Kanji 座 (Sitz) in Pinselschrift
座

Japanisch  za oder suwaru, je nach Wort
Aussprache  etwa dsa oder su-wa-ru, scharfes s wie in Bus

Sitz, Sitzplatz, sitzen

Sitz und Sitzplatz. Er trägt den Körper und bleibt zurück, wenn der Mensch aufsteht.

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Was ist das Kanji für Sitz?

Ein Sitz kann erhöht sein, besetzt werden und wieder leer werden. 座 (za, suwaru) ist das Kanji für Sitz, Sitzplatz und heute auch für das Sitzen. Im Zen erinnert es daran, dass kein Platz seinem Menschen gehört.

Das Zeichen

Über dem unteren Teil liegt 广, ein Dach oder geschützter Raum. Darunter steht 坐, sitzen. Der ältere Unterschied war schlicht: 坐 bezeichnete eher die Tätigkeit, 座 den Ort, an dem sie geschah. Heute wird 座 auch für das Verb gebraucht.

Ein Sitz gibt dem Körper eine Stelle. Er macht daraus noch keinen Rang. Sobald jemand aufsteht, bleibt der Platz zurück. Das Auge kann zwei Menschen unter einem Dach erkennen. Das Bild liegt nah an einer Herleitung: Sie sieht in 坐 zwei Menschen, die sich auf der Erde gegenübersitzen, und 广 fügt das Haus hinzu.

Haiku

Das Kissen ist warm,
wo eben noch jemand saß.
Es gehört keinem.

Im Zen

Zazen wird als 坐禅 oder 座禅 geschrieben. Beide Formen sind gebräuchlich. 坐禅 ist die förmliche Schreibung, 座禅 die Ersatzschreibung mit dem amtlichen Gebrauchszeichen. Die Übung selbst hängt nicht an dieser Wahl.

Im Shōyōroku, Fall 1, trägt 座 eine andere Spannung. Das Shōyōroku ist eine chinesische Sammlung von hundert Fällen; der erste heißt „Der Welt-Geehrte besteigt den Lehrsitz“. Der Buddha steigt auf den erhöhten Sitz und wieder herab. Diese Bewegung genügt für die Frage des Zeichens: Was bleibt vom Sitz, wenn die erwartete Lehre nicht als festzuhaltender Satz kommt?

In der Altbäckersmühle

Der Essay Der Welt-Geehrte besteigt den Lehrsitz nennt Sammlung und Fallnummer: Shōyōroku, Fall 1. Er beschreibt die Erwartung im Raum, kurz bevor jemand zu sprechen beginnt.

Er achtet darauf, was der Buddha nicht tut: nichts verbessern, nichts hinzusetzen, nur aufstehen und gehen. Darin vermutet er die Freiheit, „das Ungefähre stehen lassen zu können, ohne dass es einen weiter beschäftigt“. Das Kōan macht den Sitz weder zum Thron noch zum Besitz.

Überlieferung

座 bezeichnet den Sitzplatz, dazu Versammlungen, Bühnen und Theater, Sternbilder und den Sockel, auf dem etwas steht. In 高座 (kōza) ist es der erhöhte Sitz, von dem ein Mönch oder Prediger spricht. In 座布団 (zabuton) ist es die flache, gepolsterte Unterlage zum Sitzen. Was ein Zabuton ist, erklärt der eigene Eintrag.

Für das Shōyōroku verband Wansong Xingxiu alte Fälle und Verse Hongzhi Zhengjues mit Einleitungen, Zwischenbemerkungen und Kommentaren. Die Sammlung wurde 1224 veröffentlicht und im Sōtō-Zen besonders geschätzt. Ihr erster Fall heißt 世尊陞座 und trägt 座 schon im Titel. Dieselbe Begebenheit steht im Bi-Yän-Lu, der Niederschrift von der smaragdenen Felswand, als Fall 92.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 座 und 坐?

坐 bezeichnete ursprünglich eher die Tätigkeit des Sitzens, 座 den Sitzplatz. Heute wird 座 auch für das Verb und als amtliches Ersatzzeichen gebraucht.

Schreibt man Zazen mit 座禅 oder 坐禅?

Beide Schreibungen sind gebräuchlich. 坐禅 ist die förmliche Form, 座禅 die verbreitete Ersatzschreibung mit dem amtlichen Gebrauchszeichen.

Was bedeutet 陞座 im Kōan?

Im Zen heißt es, zur Lehrrede auf den erhöhten Sitz zu steigen. Im Titel von Shōyōroku, Fall 1, ist dies die Bewegung des Welt-Geehrten.

Für Expert:innen

座 hat zehn Striche und steht unter dem Kangxi-Radikal 广, Nummer 53. Es ist ein Jōyō-Kanji der sechsten Grundschulklasse und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Kanjipedia führt keine alte Form.

角川新字源 beschreibt 座 als Verbindung von Sinn und Laut aus 广 und 坐, das sitzen heißt und zugleich den Laut gibt: der Ort im Haus, an dem man sitzt. Das englische und das japanische Wiktionary führen 坐 als Lautteil. Das englische erklärt 座 nach Schuessler zugleich als das, worauf man sitzt, abgeleitet vom Verb 坐; das japanische folgt Qiu Xigui, nach dem 坐 zuerst Verb und Nomen schrieb und für das Nomen 广 hinzukam. Das 漢語多功能字庫 liest die Verbindung als Sitzmöbel oder Sitzplatz. Die Hauptlesungen sind za und suwaru. Außerhalb der amtlichen Jōyō-Liste steht imasu, eine Ehrform von iru und aru (sein, dasein). Gebräuchliche Wörter sind 座席 (zaseki), Sitzplatz; 座禅 oder 坐禅 (zazen), Sitzmeditation; 座布団 (zabuton), flaches Bodenkissen; und 講座 (kōza), Vortragsreihe oder Kurs. Dazu kommt 高座 (kōza), der erhöhte Sitz des Predigers und die erhöhte Bühne im Varieté.

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