Was ist Soto Zen? (SōtōShu)

Traditionslinien im Zen Zen Angezeigt: 198

Die Sōtō-Zen-Schule 曹洞宗 des Zen-Buddhismus, oft einfach als “Sōtō Zen” bezeichnet, ist eine der größten Zen-Schulen in Japan.

Der Soto-Zen-Buddhismus hat seine Wurzeln im frühen chinesischen Chan-Buddhismus, der später nach Japan gebracht wurde. Zwei chinesische Mönche, Dongshan Liangjie (Tozan Ryokai auf Japanisch) und Caoshan Benji (Sozan Honjaku auf Japanisch), gelten als Gründer der Soto-Schule in China im 9. Jahrhundert. Doch derjenige, der am meisten mit der Verbreitung und Ausformung der Soto-Zen-Lehre in Japan in Verbindung gebracht wird, ist Dogen Zenji. Dogen Zenji (1200-1253) reiste nach China, um tiefer in die Zen-Praxis einzutauchen. Nach seiner Rückkehr nach Japan gründete er das Eiheiji-Kloster, welches noch heute eines der Hauptzentren des Soto Zen ist. Er verfasste auch den “Shobogenzo” (Schatzkammer des wahren Dharma-Auges), ein umfangreiches Werk, das die Kernlehren des Soto Zen darlegt.

Hier ist eine kurze Zusammenfassung des Sōtō Zen in Japan und im Westen:

Sōtō Zen in Japan unter Dōgen:

  1. Shikantaza (“Nur Sitzen”): Dōgen betonte eine Form der Meditation, die als “Shikantaza” bekannt ist, bei der man “einfach nur sitzt” ohne ein bestimmtes Ziel oder einen spezifischen Gedankenfokus.
  2. Einheit von Praxis und Erleuchtung: Für Dōgen war die Meditation selbst Ausdruck der Erleuchtung. Das bedeutet, dass die Handlung des Sitzens in Zazen bereits die buddhistische Praxis und Erleuchtung verkörpert.
  3. Genjōkōan: Dies ist einer der bekanntesten Texte von Dōgen. Darin beschreibt er die Beziehung zwischen der alltäglichen Erfahrung und der Erleuchtung.
  4. Die Buddha-Natur in allem: Jedes Wesen und jeder Moment enthält die Buddha-Natur. Es gibt keinen Unterschied zwischen gewöhnlichen Menschen und Buddhas, zwischen dem Alltag und dem Heiligen.
  5. Die Interdependenz von allem: In Anlehnung an die Mahayana-Philosophie betont Soto Zen die gegenseitige Abhängigkeit aller Phänomene. Es gibt kein isoliertes Selbst, das unabhängig von anderen existiert.
  6. Monastische Praxis: Eihei-ji ist eines der Hauptklöster der Sōtō-Schule, das von Dōgen gegründet wurde. Hier werden strenge monastische Praktiken, Zeremonien und ein Ritualzeitplan befolgt.

Sōtō Zen im Westen, vertreten beispielhaft durch Shunryū Suzuki:

  1. Anfängergeist: Suzuki Roshi, wie er oft liebevoll genannt wird, betonte den “Anfängergeist”, die Idee, sich jeder Situation mit einem offenen, unvoreingenommenen Geist zu nähern, als ob man sie zum ersten Mal erlebt.
  2. Integration in den westlichen Kontext: Suzuki half dabei, Sōtō Zen in einen westlichen Kontext zu integrieren, indem er Anpassungen in Sprache, Kultur und Praxis berücksichtigte.
  3. San Francisco Zen Center: Unter Suzukis Führung wurde das San Francisco Zen Center gegründet, das zu einem wichtigen Ort für Zen-Praxis und -Studium im Westen wurde.
  4. Alltägliche Praxis: Suzuki betonte die Wichtigkeit der Praxis im täglichen Leben, nicht nur im Zendo oder im Kloster. Für ihn war es wichtig, Erleuchtung im täglichen Leben und in alltäglichen Aktivitäten zu finden.
  5. Bücher und Lehren: Suzukis Buch “Zen Mind, Beginner’s Mind” ist eines der bekanntesten und am meisten geschätzten Bücher über Zen im Westen und hat viele Menschen zur Zen-Praxis inspiriert.

Sowohl Dōgen in Japan als auch Suzuki im Westen betonten, dass Zen nicht nur in der formalen Meditation oder im Kloster zu finden ist, sondern in jedem Moment unseres Lebens. Trotz der Unterschiede in Kultur und Zeit haben beide die zentrale Botschaft des Zen beibehalten: das Erwachen zur wahren Natur unseres Seins in der Gegenwart.

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