
Japanisch Jikyō
Aussprache etwa dschi-kjoo
Sutra der Güte und des Wohlwollens
Güte wird zur Übung, wenn sie keinem Wesen Wohlergehen vorenthält.

Japanisch Jikyō
Aussprache etwa dschi-kjoo
Sutra der Güte und des Wohlwollens
Güte wird zur Übung, wenn sie keinem Wesen Wohlergehen vorenthält.
Güte beginnt nicht erst, wenn ein anderer Mensch sie verdient zu haben scheint. 慈経, gelesen jikyō, ist eine japanische Schreibung für das Metta-Sutta, das Sutra von der Güte. 慈 nennt das Wohlwollen, 経 den überlieferten Text.
慈 trägt unten das Herz. Darüber stehen verschlungene Linien, die dem Zeichen seinen Klang geben. Das Herz ist hier nicht nur das Bild einer flüchtigen Regung. Es liegt als ruhiger Grund unter einer Haltung, die einem anderen Wohlergehen wünscht.
経 stellt den Faden daneben. Güte bleibt nicht bei einem einzelnen Augenblick. Sie wird in einem Text geübt, erinnert und weitergegeben. Das Schriftbild verbindet innere Haltung und Überlieferung.
Kein Wind fragt den Baum
wem sein kühler Schatten gilt
Mittag wird ganz weit
Mettā ist ein Paliwort für Wohlwollen oder liebende Güte. Die Übung richtet den Wunsch nach Wohlergehen nicht nur auf vertraute Menschen. Sie weitet ihn auf alle Wesen aus, ohne Unterschiede der Nähe zum Maßstab zu machen.
Das Metta-Sutta stammt aus dem Pali-Kanon und ist kein ursprünglich chinesischer oder japanischer Zen-Text. In der Mühle steht es auf dem Sutra-Blatt und wird mit den anderen Texten der Karte gechantet; seine Herkunft liegt in einer frühen buddhistischen Schulung des Herzens.
Auf dem Sutra-Blatt heißt der Text Metta Sutra und Sutra von der Güte. Die deutsche Prosa beginnt: „Darum bemühe Dich, wenn Du das Gute suchst, nachdem Du Stille und Einsicht gefunden hast“.
Der Essay Der Feind, den wir brauchen greift die Stelle auf, an der Ärger seine Richtung ändert. Die Kanji-Seite Mitgefühl erklärt 慈 genauer als Güte und liebevolle Zuwendung. Das Textheft von 2006 enthält eine andere deutsche Versfassung nach Hans Wolfgang Schumann. Sie unterscheidet sich in Form und Wortlaut von der Karte.
Sein Pali-Titel ist Metta Sutta; nach dem ersten Wort Karaṇīyam heißt er auch Karaṇīyamettā Sutta. Der Text steht im Sutta Nipāta als Sn 1.8 und zugleich im Khuddakapāṭha als Khp 9. Er umfasst zehn Verse. Sein Anfang sagt, was ein Mensch tun soll, der das Gute sucht, dann weitet sich die Haltung auf alle Wesen.
Im Theravāda gehört der Text zur Rezitationsüberlieferung. Die japanische Schreibung 慈経 verbindet mettā mit 慈 und sutta mit 経. In Japan steht der Text unter dem Titel 慈経 auch unter den täglich rezitierten Pali-Texten des Theravāda.
Ist das Metta-Sutta ein Zen-Sutra?
Sein Ursprung liegt im Pali-Kanon der frühen buddhistischen Überlieferung. In der Mühle wird es mit den anderen Texten des Sutra-Blatts gechantet. Das ändert seine Herkunft nicht.
Gibt es nur ein Metta-Sutta?
Nein. Das Haus meint das Karaṇīyamettā Sutta, das als Sn 1.8 und Khp 9 überliefert ist. Ein anderer Text, AN 11.15 im Aṅguttara Nikāya, trägt ebenfalls den Titel Metta Sutta; er handelt von den Früchten der Güte.
Sind die beiden deutschen Hausfassungen gleich?
Nein. Die heutige Karte trägt eine Prosafassung. Das Textheft von 2006 enthält eine andere Versfassung nach Hans Wolfgang Schumann.
慈 hat dreizehn Striche und steht unter 心, Kangxi 61. Es ist ein Jōyō-Kanji, das in der Mittelschule gelehrt wird. Das 角川新字源, das englische Wiktionary, das japanische Wiktionary und das 漢語多功能字庫 erklären es als Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 心 für die Bedeutung und 茲 als Lautteil. Eine alte Form hat vierzehn Striche. Die On-Lesung ist ji, die Kun-Lesung itsukushimu, eine amtliche Lesung, die erst in der Oberstufe gelehrt wird.
経 hat elf Striche, steht unter 糸, Kangxi 120, und ist ein Jōyō-Kanji der fünften Grundschulklasse; die alte Form ist 經, die chinesische Kurzform 经. Das 角川新字源, das 普及版 字通, das englische Wiktionary, das japanische Wiktionary und das 漢語多功能字庫 erklären 經 als Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 糸 für den Faden und 巠 als Lautteil. Die amtliche Kun-Lesung ist heru; tateito, tatsu und osameru stehen außerhalb der amtlichen Liste, ebenso die On-Lesung kin. Gebräuchliche oder wichtige Wörter sind 慈悲, jihi, Güte und Mitgefühl, 慈善, jizen, Wohltätigkeit, 慈愛, jiai, liebevolle Zuneigung, und 経典, kyōten, heilige Schrift. Kotobank und Jisho führen 慈経 nicht als eigenes Stichwort. Den Titel 慈経 trägt die Seite der japanischen Theravāda-Vereinigung (日本テーラワーダ仏教協会) unter ihren täglich rezitierten Pali-Texten; die Lesung jikyō steht in der japanischen Wikipedia, in keinem der geprüften Wörterbücher.
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