
Japanisch Gokai
Fünf Regeln für Laien
Fünf selbst auferlegte Übungsregeln der Laien: nicht töten, nicht nehmen, nicht lügen und mehr.

Japanisch Gokai
Fünf Regeln für Laien
Fünf selbst auferlegte Übungsregeln der Laien: nicht töten, nicht nehmen, nicht lügen und mehr.
Eine Übung trägt, wenn man sie sich selbst auferlegt. 五戒 (gokai) ist das japanische Wort für die fünf Silas, die Übungsregeln der Laien im Buddhismus. Im Deutschen heißen sie auch die fünf Gebote. Gemeint sind Grundsätze ohne Zwang von außen und ohne Strafe.
Das Zeichen für fünf steht auf einem breiten Boden. Darüber kreuzen sich zwei Linien, als begegneten sich zwei Wege. Das zweite Zeichen, 戒, verbindet Wachsamkeit mit Mahnung. Im alten Schriftbild halten zwei Hände eine Waffe. Wer sich hütet, achtet auf das eigene Tun, bevor eine Bewegung Schaden anrichtet.
Der Apfel hängt noch
die Hand fragt zuerst den Ast
dann erst den Hunger
Beim Sitzen trägt jede Handlung des Tages mit: ein Wort, das nicht stimmte, eine Hand, die schneller war als die Aufmerksamkeit, ein Rausch, der den Blick trübte. Geübt wird nicht nur das Verbot. Geübt wird das Hinsehen. Was tue ich gerade, wen berührt es, und was folgt daraus? Man kann die fünf Regeln als fünf Felder lesen: Leben achten, nicht nehmen, Beziehungen schützen, wahrhaftig sprechen und Klarheit bewahren.
Auf der Seite Gelübde steht: „Für Laien entstanden die fünf Gebote, für Novizinnen und Novizen zehn, für voll ordinierte Mönche und Nonnen ausführliche Regeln.“ Im Eintrag Was ist Jukai? steht: „Beim Jukai umfasst eine verbreitete Sōtō-Form sechzehn Gebote: drei Zufluchten, drei reine Gebote und zehn Hauptgebote.“ Im Eintrag Was sind die Paramitas? heißt es: „Śīla, 持戒, jikai, ethische Disziplin: Sie richtet Körper, Rede und Geist an den Bodhisattva-Geboten aus.“
Die Reihe stammt aus Indien. Im Pāli heißt sie pañcasīla, im Sanskrit pañcaśīla. Sīla meint sittliches Verhalten, 戒 ist die chinesische Wiedergabe. Die fünf Glieder heißen im Japanischen: nicht töten (不殺生, fusesshō), nicht nehmen, was nicht gegeben ist (不偸盗, fuchūtō), keine sexuelle Verfehlung (不邪淫, fujain), nicht lügen (不妄語, fumōgo) und keine berauschenden Getränke (不飲酒, fuonju). Auch der Jainismus kennt eine Reihe von fünf; an der Stelle der Rauschmittel steht dort das Nichtbesitzen. Im Pāli heißen die fünf auch Übungsregeln, sikkhāpada.
Sind die fünf Silas Gebote?
Im Deutschen sagt man auch die fünf Gebote. Ein sīla legt man sich jedoch selbst auf, ohne Zwang von außen und ohne Strafe. Silas oder Übungsregeln geben diesen Sinn genauer wieder.
Sind das die Gelübde des Jukai?
Nein, es sind zwei verschiedene Reihen. Beim Jukai empfängt man in einer verbreiteten Sōtō-Form sechzehn Gebote: drei Zufluchten, drei reine Gebote und zehn Hauptgebote.
Wie liest man 不飲酒, fuinshu oder fuonju?
Fuonju. In diesem buddhistischen Wort liest man 飲酒 onju, nicht inshu.
五 hat vier Striche, steht unter dem Kangxi-Radikal 7 (二) mit zwei Strichen außerhalb des Radikals, ist ein Jōyō-Zeichen der Schulstufe 1 und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N5. Die Herleitung ist nicht einheitlich: 角川新字源 sieht zwei sich kreuzende Linien, für die Zahl entlehnt; das 普及版 字通 den Deckel eines Geräts aus gekreuztem Holz; das japanische Wiktionary ein Gerät zum Aufwickeln von Schnur oder als zweite Lesart die Urform 㐅, das Kreuzen; das englische Wiktionary nennt den Grundsinn unklar. Striche, Radikal und Herleitung von 戒 stehen auf der Seite Gelübde.
Lesungen von 五: go; itsu, itsutsu. 戒 liest man kai und imashimeru. Das Wort gokai steht im 精選版 日本国語大辞典 mit dem Erstbeleg 法華義疏 aus der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts und ist bei Jisho nicht als gebräuchlich geführt. Gebräuchlich sind 五 go, fünf, 五つ itsutsu, fünf beim Zählen, 五月 gogatsu, Mai, 五十音 gojūon, die japanische Silbentafel, und 五輪 gorin, die Olympischen Spiele, auch die olympischen Ringe. Im Sanskrit steht pañcaśīla, im Pāli pañcasīla. Das Wort Pancasila bezeichnet außerdem die fünf Grundsätze der indonesischen Verfassung.
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