Kanji 首座 (Shuso) in Pinselschrift
首座

Japanisch  Shuso
Aussprache  etwa schu-so, scharfes s wie in Bus

Erster Sitz der Übenden

Beim Shuso liegt der erste Sitz unter den Übenden, mit Verantwortung in einer Praxisperiode.

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Was ist das Kanji für Shuso?

Verantwortung zeigt sich nicht nur auf einem besonderen Platz. 首座 (shuso) ist das Kanji für Shuso. Gemeint ist der erste Sitz unter den Übenden, ein Amt mit leitender Verantwortung in einer Praxisperiode. Mit der Lesung shuza ist meist ein Ehrenplatz gemeint.

Das Zeichen

首 steht aufrecht wie ein Kopf, oben mit angedeutetem Haar. Unter dem Dach von 座 sitzen Menschen auf der Erde. Im gemeinsamen Schriftbild bleibt der erste Sitz mitten unter den anderen. Die erhöhte Verantwortung verliert den Boden nicht.

Haiku

Früh die Toiletten
spät erst der Platz vor allen
Fragen wie Regen

Im Zen

In einer Praxisperiode, einer gebundenen Zeit gemeinsamen Übens, führt der Shuso die Gemeinschaft mit. Das Amt fällt nicht notwendig der dienstältesten Person zu. In der Hossen shiki, der Befragung vor der Gemeinschaft, nimmt der Shuso den Platz des Abtes ein und antwortet auf Fragen. Im heutigen Sōtō sind das Amt und diese Befragung Voraussetzung für Risshin, den Rang eines voll ausgebildeten Mönchs.

In der Altbäckersmühle

Bei der Shuso-Zeremonie der Mühle geht es um den Fall Bodhidharma und Kaiser Wu, Fall 1 des Bi-Yän-Lu. Im Eintrag Was ist eine Praxisperiode, ein Ango? steht dazu: „Der Shuso liest ihn vor. Danach stellt der Sangha die Fragen.“ Zum Amt gehört auch, alle Toiletten zu putzen. Der Shuso wird offiziell umgedreht und sitzt mit dem Gesicht in den Raum. Dazu kommen der erste Vortrag vor der Gemeinschaft und die Aufgabe als Head Monk. Auf der Seite Mondō steht: „Mit Mondō ist auch nicht das Hossen gemeint.“

Überlieferung

In den chinesischen Klöstern der Song-Zeit und im mittelalterlichen Japan ordnete man den Shuso in der Mönchshalle unter dem Ino ein, der für ihre Regeln verantwortlich war. Häufig übernahm ein jüngerer Mönch mit Aussicht auf spätere Leitung das Amt, begleitet von einem älteren Berater. Im mittelalterlichen Japan wurde diese Erfahrung zu einer Voraussetzung für die spätere Leitung eines Tempels. Heute können Praxisperioden stark verkürzt sein.

Häufige Fragen

Wie liest man 首座?

Beim Zen-Amt liest man shuso. Mit shuza ist meist ein Ehrenplatz oder oberster Sitz gemeint, seltener auch das Zen-Amt. Nur im Wort shuso liest man 座 so, nicht bei den gewöhnlichen Lesungen von 座.

Wie ordnet man den Shuso gegenüber dem Abt ein?

Nein. Im Rang ordnet man den Shuso nach dem Abt ein; in der Dharma-Befragung nimmt er dessen Platz ein. Im heutigen Sōtō ist das Amt Voraussetzung für ein späteres Abtsamt, macht aber niemanden schon zum Abt.

Was gehört in der Mühle zum Amt?

Außer der Shuso-Zeremonie gehört dazu, alle Toiletten zu putzen. Nach dem offiziellen Umdrehen sitzt der Shuso mit dem Gesicht in den Raum, hält seinen ersten Vortrag vor der Gemeinschaft und übernimmt die Aufgabe als Head Monk.

Für Expert:innen

Im 精選版 日本国語大辞典 steht shuso im 永平道元禅師清規 aus der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Abschnitt 弁道法. Für shuza als Zen-Amt steht eine Stelle im 太平記 aus der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts, für den Ehrenplatz im 江戸繁昌記 von 1832 bis 1836; auch in der デジタル大辞泉 verweist shuza auf das Amt shuso. Nach dem 精選版 日本国語大辞典 ist der Shuso der erste Sitz unter den übenden Mönchen, im Rang nach dem Abt, und besorgt alle Dinge der Mönchshalle. Bei 首 zählt man neun Striche; es ist Kangxi-Radikal 185, wird in der zweiten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Nebenformen sind 𩠐, die ältere Form mit Haar, und 𦣻. Nach 角川新字源, dem japanischen Wiktionary und dem 漢語多功能字庫 zeigt sich ein menschlicher Kopf, nach dem 普及版 字通 ein Kopf mit Haar; nur im englischen Wiktionary ein Tierkopf. Amtlich liest man Kun kubi und On shu; kōbe, kashira, hajime und mōsu stehen außerhalb der amtlichen Liste. Das englische und das japanische Wiktionary führen zusätzlich shū, obito und shirushi, das englische dazu tsukasa, das japanische osa und hajimeru.

Bei 座 zählt man zehn Striche; es steht unter Kangxi-Radikal 53 广, wird in der sechsten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Es kann 坐 ersetzen. Nach 角川新字源 bilden 广 und 坐 eine Laut-Sinn-Verbindung. Amtlich liest man On za; Kun suwaru erst in der Mittelstufe, imasu steht außerhalb der amtlichen Liste. Das englische und das japanische Wiktionary führen zusätzlich sa und kura. Im Wort 首座 liest man 座 so; diese Lesung heißt bei Kanjipedia und in der デジタル大辞泉 唐音, im 精選版 日本国語大辞典 唐宋音. Beispiele sind 首席, shuseki, erster Platz, und 正座, seiza, formelles Sitzen.

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Das Glossar der Mühle

Im Glossar stehen 104 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 219 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in elf Rubriken.

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