
Japanisch mu oder tsutomeru, je nach Wort
Aufgabe, Bemühen, Dienst
Aufgabe, Bemühen, Dienst. Samu trägt den gemeinsamen Ort.

Japanisch mu oder tsutomeru, je nach Wort
Aufgabe, Bemühen, Dienst
Aufgabe, Bemühen, Dienst. Samu trägt den gemeinsamen Ort.
Es gibt Arbeit, die keiner sieht, und ohne die ein Haus nicht steht. 務 (mu, tsutomeru) ist das Kanji für Dienst, genauer für Aufgabe, Pflicht und Bemühen. Ganz genau passt Dienst in Wörtern wie 勤務, kinmu; das einzelne Zeichen reicht weiter.
Rechts unten in 務 steht 力, das Zeichen für Kraft; darüber und links davon liegt 敄, das den Laut trägt und mit dem Bemühen verbunden wurde. Die frühen Formen dieses Bestandteils werden verschieden gelesen, als erhobene Lanze oder als Mensch mit Helm und schlagender Hand. Sicher bleibt die Grundstruktur: 力 gibt die Bedeutung, 敄 den Laut.
務 erscheint in 義務, gimu, der Pflicht, in 任務, ninmu, dem Auftrag, in 事務, jimu, der Büroarbeit und Verwaltung, und in 勤務, kinmu, dem Dienst. Das Verb 務める, tsutomeru, heißt eine Rolle oder Aufgabe übernehmen und ausfüllen; sich bemühen schreibt man heute 努める. In 作務, samu, verbindet es sich mit 作, dem Machen.
Der Eimer ist voll
zwei Hände tragen den Weg
Wasser für alle
Dienst kann unfrei machen, wenn er blinden Gehorsam verlangt. Er kann aber auch das enge Kreisen um die eigenen Wünsche unterbrechen. Im Zen ist nicht entscheidend, ob eine Aufgabe hoch oder niedrig angesehen wird. Entscheidend ist, ob sie gebraucht wird und wie sie getan wird.
Samu nennt die körperliche Arbeit als Teil der Zen-Übung. Verantwortung endet nicht am Rand des Sitzkissens. Ein Raum muss gereinigt, eine Mahlzeit gekocht, Holz getragen werden. Das gemeinsame Leben wird nicht von unsichtbaren Händen erhalten.
Die Seite Samu beschreibt Arbeit als Zen-Praxis, je nach Jahreszeit im Garten, am Haus, im Wald und am Bach. Samu ist, wie die Seite sagt, „konkrete Hilfe für den Ort und Dienst für den Sangha“, die Übungsgemeinschaft. Und: „Meditation am Morgen und Abend gibt den Tagen einen klaren Rahmen.“
務 erinnert an Aufgabe und Bemühen. Es verlangt weder Aufopferung noch einen heldenhaften Arbeitskult. Ein guter Dienst achtet Grenzen, Kräfte und Zuständigkeiten. Er wird verlässlich getan, ohne den eigenen Wert aus Erschöpfung zu gewinnen.
Eine Erläuterung sieht im alten 務 zuerst den Einsatz bei der Feldarbeit. Im Japanischen steht das Zeichen für Aufgabe und Pflicht, etwa in 義務 und 任務.
Dem chinesischen Chan-Meister Baizhang Huaihai, gestorben 814, wird zugeschrieben, die Arbeit zur Grundlage des gemeinsamen Klosterlebens gemacht zu haben. Eine verbreitete Überlieferung bindet sogar das tägliche Essen an die tägliche Arbeit. In Dōgens Klosterregeln steht 普請, fushin, der Ruf aller zur gemeinsamen Arbeit. Auch im Kapitel Gyōji seines Hauptwerks, des Shōbōgenzō, spricht Dōgen von 普請 und 作務.
Was bedeutet Samu?
Samu wird 作務 geschrieben und bezeichnet gemeinsame körperliche Arbeit als Zen-Praxis. 作 meint das Machen, 務 die Aufgabe und das Bemühen. Die Arbeit dient dem gemeinsamen Leben.
Bedeutet 務 wirklich Dienst?
Dienst ist eine passende Teilübersetzung, besonders in 勤務. Das Zeichen selbst bedeutet auch Pflicht, Aufgabe, Bemühen und sich einer Sache widmen.
Ist 务 die japanische Kurzform?
Nein. 务 ist die vereinfachte Form der chinesischen Schrift, in der 矛 weggefallen ist. Im Japanischen schreibt man 務.
務 hat elf Striche und steht unter dem Kangxi-Radikal 力, Nummer 19. Es ist ein Jōyō-Kanji der fünften Grundschulklasse; die vereinfachte chinesische Form 务 hat fünf Striche. 角川新字源 ordnet 務 als 会意形声 ein: 力 trägt die Bedeutung, 敄 Laut und Bedeutung des Bemühens. 字通 und das englische Wiktionary ordnen es als Laut-Bedeutungs-Zeichen (形声) mit 敄 als Lautteil ein. 字通 sieht in 敄 einen Menschen, der mit erhobener Lanze auf einen anderen zugeht, in 力 einen Pflug und als Grundbedeutung den Einsatz bei der Feldarbeit; das 漢語多功能字庫 sieht nach Zhang Shichao einen Menschen mit Helm und ein schlagendes 攴, dessen Helmteil später zum Lautzeichen 矛 wurde. Die amtliche On-Lesung ist mu, bu steht außerhalb der Jōyō-Tabelle. Die amtlichen Kun-Lesungen sind tsutomeru und tsutomaru; anadoru und anadori, verachten und Verachtung, stehen außerhalb der Jōyō-Tabelle. Gebräuchliche Wörter sind 義務, gimu, Pflicht; 事務, jimu, Büroarbeit, Verwaltung; 勤務, kinmu, Dienst; und 任務, ninmu, Auftrag. Dazu das Wort der Zen-Klöster 作務, samu, Arbeit im Zen-Kloster. Das 精選版 日本国語大辞典 nennt als frühesten Beleg für 作務 das Kapitel Gyōji des Shōbōgenzō (1231 bis 1253), für 普請 Dōgens 知事清規 (Mitte des 13. Jahrhunderts).
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