
Japanisch Rinsōin
Aussprache etwa rin-soo-in, scharfes s wie in Bus
Tempel des alten Mannes im Wald
Tempel des alten Mannes im Wald: Shunryu Suzukis Familientempel in Yaizu.

Japanisch Rinsōin
Aussprache etwa rin-soo-in, scharfes s wie in Bus
Tempel des alten Mannes im Wald
Tempel des alten Mannes im Wald: Shunryu Suzukis Familientempel in Yaizu.
Manche Namen bewahren eine ganze Geschichte. 林叟院 (Rinsōin) heißt in der Altbäckersmühle Tempel des alten Mannes im Wald. 林 bedeutet Hain, 叟 einen alten Mann und 院 einen umfriedeten Bereich mit Gebäuden, hier den eines Tempels. Die Verbindung lebt aus der Überlieferung des Tempels.
林 stellt zwei Bäume nebeneinander. 叟 trägt in der Mitte eine dichte, seltene Form und endet unten in einer Hand. 院 schließt den Namen mit einem geschützten Bereich.
„Alter Mann im Wald“ ist die Wiedergabe des Hauses. Die Geschichte des Tempels führt genauer zu einem alten Bergasketen und zu einem Namen, der nach einer Verlegung geändert wurde.
Zwei Bäume im Wind
ein Alter zeigt auf den Ort
dann schweigt nur der Hain
Klöster werden im Zen bisweilen Wälder genannt. Sōrin, 叢林, meint ein großes Kloster und seine Gemeinschaft, Zenrin, 禅林, ein Zen-Kloster oder eine Zen-Schule. Viele einzelne Bäume stehen miteinander, ohne ihre Gestalt zu verlieren. So kann der Hain zum Bild einer übenden Gemeinschaft werden.
Shunryu Suzuki empfing in Rinsō-in 1926 die Dharma-Übertragung und wurde 1936 Abt. Der Tempel wurde damit ein wichtiger Ort seines Weges, war aber nicht sein Geburtstempel.
Die Seite Zen in Japan zeigt Rinsō-in in der Galerie „Orte unserer Linie“. Die Karte sagt: „Tempel des alten Mannes im Wald. Shunryu Suzukis Familientempel.“ Familientempel meint hier den Tempel seines Abtsamts und seiner Familie, nicht seinen Geburtstempel.
Shunryu Suzuki holte Kobun Chino 1967 aus Eihei-ji nach Tassajara. Dadurch berührt Rinsō-in die Linie der Mühle. Die Seite Wald erklärt außerdem 林 als Hain und die Zen-Wörter 叢林 und 禅林.
Rinsō-in liegt in Yaizu und gehört zur Sōtō-Schule. Der Tempel wurde 1471 an der Küste gegründet und hieß 林雙院. Nach der Überlieferung des Tempels riet ein alter Bergasket zur Verlegung und zeigte den neuen Ort. 1497 zog der Tempel dorthin. Ein Jahr später soll ein Tsunami den früheren Platz zerstört haben.
Zur Erinnerung an den Alten sei 叟 in den Namen aufgenommen worden. Aus 林雙院 wurde 林叟院. Umzug und neuer Name gehören zur Geschichte des Ortes, die Erzählung vom Asketen gehört zu seiner Überlieferung.
Wurde Shunryu Suzuki in Rinsō-in geboren?
Nein. Sein Geburtstempel war Shōgan-ji bei Hiratsuka. Rinsō-in wurde später der Ort seiner Dharma-Übertragung und seines Wirkens als Abt.
Heißt 林叟院 wörtlich Tempel des alten Mannes im Wald?
Wörtlich stehen 林, Hain, 叟, alter Mann, und 院 nebeneinander; die Übersetzung ist die Wiedergabe des Hauses. Der Tempel selbst erklärt 叟 mit dem alten Bergasketen seiner Gründungslegende.
Warum schrieb sich der Tempel früher 林雙院?
林雙院 war der Name am ersten Standort. Nach der Verlegung wurde 雙 durch 叟 ersetzt. Die Tempellegende verbindet das neue Zeichen mit dem alten Asketen, der zum Umzug geraten haben soll.
林 hat acht Striche, Radikal 木, Kangxi 75, gehört zur ersten Klasse und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N2 (Jisho). Zwei Bäume bilden den Hain. Die Lesung ist On rin sowie Kun hayashi, ōi〔外〕. Wörter sind 林, hayashi, Hain, 林道, rindō, Waldweg, 林業, ringyō, Forstwirtschaft, und 林立, rinritsu, dicht stehen.
叟 hat in der japanischen Form zehn Striche (in Festlandchina neun, englisches Wiktionary), Radikal 又, Kangxi 29, ist kein Jōyō-Kanji und gehört zur Stufe 1 der Kanji-Prüfung 漢検. Das englische Wiktionary und das 漢語多功能字庫 erkennen in der alten Form eine Hand mit Fackel unter einem Dach, die Urform von 搜, suchen. Den Sinn alter Mann erklärt das 漢語多功能字庫 als spätere Lautentlehnung (假借). Die Lesungen sind On sō, bei Jisho auch shū, sowie Kun okina, toshiyori. 院 hat zehn Striche, Radikal 阜, Kangxi 170, und gehört zur dritten Klasse. 阜, Erdhügel oder Erdwall, ist der Bedeutungsteil, 完 der Lautteil; das Zeichen meinte zuerst die Erdmauer um ein Haus, dann das ummauerte Haus (新字源, 漢語多功能字庫). Die Lesung ist On in sowie Kun kaki〔外〕, kakoi〔外〕. Wörter mit 林 sind 叢林, sōrin, großes Kloster, im Zen auch die ganze Klostergemeinschaft, und 禅林, zenrin, Zen-Kloster. 林叟 ist im Chinesischen ein Wort für einen alten Mann, der im Bergwald lebt (汉典, mit einem Vers des Wang Wei); dass der Tempelname daran anknüpft, sagt keine der geprüften Quellen. Der Name wird Rinsōin gelesen.
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