
Japanisch Kongōjō
Aussprache etwa kon-goo-dschoo
Vajrayāna, Vajra-Fahrzeug
Vajrayāna, das Fahrzeug des vajra; im Japanischen besonders das Shingon.

Japanisch Kongōjō
Aussprache etwa kon-goo-dschoo
Vajrayāna, Vajra-Fahrzeug
Vajrayāna, das Fahrzeug des vajra; im Japanischen besonders das Shingon.
Ein Weg kann zugleich unerschütterlich und beweglich gedacht werden. 金剛乗, gelesen kongōjō, ist das Kanji für Vajrayāna, das Fahrzeug des vajra; im Japanischen ist damit vor allem eine esoterische Schule Japans gemeint, das Shingon.
Mit 金 ist Metall oder Gold gemeint, mit 剛 stark und hart. Zusammen gibt man damit das Sanskritwort vajra wieder, den Donnerkeil Indras und den Diamanten als religiöse Bilder des Unzerstörbaren. Mit 乗 ist das Fahrzeug gemeint. In der alten Form 乘 sieht man einen Menschen auf einem Baum. Man kann den Namen so lesen: unerschütterliche Klarheit und ein Fahrzeug, das Wesen auf dem Weg trägt.
Ein Donner ohne Laut
der Weg trägt durch die Wolken
kein Glanz bleibt allein
Aus dem Mahāyāna wuchsen tantrische Lehr- und Übungsformen; man nennt sie Vajrayāna. Man sollte Zen und Vajrayāna nicht gleichsetzen. Im Japanischen ist mit 金剛乗 vor allem die esoterische Lehre des Shingon gemeint. In der tibetischen Überlieferung nennt man den tantrischen Buddhismus selbst so, und in der westlichen Forschung gebraucht man Vajrayāna für alle tantrischen Formen des Buddhismus.
Auf der Seite Großes Fahrzeug findet man Vajrayāna (金剛乗) als esoterische Richtung des Buddhismus. Unter yāna versteht man dort das Fahrzeug. Auf der Seite Korea & Vietnam steht über das heutige Thiền: „Selbst Tantra-Übungen sind nicht unbekannt.“
Tantrische buddhistische Formen nahmen in Indien über mehrere Jahrhunderte Gestalt an. Als eigene Richtung erkennt man sie vor allem seit dem siebten Jahrhundert; ihre Anfänge setzt man zum Teil früher an. In Japan findet man den esoterischen Buddhismus besonders im Shingon und im Tendai. Mit 金剛乗 ist dort im engeren Sinn das Shingon gemeint, im weiteren Sinn das Vajrayāna insgesamt.
Bedeutet 金剛乗 einfach tibetischer Buddhismus?
Im Westen versteht man Vajrayāna oft so. Im Japanischen versteht man unter 金剛乗 zuerst die esoterische Lehre des Shingon.
Was bedeutet vajra?
Mit vajra sind der Donnerkeil Indras und der Diamant gemeint. Im Buddhismus versteht man darunter ein Bild für das Unzerstörbare und Unerschütterliche.
Gehört Vajrayāna zum Mahāyāna?
Man versteht es als eine aus dem Mahāyāna gewachsene Richtung mit eigenen tantrischen Lehr- und Übungsformen.
金 hat acht Striche, ist Kangxi-Radikal 167, gehört zur ersten Klasse und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N5. Bei Kanjipedia steht keine alte Form. Nach 角川新字源 stehen 土 und 八 für Erde und Erz, 今 trägt den Laut. Nach dem englischen Wiktionary sind 士 oder 王 und 呂, zwei Metallbarren, die Bedeutungsteile und 亼 (今) der Lautteil; nach dem japanischen Wiktionary steht in der Orakelschrift 火 mit dem Lautteil 今, die Lesart mit 呂 verwirft es. On sind kin und kon, Kun sind kane, kana und außerhalb der amtlichen Liste kogane; dazu nach Jisho gon. 剛 hat zehn Striche, Kangxi-Radikal 18, 刀 in der Form 刂, gehört zur Mittelstufe und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N1. Die chinesische Kurzform ist 刚. Nach 角川新字源 ist es ein 会意形声-Zeichen: 刀, Messer, und 网, Netz, zugleich Lautteil (岡 ist dessen veränderte Form): mit dem Messer das Netz durchtrennen. Nach dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist es ein Laut-Bedeutungs-Zeichen mit 山 als Bedeutungsteil und einem Lautteil aus 网 und 刀; nach dem japanischen schrieb das Zeichen zuerst das Wort für Hügel (岡), stark ist entlehnt. On sind gō und außerhalb der amtlichen Liste kō. Kun sind außerhalb der amtlichen Liste tsuyoi und katai; nur das englische Wiktionary führt kowai. 乗 hat neun Striche, Kangxi-Radikal 4, 丿, gehört zur dritten Klasse und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Die alte Form 乘 hat zehn Striche; eine Nebenform ist 椉. Nach 角川新字源 zeigt 乘 einen Menschen, der auf einem Baum steht (会意); die Schulform 乗 folgt einem 俗字. Nach dem japanischen Wiktionary ist 乘 ebenfalls ein 会意-Zeichen, nach dem englischen ein Bildzeichen. On sind jō und außerhalb der amtlichen Liste shō, Kun sind noru und noseru; dazu nach Jisho und dem englischen Wiktionary nori. Gebräuchlich sind お金 okane, Geld, 金属 kinzoku, Metall, 乗客 jōkyaku, Fahrgast, und 乗車 jōsha, Einsteigen. Dazu kommt 金剛 kongō, vajra, Diamant, bei Jisho ohne die Marke „common“; 金剛乗 selbst steht bei Jisho nicht. Im 精選版 日本国語大辞典 steht als Erstbeleg das 本朝神仙伝 (Honchō Shinsenden), um 1111. Chinesisch schreibt man 金剛乘, vereinfacht 金刚乘.
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