
Japanisch zō oder kura, je nach Wort
Aussprache etwa dsoo oder ku-ra
Speicher, verwahren, Schatzkammer
Speicher und Verwahren. Im Titel Shōbōgenzō wird daraus die vertraute Schatzkammer.

Japanisch zō oder kura, je nach Wort
Aussprache etwa dsoo oder ku-ra
Speicher, verwahren, Schatzkammer
Speicher und Verwahren. Im Titel Shōbōgenzō wird daraus die vertraute Schatzkammer.
Eine Schatzkammer ist nicht kostbar, weil ihre Tür verschlossen ist. 蔵 (zō, kura) ist das Kanji, das im Titel Shōbōgenzō mit Schatzkammer übersetzt wird: Schatzkammer des wahren Dharma-Auges. Allein bedeutet es zunächst Speicher, Lagerhaus und verwahren.
Oben liegt 艸, das Gras. Darunter steht in der alten Form 臧, der Lautteil. Eine Herleitung sieht darin etwas, das mit Gras bedeckt und verborgen wird. Aus dem Verbergen wächst die Bedeutung des Verwahrens und des Ortes, an dem etwas aufgehoben ist.
Ein Speicher schützt, indem er aufnimmt. Er zeigt seinen Inhalt nicht ständig vor. Das passt zu einem Textschatz, der nicht aus glänzenden Gegenständen besteht. Eine Kammer voller Lehre bleibt verschlossen, solange kein Satz das eigene Leben berührt.
Die Tür steht nur an.
Im dunklen Speicher wartet
ein Satz auf den Tag.
正法眼蔵, Shōbōgenzō, wird als „Schatzkammer des wahren Dharma-Auges“ übersetzt. 蔵 trägt darin das Bergen und Umfassen. Das Zeichen behauptet nicht, der Dharma sei ein Besitz. Es sagt, dass die Lehre etwas enthalten kann, das im Lesen und Üben lebendig wird.
Dōgens Kapitel arbeiten mit Bildern, die fern erscheinen können: ein Klang im Tal, eine Zusage, ein Mensch auf dem Kissen. Werden diese Bilder nur gesammelt, bleiben sie im Lager. Praxis öffnet die Kammer. Sie fragt nicht zuerst, was ein alter Satz beweist, sondern was er heute sehen lässt.
Im Verzeichnis der Schriftzeichen trägt 蔵 die Karte Schatzkammer. Der Leseweg Dōgen im Leben trägt das Zeichen als Siegel. Er liest „Kapitel aus Dōgens Shōbōgenzō, nah am Text und nah am Alltag“.
Die Kanji-Seiten 授記, Juki und 声, Klang gehören zu den ersten beiden Teilen dieses Lesewegs. Auf der Seite Klang stehen für dasselbe Kapitel drei Zahlen, weil die Fassungen und Ausgaben des Shōbōgenzō verschieden zählen.
Der Ausdruck 正法眼蔵 ist älter als Dōgens Werk. Er bezeichnet die höchste Lehre, die alles erhellt und ohne Rest in sich birgt, den Kern der Lehre des Buddha. Dōgen schrieb seine Kapitel zwischen 1231 und 1253. Als seine eigenen Zusammenstellungen gelten die Fassungen mit fünfundsiebzig und mit zwölf Kapiteln. Die gedruckte Standardausgabe hat fünfundneunzig Kapitel.
Auch andere buddhistische Wörter bewahren den Sinn des Bergens. 三蔵 (sanzō) sind die drei Sammlungen der Lehrreden, Ordensregeln und Abhandlungen. 大蔵経 (daizōkyō) bezeichnet die große Sammlung buddhistischer Schriften, den Kanon. 蔵 ist darin kein einzelner Schatz, sondern das, was viele Texte aufnimmt.
Bedeutet 蔵 allein Schatzkammer?
Nicht genau. Das Zeichen bedeutet zunächst Speicher, Lagerhaus, verbergen und verwahren. Schatzkammer ist die vertraute deutsche Übersetzung im Titel Shōbōgenzō.
Was bedeutet Shōbōgenzō?
Im Deutschen wird der Titel als „Schatzkammer des wahren Dharma-Auges“ wiedergegeben; eine andere Gesamtausgabe heißt „Der Schatz des wahren Dharma“. Das Auge steht für das Erhellende, 蔵 für das umfassende Bergen.
Ist 藏 ein anderes Zeichen?
Es ist die alte japanische Form von 蔵 und zugleich die chinesische Form in traditioneller wie vereinfachter Schrift. Die heutige japanische Kurzform ist 蔵.
蔵 hat in der japanischen Zählung fünfzehn Striche und steht unter dem Kangxi-Radikal 艸, Nummer 140. Es ist ein Jōyō-Kanji der sechsten Grundschulklasse und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N2. Die alte Form 藏 hat siebzehn Striche.
角川新字源, das englische und das japanische Wiktionary und das 漢語多功能字庫 lesen 艸 als Bedeutungsteil und 臧 als Lautteil. Das 普及版 字通 nennt 臧 ebenfalls den Lautteil, hält den Sinn des Grases aber für schwer zu sichern, weil es von 藏 keine alten Schriftformen gibt. Nach einer Anmerkung der Bearbeiter um Xu Xuan, die 字通 und 字庫 anführen, steht im Hanshu dafür durchgehend 臧, und das Gras kam erst später hinzu. 角川新字源 erklärt den Weg vom Bedecken und Verbergen mit Gras zum Ort, an dem etwas aufbewahrt wird. 字庫 setzt den Grundsinn bei Aufbewahren und Speichern. Die Hauptlesungen sind zō und kura. Außerhalb der amtlichen Jōyō-Liste stehen die On-Lesung sō und die Kun-Lesungen osameru und kakureru. Gebräuchliche Wörter sind 蔵 (kura), Speicher; 冷蔵庫 (reizōko), Kühlschrank; 所蔵 (shozō), Besitz oder Bestand; und 地蔵 (jizō), der Bodhisattva Jizō. Buddhistische Fachwörter sind 三蔵 (sanzō), die drei Sammlungen des Kanons, und 大蔵経 (daizōkyō), der buddhistische Kanon.
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