer nur zuhört, ist mitten in der Praxis.
搭 hat in der japanischen Zählung zwölf Striche, steht unter 扌, Hand, Kangxi 64, und ist ein Jōyō-Kanji der Mittelschule; die On-Lesung ist tō, die Kun-Lesungen noru und noseru stehen außerhalb der amtlichen Liste. Das 角川新字源, das englische Wiktionary und das japanische Wiktionary erklären es als Laut-Bedeutungs-Zeichen aus Hand und 荅. 袈 hat elf Striche, 裟 dreizehn, beide stehen unter 衣, Kangxi 145, und sind Jinmeiyō-Kanji. Das 角川新字源 und das japanische Wiktionary erklären beide als Laut-Bedeutungs-Zeichen: bei 袈 ist 衣 der Bedeutungsteil und 加 der Lautteil, bei 裟 sind es 衣 und 沙. 袈 wird mit ke oder ka, 裟 mit sa oder sha gelesen.
偈 hat elf Striche und steht unter 亻, Mensch, Kangxi 9. Es gehört nicht zur Jōyō-Liste. Das englische und das japanische Wiktionary erklären es als Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 亻 und 曷. Die Lesung ge bezeichnet einen buddhistischen Vers und gibt Sanskrit gāthā wieder. Kanjipedia führt außerdem die On-Lesungen ketsu und kei sowie die Kun-Lesungen hayai und ikō. Die Lesung takkesa ge folgt der Sōtōshū; ein Wörterbucheintrag für 搭袈裟 fehlt. Gebräuchliche oder wichtige Wörter sind 袈裟, kesa, das Gewand, 福田衣, fukuden e, Gewand als Verdienstfeld, 偈, ge, buddhistischer Vers, und 搭乗, tōjō, das Einsteigen in ein Fahrzeug.
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