Kanji 仏性 (Buddhanatur) in Pinselschrift
仏性

Japanisch  Busshō
Aussprache  etwa bus-schoo

Buddhanatur, Möglichkeit des Erwachens

Buddhanatur ist die Möglichkeit, Buddha zu werden. Im Zen wird sie nicht als Besitz im Inneren gesucht.

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Was ist das Kanji für Buddhanatur?

Ein Mönch fragt, ob ein Hund im Gras Buddhanatur habe. 仏性, japanisch busshō, ist das Wort für Buddhanatur, die Natur des Buddha oder die Möglichkeit, Buddha zu werden. Was diese Möglichkeit genau bedeutet, beantworten buddhistische Schulen verschieden.

Das Zeichen

仏 ist die japanische Schulform von 佛; sie geht auf eine alte Nebenform zurück. In der alten Form steht links der Mensch, rechts der Lautteil 弗; die Schulform schreibt rechts nur 厶. Das ältere Zeichen bezeichnete zunächst ein undeutliches Sehen und wurde später für das fremde Wort Buddha verwendet. 性 verbindet das Herz mit 生, das hier für das Angeborene steht. Das Zeichen kann Natur, Anlage oder Beschaffenheit meinen.

Das Wort stellt damit keine kleine Buddhafigur ins Innere eines Menschen. Es öffnet die Frage, ob Buddhanatur etwas ist, das ein Wesen besitzt, oder ob schon die Trennung zwischen Besitz und Wirklichkeit zu eng ist.

Haiku

Der Hund blickt nur auf
im Ruf zerfällt die Antwort
Pfoten auf feuchtem Grund

Im Zen

Die Formel von der Buddhanatur kann beruhigen. Sie kann aber auch zum Besitzsatz werden: Tief im Inneren müsse etwas Reines liegen, das vom eigenen Handeln unberührt bleibt. Beim Sitzen findet sich ein solcher Gegenstand nicht. Da sind Körper, Atem und die unmittelbare Wirklichkeit dieses Augenblicks.

Jōshūs Antwort Mu bringt die richtige Lehre über den Hund ins Wanken. Der japanische Zen-Meister Dōgen liest Buddhanatur im Kapitel Busshō seines Shōbōgenzō nach einer fachlichen Deutung nicht als Anlage, aus der später ein Buddha wird, sondern schlicht als die konkrete Wirklichkeit selbst. Beides wird in der Übung geprüft, nicht als schmeichelhaftes Selbstbild aufbewahrt.

In der Altbäckersmühle

Der Essay Jōshūs Mu erzählt den ersten Fall des Mumonkan als Frage, die sich nicht beim Hund ablegen lässt. Die Kanji-Seite Mu hält fest, dass Jōshūs Antwort nicht einfach ein Nein neben einem Ja ist.

Der Essay Bendōwa setzt zwei Grenzen: „Auch Einsicht, Reife und Verantwortung werden nicht gleich verteilt, nur weil alle Buddha-Natur haben.“ Und: „Doch eine Aufgabe ist kein höherer Grad von Buddha-Natur.“

Überlieferung

Im Sanskrit stehen dafür buddhadhātu und buddhatā. Ein anderer Name derselben Sache ist tathāgatagarbha, japanisch 如来蔵, nyoraizō; dieses Wort trägt zusätzlich das Bild, dass sie unter Verblendungen verborgen liegt. Das Mahayana-Nirwana-Sutra überliefert die einflussreiche Formel, dass alle fühlenden Wesen Buddhanatur haben. Wie weit sie reicht und was haben hier bedeutet, wurde in China und Japan verschieden ausgelegt.

Dōgen schrieb Busshō im Herbst 1241 am Kōshōhōrin-ji. Das Kapitel steht an dritter Stelle der Fassung des Shōbōgenzō mit fünfundsiebzig Kapiteln.

Häufige Fragen

Ist Buddhanatur eine Seele?

Nein. Eine Seele als persönlichen Kern im Menschen kennt die buddhistische Lehre nicht; ihr Grundsatz ist Nicht-Selbst. Auch das Mahayana-Nirwana-Sutra, das die Buddhanatur ein Selbst nennt, weist Lehren zurück, nach denen das Selbst ein im Körper verborgener Kern der Person ist. Sein Selbst ist eine der vier Eigenschaften der Buddhanatur, japanisch 常楽我浄, und meint dort, frei und durch nichts gehindert zu sein.

Hat ein Hund Buddhanatur?

Das ist die Frage des Mönchs an Jōshū. Die Lehrformel sagt, dass alle fühlenden Wesen Buddhanatur haben. Jōshūs Mu verhindert jedoch, dass die Antwort als bloßes Wissen abgelegt wird.

Ist 仏心 ein falsches Wort für Buddhanatur?

Nein. 仏心, busshin, gilt im Japanischen als gleichbedeutend mit 仏性; es kann auch das Herz oder die Barmherzigkeit des Buddha meinen. Der Fachbegriff dieser Seite lautet 仏性, busshō.

Für Expert:innen

仏 hat vier Striche und steht unter 人, Mensch, Kangxi-Radikal 9. Es ist ein Jōyō-Kanji der fünften Klasse. Die alte japanische Form 佛 hat sieben Striche. Im Chinesischen ist 佛 bis heute die gültige Form, in der Lang- wie in der Kurzschrift; die japanische Schulform ist 仏. 角川新字源, das englische Wiktionary und das 漢語多功能字庫 erklären 佛 als Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 人 und 弗. Die Kurzform 仏 erklärt das englische Wiktionary als Verbindung von 人 und 厶, einer Nebenform von 某, jemand. 性 hat acht Striche, steht unter 心 in der Form 忄, Kangxi-Radikal 61, und wird in der fünften Klasse gelernt. Das englische Wiktionary erklärt es als Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 心 und dem Lautteil 生; nach 角川新字源 trägt 生 zugleich Bedeutung, das Angeborene.

仏 hat die On-Lesung butsu und die Kun-Lesung hotoke; futsu steht außerhalb der amtlichen Liste. 性 hat die On-Lesungen sei und shō; die Kun-Lesungen saga und tachi stehen außerhalb der amtlichen Liste. Busshō entsteht aus butsu und shō. Dieselben Zeichen können hotokeshō gelesen werden und dann eine gütige oder barmherzige Wesensart meinen. Wörter sind 仏心, busshin, Buddha-Herz oder Barmherzigkeit, 見性, kenshō, die eigene Natur sehen, und 悉有仏性, shitsuu busshō, das Haben der Buddhanatur durch alle Wesen.

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