Glossar

Was ist Heilung aus spiritueller Sicht?

Was kann spirituelle Heilung bedeuten?

Heilung bedeutet sprachgeschichtlich sowohl heil machen als auch heil werden. Das ältere Wort heil bezeichnet etwas Unversehrtes. In einem spirituellen Zusammenhang geht es jedoch nicht notwendig um das Verschwinden einer Krankheit. Heilung kann hier eine religiöse Deutung, eine innere Wandlung, einen veränderten Umgang mit Leiden oder die Erfahrung von Zugehörigkeit und Ganzsein meinen.

Was genau darunter verstanden wird, hängt von der jeweiligen Tradition ab. Religiöse und esoterische Wege verbinden Heilung etwa mit Gebet, Ritual, Meditation oder einer Beziehung zum Göttlichen. Reiki und schamanische Rituale sind Beispiele für Praktiken, die bestimmte Traditionen mit Heilung verbinden. Daraus folgt keine Aussage über eine medizinische Wirkung.

Welche Bedeutung hat Heilung im Buddhismus?

Im Japanischen heißen Buddhas und Bodhisattvas auch 医王 (iō), König der Ärzte: Wie ein Arzt Kranke rettet, lindern sie mit der Lehre die Not der Menschen. Der Heilbuddha Bhaiṣajyaguru, japanisch Yakushi, ist ein Buddha des Mahāyāna, der in zwölf großen Gelübden gelobte, Menschen von Krankheit zu befreien und zum Erwachen zu führen. Er wird seit alter Zeit als Buddha der Arznei verehrt.

Solche Bilder betreffen die buddhistische Lehre und Verehrung. Sie machen eine spirituelle Praxis nicht zu einer medizinischen Behandlung. Im Zen steht die Übung nicht unter dem Versprechen, einen gewünschten Zustand herzustellen. Zazen beginnt mit dem Körper, der Haltung und dem Atem, so wie sie jetzt sind.

Ist Krankheit die Folge von Karma?

Nein. Karma ist keine strafende Macht und kein Urteil über einen Menschen. Aus einer Krankheit lässt sich nicht schließen, jemand habe sie durch frühere Handlungen verdient. Eine solche Zuschreibung würde dem erkrankten Menschen Schuld aufladen, ohne die Ursachen der Erkrankung zu kennen.

Karma bezeichnet Handlungen und ihre Wirkungen innerhalb eines Geflechts von Bedingungen. Mehr dazu im Eintrag Was ist Karma?. Eine persönliche religiöse Deutung kann für einen Menschen Bedeutung haben. Sie ist jedoch keine notwendige Erklärung für eine Erkrankung und rechtfertigt keine Schuldzuweisung an den erkrankten Menschen.

Wie üben wir damit in der Altbäckersmühle?

In der Altbäckersmühle ist der Körper nicht bloß ein Mittel, das einen anderen Zustand hervorbringen soll. Im Zazen, im Yoga, im Qigong, in TCM und Budo, im Samu und in der Regeneration üben wir mit dem Körper, der Haltung, dem Atem und der jeweiligen Tätigkeit. Mehr dazu auf der Seite Körpererfahrung.

Dabei versprechen wir keine Heilung. Eine Übung kann Raum geben, den eigenen Zustand wahrzunehmen, ohne ihn sofort verbessern oder erklären zu müssen. Krankheit und Schmerz müssen nicht erst spirituell sinnvoll werden, damit ein Mensch in der Praxis willkommen ist.

Körperliche oder psychische Erkrankungen und anhaltende Beschwerden lässt du zuerst ärztlich abklären. Bei psychischen Beschwerden kann anschließend eine psychotherapeutische Abklärung hinzukommen. Spirituelle Praxis ersetzt weder Diagnose noch Behandlung.