
Japanisch Fukanzazengi
Aussprache etwa fu-kan-dsa-dsen-gi
Dōgens Empfehlung des Zazen
Dōgens an alle gerichtete Empfehlung der Form des Zazen.

Japanisch Fukanzazengi
Aussprache etwa fu-kan-dsa-dsen-gi
Dōgens Empfehlung des Zazen
Dōgens an alle gerichtete Empfehlung der Form des Zazen.
Mit manchen Titeln erklärt man, mit anderen kommt etwas in Bewegung. Bei 普勧坐禅儀 (Fukanzazengi) handelt es sich nicht um ein einzelnes Kanji, sondern um den Titel einer Schrift Dōgens. Die fünf Zeichen bedeuten ungefähr: eine an alle gerichtete Empfehlung der Form des Sitzens in Versenkung.
Fünf Zeichen stehen in einer Reihe. 普 ist breit und trägt unten die Sonne. 勧 lehnt sich mit seinem Kraftteil nach vorn. In der Mitte stehen 坐 und 禅, die beiden Zeichen aus Zazen. 儀 schließt die Folge mit einer schmalen, aufrechten Form.
Keines der Zeichen genügt für sich. Erst gemeinsam werden sie zum Titel. Die Folge bewegt sich vom Weiten zum Konkreten: alle, ermutigen, sitzen, Versenkung, Form. Am Ende steht kein Ziel, sondern eine Weise, wie der Körper sich niederlässt. Das ist eine Betrachtung der Zeile, keine Herleitung ihrer Teile.
Fünf Zeichen, ein Rat.
Draußen fällt der erste Schnee
auf den leeren Hof.
Im Fukanzazengi findet man eine Anleitung zum Zazen, dem Sitzen in Versenkung. Sein Gewicht liegt nicht nur in der Haltung. In diesem größeren Zusammenhang ist Zazen kein Werkzeug, mit dem später Befreiung erreicht wird. Die Übung geht auch nach dem Erwachen weiter.
Damit öffnet sich der erste Teil des Titels, 普勧, allgemeine Empfehlung. Die Übung richtet sich darin nicht nur an wenige Begabte. Darin findet man den Ruf zum Sitzen und eine Form für dieses Sitzen. Was darin geschieht, lässt sich nicht an den fünf Zeichen ablesen. Man muss sich hinsetzen.
Im Verzeichnis findet man Fukanzazengi als eigene Karte. Unter Grundlegendes nennt das Haus seine Wurzel: das Sōtō-Zen, wie Dōgen es im Fukanzazengi überliefert hat, mit der Praxis selbst als Ausdruck des Erwachens. Auf der Seite Zazen steht die körperliche Haltung in der Sprache des Hauses.
Nach Dōgens eigener Angabe im Bendōwa schrieb er eine erste Fassung 1227, nach seiner Rückkehr aus China. Wo sie entstand, weiß man nicht. Im Eiheiji bewahrt man heute eine eigenhändige, überarbeitete Abschrift von 1233, das Tenpuku-Manuskript, und zählt sie seit 1952 zu den Nationalschätzen.
Die Abweichungen zwischen dem verbreiteten Wortlaut und dieser Handschrift betreffen Wortlaut und Inhalt. Den Abschnitt über das Sitzen übernahm Dōgen zu großen Teilen aus dem Zuochan yi des Changlu Zongze, einer chinesischen Sitzanleitung aus dem frühen zwölften Jahrhundert; in der Klosterregel Chanyuan qinggui (禅苑清規) findet man diese Anleitung. Zugleich hielt Dōgen in einer eigenen Notiz zur Entstehung des Textes fest, dass ihm diese verbreitete Anleitung nicht genügte und er den Geist der älteren Klosterregel des Baizhang weitergeben wollte. Die Geschichte des Textes ist damit selbst eine Geschichte des Prüfens und Überarbeitens.
Wie lässt sich Fukanzazengi übersetzen?
Sinngemäß kann man den Titel als allgemeine oder umfassende Empfehlung der Zazen-Form wiedergeben. Zeichen für Zeichen stehen dort allgemein, empfehlen, sitzen, Versenkung und Form. Eine deutsche Wiedergabe muss diese Folge etwas glätten.
Hat Dōgen den verbreiteten Wortlaut 1233 eigenhändig niedergeschrieben?
Nein. Auf dem eigenhändigen Tenpuku-Manuskript steht das Jahr 1233. Die verbreitete Fassung entstand später und weicht in mehreren Punkten von der Handschrift ab.
Ist 普勧坐禅儀 ein Kanji?
Nein, es sind fünf Zeichen. Wer nach dem Kanji für Fukanzazengi sucht, sucht einen Titel, kein einzelnes Schriftzeichen. 坐 und 禅 haben im Verzeichnis der Mühle eigene Karten.
普 hat zwölf Striche, Kangxi-Radikal 日, Nummer 72. In beiden Quellen besteht 普 aus 日, Sonne, und 並, nebeneinander; 角川新字源 lässt 竝, eine Form von 並, zugleich den Klang geben, Wiktionary liest eine reine Sinnverbindung. 勧 hat dreizehn Striche, Kangxi-Radikal 力, Nummer 19; die alte Form 勸 hat neunzehn Striche. Sie ist eine Laut-Sinn-Verbindung aus 力 und 雚. 坐 hat sieben Striche, Kangxi-Radikal 土, Nummer 32; es gehört nicht zu den Jōyō-Kanji, dort tritt 座 an seine Stelle. 禅 hat dreizehn Striche, Kangxi-Radikal 示 in der Form 礻, Nummer 113; die alte Form 禪 hat siebzehn Striche. In der Taishō-Ausgabe und bei der Sōtō-Schule findet man den Titel in den alten Formen 普勸坐禪儀. 儀 hat fünfzehn Striche, Kangxi-Radikal 人 in der Form 亻, Nummer 9; 義 gibt den Klang.
Man liest den Titel fu, kan, za, zen und gi. Bei 普 steht amaneku außerhalb der amtlichen Liste, bei 勧 gilt susumeru, bei 禅 steht yuzuru außerhalb der Liste und bei 儀 stehen nori sowie yoi außerhalb der Liste; 坐 gehört gar nicht zu den Jōyō-Kanji, seine Kun-Lesung ist suwaru. Gebräuchliche Wörter aus den Zeichen des Titels sind 勧める (susumeru), empfehlen; 坐禅 (zazen), sitzende Versenkung; 儀式 (gishiki), Zeremonie.
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