
Japanisch imashimeru oder kai, je nach Wort
Aussprache etwa i-ma-schi-me-ru oder kai
Gebot, Mahnung, ethische Richtschnur
Hauswort Gelübde; wörtlich Gebot, Mahnung oder ethische Vorschrift.

Japanisch imashimeru oder kai, je nach Wort
Aussprache etwa i-ma-schi-me-ru oder kai
Gebot, Mahnung, ethische Richtschnur
Hauswort Gelübde; wörtlich Gebot, Mahnung oder ethische Vorschrift.
Ein Gelübde bindet uns an das, was wir nicht vergessen wollen. 戒 (imashimeru, kai) heißt wörtlich jedoch Gebot, Mahnung oder Vorschrift, nicht Gelübde. Das japanische Wort für ein buddhistisches Gelübde im engeren Sinn ist 誓願 (seigan). Die Altbäckersmühle verwendet für die Kai das Hauswort Gelübde und hält damit zwei verschiedene Sprachgebräuche nebeneinander.
戒 steht breitbeinig da. Zwei Linien kreuzen sich, andere greifen von unten nach ihnen. Nichts an dieser Form schläft. Sie wirkt, als hielte jemand etwas mit beiden Händen und bliebe dabei wach.
Das Zeichen macht keine drohende Geste. Es sammelt Aufmerksamkeit vor einer Handlung. Zwischen Impuls und Tat entsteht ein schmaler Raum. Dort kann ein Mensch sich erinnern, was er schützen wollte. So lässt sich seine sichtbare Spannung lesen, bevor die alte Herleitung von Händen und Waffe erzählt.
Die Hand an der Tür.
Noch ehe sie sich öffnet,
kehrt der Blick zurück.
Jukai heißt die Gebote empfangen. Ein Mensch richtet sein Leben an einer Übung aus und lässt sich daran erinnern, wenn er sie verfehlt. Die drei reinen Gebote geben dieser Haltung eine Richtung: Unheilsames lassen, Heilsames tun, den Wesen dienen.
Im Sōtō-Zen umfasst eine verbreitete Form der Jukai sechzehn Gebote: drei Zufluchten, drei reine Gebote und zehn Hauptgebote. Beim Sitzen beginnt diese Ethik sehr klein. Wir bemerken, wie schnell wir urteilen, festhalten oder wegstoßen. Das Gebot lebt in der nächsten Antwort, im Umgang mit Macht und in der Bereitschaft, einen Fehler zu sehen.
Auf der Karte Gelübde steht für 戒 das Hauswort Gelübde. Im Bodhisattva-Training versteht man die drei reinen und die zehn gewichtigen Gelübde als beständige Übung. Im Essay Darf ein Bodhisattva kämpfen? wird am ersten Gelübde deutlich, dass eine Regel die konkrete Entscheidung nicht abnimmt.
Das indische śīla wurde im Chinesischen mit 戒 wiedergegeben. Es bezeichnet die ethische Übung und gehört mit Sammlung und Weisheit zu den drei Übungen 戒定慧. Für Laien entstanden die fünf Gebote, für Novizinnen und Novizen zehn, für voll ordinierte Mönche und Nonnen ausführliche Regeln. Im Mahāyāna kamen die Bodhisattva-Gebote hinzu, die auch Laien empfangen können.
In der buddhistischen Überlieferung unterscheidet man 戒, die Übung des Einzelnen, und 律, die Regeln der Gemeinschaft. Gelübde im engeren Sinn heißt 誓願, etwa in den vier großen Gelübden eines Bodhisattva. Sprachlich bleiben 戒 und 誓願 deshalb verschiedene Wörter, auch wenn das Haus die Kai als Gelübde bezeichnet.
Ist 戒 das japanische Wort für Gelübde?
Nein. 戒 heißt Gebot, Vorschrift, Mahnung oder Selbstzügelung. Gelübde im engeren buddhistischen Sinn heißt 誓願 (seigan), etwa in den vier großen Gelübden.
Wie verhalten sich 戒 und das Hauswort Gelübde zueinander?
In der Altbäckersmühle heißen die Kai auf der Karte und in den Texten Gelübde. Das Hauswort nimmt die Form auf, in der sie empfangen werden: In einem englischsprachigen Zeremonientext der Laienordination sagen die Empfangenden zu, die Gebote von nun an fortwährend zu halten. Wörtlich bleibt 戒 Gebot, Mahnung oder Vorschrift; für das Gelübde im engeren Sinn steht 誓願.
Geht es bei 戒 um blinden Gehorsam?
In der buddhistischen Überlieferung unterscheidet man 戒 als ethische Übung des Einzelnen und 律 als Regeln der Gemeinschaft. Ein Gebot ersetzt nicht die Verantwortung. Es schärft sie gerade dann, wenn eine Lage keine bequeme Lösung bietet.
戒 hat sieben Striche. Sein Radikal ist 戈, Hellebarde, Nummer 62 unter den 214 Kangxi-Radikalen. Es gibt keine alte Form. Das Zeichen dient jedoch als Ersatzschreibung für 誡, ermahnen. 戒 gehört zum amtlichen japanischen Zeichenbestand.
Die Herleitung ist eine Bedeutungsverbindung aus 戈, Waffe, und 廾, zwei Händen. Das alte Bild zeigt, wie eine Waffe mit beiden Händen gehalten wird. In Aufbau und Bild stimmen 角川新字源 und Wiktionary überein. Wiktionary deutet es als Warnung, 角川新字源 führt die Bedeutung von wachsam sein weiter zu sich zügeln; schon das Shuowen erklärt 戒 als Wachsamkeit gegen das Unvorhergesehene (警也 … 以戒不虞).
Die On-Lesung ist kai. Wiktionary führt dazu die alte Go-Lesung ke, die weder in der amtlichen Liste noch bei Kanjipedia steht. Die Kun-Lesung ist imashimeru. Gebräuchliche Wörter sind 戒律 (kairitsu), religiöse Vorschriften; 受戒 (jukai), die Gebote empfangen; 破戒 (hakai), ein Gebot brechen; 自戒 (jikai), Selbstermahnung; 懲戒 (chōkai), Disziplinarmaßnahme.
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