Kanji 門 (Tor) in Pinselschrift
門

Japanisch  mon oder kado, je nach Wort

Tor, Eingang, Schule

Zwei Türflügel und ein offener Durchgang. Im Zen wird die Lehre selbst zum Tor.

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Was ist das Kanji für Tor?

Ein Tor trennt zwei Räume und verbindet sie. 門 (mon, kado) ist das Kanji für Tor und Eingang. Zwei Flügel stehen einander gegenüber, in ihrer Mitte bleibt der Durchgang offen.

Das Zeichen

Die alte Form zeigt zwei gegeneinander stehende Türflügel. In manchen der ältesten Formen liegt oben ein Querbalken, links und rechts reichen die Pfosten nach unten. Dazwischen steht nichts. Gerade dieser leere Raum macht das Zeichen zum Tor.

Ob man die Form als Bild eines Tores liest oder als Verbindung zweier Türflügel: Am sichtbaren Gegenstand ändert das nichts. 門 ist keine Mauer und keine einzelne Tür. Es ist der Ort, an dem ein Schritt möglich wird.

Haiku

Das Tor steht offen.
Ein Fuß bleibt noch im Wissen.
Der andre tritt ein.

Im Zen

Im Buddhismus begegnet 門 im Wort 法門 (hōmon), Dharma-Tor. Das Wort bezeichnet die Lehre des Buddha und den Weg, der in sie hineinführt. Ein Dharma-Tor wird nicht dadurch zum Durchgang, dass wir es bewundern. Die Lehre muss Körper, Rede und Geist berühren.

Auch das 無門関, Mumonkan, trägt das Tor im Titel. Die Sammlung umfasst achtundvierzig Kōan-Fälle und heißt bei uns „Die torlose Schranke“. 門 ist dabei das Tor, 関 die Schranke. Der Titel spielt zugleich mit dem Namen Wumen. Ein Kōan ist kein Rätsel mit einem verborgenen Lösungswort. Es bringt das vertraute Verstehen an eine Stelle, an der ein eigener Schritt nötig wird.

In der Altbäckersmühle

Im Verzeichnis der Schriftzeichen trägt 門 die Karte Tor. Es führt zum Leseweg Koans im Leben und steht über dessen erstem Essay, Offene Weite, nichts von heilig.

Der Essay erzählt das Bi-Yän-Lu, Fall 1. Bodhidharma gibt Kaiser Wu keine Antwort, die sich als sichere Lehre ablegen lässt. Das Kōan bringt uns an die Stelle, an der unser gewohntes Verstehen nicht weiterreicht. In der Sōtō-Tradition des Hauses gehört dieser Fall zur Shuso-Zeremonie am Ende einer Praxisperiode.

Überlieferung

門 bedeutete früh Tor, Eingang und den Zugang zu einem Haus. Von dort weitete sich das Feld aus. Das Zeichen kann auch eine Familie, die Schüler:innen eines Lehrers oder ein Fachgebiet bezeichnen. 入門 (nyūmon) heißt Eintritt als Schüler:in und auch Einführung in ein Fach.

Wumen Huikai stellte die achtundvierzig Fälle des Mumonkan 1228 zusammen und gab jedem einen Kommentar und einen Vers bei. Der Titel hält Tor und Schranke nebeneinander. Deshalb lässt er sich nicht in eine einzige deutsche Formel schließen.

Häufige Fragen

Ist 門 eine Tür oder ein Tor?

Beides liegt im Bedeutungsfeld. Das Zeichen zeigt einen Eingang mit zwei Flügeln. Es kann außerdem für Haus, Familie, Schule oder Fachgebiet stehen.

Was ist ein Dharma-Tor?

法門 (hōmon) bedeutet die Lehre des Buddha und den Weg zu ihr. Das Bild einer Pforte hilft, solange es nicht so klingt, als läge Zen fertig hinter einer Tür.

Warum heißt das Mumonkan „torlose Schranke“?

無門関 verbindet das Tor 門 mit der Schranke 関 und spielt mit dem Namen Wumen. Die bei uns gebrauchte Fassung hält die beiden verschiedenen Zeichen auseinander.

Für Expert:innen

門 hat acht Striche und ist das Kangxi-Radikal Nummer 169. Es ist ein Jōyō-Kanji der zweiten Grundschulklasse und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N2. Eine japanische alte Form gibt es nicht. Die vereinfachte chinesische Form ist 门; in Japan gilt sie als Kürzel (略字).

角川新字源 ordnet 門 als zusammengesetztes Bedeutungszeichen ein. Das englische und das japanische Wiktionary, 字通 und das Zeichenlexikon hangulhanja.com lesen dieselbe Form als Bildzeichen, so schon das Shuowen (从二戶。象形). Alle erkennen zwei Türflügel. 戶 bezeichnet im Vergleich eine einzelne Tür oder eine Hälfte der Form. Die Hauptlesungen sind mon und kado. Außerhalb der amtlichen Jōyō-Liste stehen bon sowie to, ie und miuchi. Gebräuchliche Wörter sind 正門 (seimon), Haupttor; 入門 (nyūmon), Einführung; 専門 (senmon), Fachgebiet; und 名門 (meimon), angesehene Familie oder Schule. Das buddhistische Fachwort 法門 (hōmon) bezeichnet die Lehre des Buddha.

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Das Glossar der Mühle

Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 195 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.

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