
Japanisch Inzō
Aussprache etwa in-dsoo
Mudra, Handzeichen
Mudra ist ein Siegel oder eine Geste, in der die Hände der Übung sichtbare Form geben.

Japanisch Inzō
Aussprache etwa in-dsoo
Mudra, Handzeichen
Mudra ist ein Siegel oder eine Geste, in der die Hände der Übung sichtbare Form geben.
Eine Hand kann eine Haltung sichtbar machen, ohne einen Satz zu sprechen. 印相, japanisch inzō, auch insō, ist ein Wort für Mudra, ein Siegel oder eine geformte Handgeste. Im Zen begegnet sie besonders schlicht in der Haltung der Hände beim Zazen.
印 zeigt eine Hand, die einen knienden Menschen niederdrückt. Daraus kommt der Sinn drücken und, abgeleitet, Abdruck und Siegel. 相 verbindet Auge und Baum. Das Zeichen meinte zuerst das Betrachten. Wie es zu Gestalt und Gegenseitigkeit kam, wird verschieden erklärt.
Im Wort wird daraus die Gestalt des Siegels. Die Hände erklären keine Theorie. Sie geben einer inneren Ausrichtung eine sichtbare Form.
Die Hände im Schoß
zwei Daumen berühren sich
ohne jeden Druck
Beim Zazen gehört die Handhaltung zum ganzen Körper. Im hokkai jōin liegen die Hände unterhalb des Nabels im Schoß, die Handflächen offen nach oben, die linke auf der rechten. Die Daumenspitzen berühren sich, ohne zu drücken. Rücken, Atem und Hände bilden keine getrennten Übungen.
Auch Gasshō, die aneinandergelegten Hände, trägt eine klare Form. Im Sōtō-Zen ist Gasshō eine Geste der Verehrung, des Respekts oder der Bitte; im esoterischen Buddhismus gehören zwölf Formen der zusammengelegten Hände zu den Grundformen der Mudras. Nähe und Unterschied hängen deshalb vom Zusammenhang ab.
Der Eintrag über die Dhyāna-Mudrā beschreibt hokkai jōin als Handhaltung beim Zazen und ordnet sie in die ganze Sitzform ein. Beim Stehen und Gehen werden die Hände anders gehalten.
Die Seite über Gasshō erklärt die Geste der aneinandergelegten Hände. Der Eintrag über Zazen nennt die ruhenden Hände als Teil der Meditationshaltung.
Sanskrit mudrā bedeutet ursprünglich Siegel oder Stempel. Im Buddhismus stehen festgelegte Handformen für die innere Einsicht, die Gelübde und das Wirken von Buddhas und Bodhisattvas. Japanische Fachwörter sind auch 印, in, und 印契, ingei oder inkei.
Auf Buddhafiguren erscheinen verschiedene Formen, etwa 触地印, 転法輪印, 施無畏印 und 与願印. Bei der Meditationsgeste von Figuren kann die rechte Hand auf der linken liegen. In der Sōtō-Zazenform liegt die linke auf der rechten. Beides darf nicht gleichgesetzt werden.
Ist Gasshō eine Mudra?
Das hängt vom Zusammenhang ab. Im esoterischen Buddhismus gehören zwölf Formen der zusammengelegten Hände zu den Grundformen der Mudras. Im Sōtō-Zen ist Gasshō eine Geste der Verehrung, des Respekts oder der Bitte; der Eintrag des Hauses nennt als Sanskritform añjali mudrā.
Warum steht 印相 auch bei Namenssiegeln?
Das Wort kann auch die Form eines Siegels bezeichnen, aus der Glück oder Unglück seines Besitzers gelesen werden soll. Das ist eine eigene Bedeutung des Wortes, neben der buddhistischen Handgeste.
Heißt Mudra das, was Freude bringt?
Diese Deutung steht etwa in der deutschen Wikipedia, dort ohne Beleg und gleich neben der ursprünglichen Bedeutung Siegel. Das Sanskritwort mudrā heißt Siegel oder Stempel.
印 hat sechs Striche und steht unter 卩, kniender Mensch, Kangxi-Radikal 26. Es wird in der vierten Klasse gelernt. 角川新字源, das englische Wiktionary und das 漢語多功能字庫 erklären die Form übereinstimmend aus einer Hand und einem knienden Menschen; eine besondere alte oder vereinfachte Form wird nicht geführt. 相 hat neun Striche, steht unter 目, Auge, Kangxi-Radikal 109, und wird in der dritten Klasse gelernt. 角川新字源 und das englische Wiktionary erklären es aus 目 und 木, einem Auge, das einen Baum ansieht. Nach 角川新字源 kamen Gestalt und gegenseitig durch Entlehnung hinzu, nach dem englischen Wiktionary die Bedeutung gegenseitig; das 漢語多功能字庫 sieht in gegenseitig eine Erweiterung des Betrachtens. Auch 相 hat in 印相 keine besondere ältere oder vereinfachte Form.
Inzō und insō sind beide belegt. 印 hat die On-Lesung in und die Kun-Lesung shirushi; shirusu steht außerhalb der amtlichen Liste. 相 hat die On-Lesungen sō und shō und die Kun-Lesung ai; saga und tasukeru stehen außerhalb der amtlichen Liste. In 印相 wird 相 sō gelesen, in der Lesung inzō stimmhaft zō. Wörter sind 印相, inzō oder insō, Mudra oder Handzeichen, 印契, ingei oder inkei, ein weiteres Wort für Mudra, 法界定印, hokkai jōin, die Handhaltung beim Zazen, und 合掌, gasshō, die Geste der zusammengelegten Hände. Das Glossar der Sōtōshū führt 印相 und 印契 nicht als Stichwort; 印 steht dort nur als Siegel.
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