
Japanisch suwaru oder za, je nach Wort
Aussprache etwa su-wa-ru oder dsa, scharfes s wie in Bus
Sitzen, Sitzplatz
Sitzen; 坐 ist die förmliche Schreibung im Wort Zazen.

Japanisch suwaru oder za, je nach Wort
Aussprache etwa su-wa-ru oder dsa, scharfes s wie in Bus
Sitzen, Sitzplatz
Sitzen; 坐 ist die förmliche Schreibung im Wort Zazen.
Sitzen kann Flucht sein oder vollständige Anwesenheit. 坐 (suwaru, za) ist das Kanji für Sitzen und die förmliche Schreibung im Wort Zazen. Das Zeichen sagt noch nicht, was in uns geschieht. Es bringt den Körper erst einmal auf den Boden.
Oben stehen zwei kleine Formen einander gegenüber. Unter ihnen liegt ein langer waagerechter Strich. Das Auge kann darin zwei Menschen sehen, die auf derselben Erde sitzen. Diese Lesart gehört zu einer der überlieferten Herleitungen, doch schon als sichtbares Bild hat sie Kraft.
Niemand thront über dem anderen. Die beiden Gestalten teilen einen Grund. In der Mitte bleibt nur wenig Raum, gerade genug für eine Begegnung. Das Zeichen wirkt dadurch ruhig und gesellig zugleich. Sitzen ist hier keine Absonderung von der Welt.
Zwei Kissen im Raum.
Zwischen den Atemzügen
setzt sich der Morgen.
Zazen bedeutet sitzende Versenkung. Der Rücken richtet sich auf, die Hände ruhen ineinander, die Augen sind halb geschlossen. Körper, Atem und Geist werden nicht gewaltsam beherrscht. Sie finden nach und nach in dieselbe Haltung.
Beim Zazen ist Sitzen nicht nur ein Mittel, mit dem später ein anderer Zustand erreicht werden soll. Ein Geräusch kommt. Das Knie schmerzt. Ein Plan beginnt. Wir bemerken es und bleiben sitzen. Später stehen wir auf, doch die Haltung kann mit in den Tag gehen.
Auf der Karte Sitzen steht 坐 im Zusammenhang des Zazen. Am Anfang der Seite Zazen steht, dass wir uns setzen und aufrichten. Unter Grundlegendes steht das Zeichen im Titel Fukanzazengi und damit in Dōgens Anleitung zum Sitzen.
Sitzende Meditation war im Buddhismus lange vor dem japanischen Zen bekannt. Der japanische Mönch Dōshō starb im Jahr 700. Zuvor war er auf Weisung des Kaisers in seine Meditationshalle zurückgekehrt und hatte dort wie früher im Zazen gesessen. Ausführliche Anweisungen zum Sitzen gab in China schon der Tiantai-Meister Zhiyi im späten sechsten Jahrhundert; die älteste erhaltene Sitzanleitung der Chan-Schule steht in einer Klosterregel von 1103.
Dōgen gilt als der Erste, der in Japan die Form des Sitzens festlegte und so übte. In seinen Schriften steht das Sitzen im Tageslauf; Übung und Verwirklichung sind nicht getrennt. In der Sōtō-Schule sitzt man mit dem Gesicht zur Wand, in der Rinzai-Schule mit dem Rücken zur Wand und den anderen Übenden zugewandt. Das unscheinbare 坐 trägt damit verschiedene Formen derselben wachen Gegenwart.
Schreibt man Zazen mit 坐禅 oder 座禅?
Beide Schreibungen sind gebräuchlich. 坐禅 ist die förmliche Form und die durchgehende Schreibung der Sōtō-Schule. 座禅 ist die Ersatzschreibung, die der Nationale Sprachrat 1956 empfahl, weil 座 zu den amtlichen Gebrauchszeichen gehört und 坐 dort fehlt.
Muss man beim Zazen im Lotossitz sitzen?
Nein. Die überlieferten Formen kennen den vollen und den halben Lotossitz, die Sōtō-Schule erklärt aber auch Zazen auf einem Stuhl. Entscheidend ist eine stabile, aufrechte und wache Haltung.
Sind die Augen beim Zazen geschlossen?
Nein. In der Sōtō-Anleitung bleiben sie leicht geöffnet, in der Altbäckersmühle halb geschlossen, weder weit aufgerissen noch zusammengekniffen. Der Blick sinkt nach vorn. So wird Sitzen nicht zum Rückzug in eine abgeschlossene Innenwelt.
坐 hat sieben Striche und steht unter dem Radikal 土, Erde, Nummer 32 unter den 214 Kangxi-Radikalen. Es ist kein Jōyō-Kanji, gehört aber zu den für Namen zugelassenen Zeichen. 座 ist das amtlich empfohlene Ersatzzeichen, hat zehn Striche und steht unter dem Kangxi-Radikal 广, Nummer 53.
Die Herleitung ist strittig. 角川新字源 sieht zwei Menschen, die sich auf der Erde gegenübersitzen. Wiktionary erklärt 坐 als Bedeutungsverbindung aus 留, verweilen, und 土, Erde. Das entspricht dem Shuowen, das 坐 mit 止, innehalten, erklärt und aus 土 und einem verkürzten 畱 (留) herleitet. Das beliebte Bild der zwei Sitzenden ist also nicht die gemeinsame Lehre beider Quellen.
Die On-Lesungen sind za und sa. Die wichtigste Kun-Lesung ist suwaru; daneben findet man in den Wörterbüchern unter anderem owasu und mashimasu. Wörter mit 坐, im allgemeinen Schreibgebrauch heute meist mit 座 geschrieben, sind 坐禅 (zazen), sitzende Versenkung; 坐骨 (zakotsu), Sitzbein; 坐位 (zai), der eigene Sitzplatz, etwa in der Zazen-Halle; 安坐 (anza), ruhig sitzen; 正坐 (seiza), förmliches Sitzen auf den Fersen.
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