Kanji 即心是仏 (Der Geist ist Buddha) in Pinselschrift
即心是仏

Japanisch  Sokushin Zebutsu
Aussprache  etwa so-ku-schin dse-bu-tsu, scharfes s wie in Bus

Der Geist ist Buddha

Mit „Der Geist ist Buddha“ endet die Suche nach einem Buddha außerhalb dieses wirklichen Herzens.

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Was bedeutet Der Geist ist Buddha?

Wir suchen den Buddha leicht in der Ferne, im Tempel, im Buch oder in einem anderen Menschen. 即心是仏 (sokushin zebutsu) ist die Wendung für Der Geist ist Buddha. Mit ihr kehrt die Suche in dieses wirkliche Herz zurück. Eine Laune wird dadurch noch nicht zur Weisheit.

Das Zeichen

Vier Zeichen stehen wie ein kurzer Satz. In der alten Form 卽 steht links ein Gefäß mit Speise, rechts eine kniende Gestalt; die heutige Form schreibt die linke Hälfte knapper. 心 öffnet das Herz. 是 richtet sich breit auf, als sagte es: genau dies. 仏 stellt einen Menschen neben zwei rasche Striche.

Die Reihe beginnt mit einem Herantreten und endet beim Buddha. Dazwischen steht kein fernes Heiligtum, nur Herz und ein klares dies.

Haiku

Ein Vogelruf fällt
in das ungeprüfte Herz
Buddha ohne Bild

Im Zen

Mit diesem Satz fällt der Vorwand weg, Buddha anderswo zu suchen. Mit Geist ist hier mehr gemeint als Gedanken im Kopf. Mit 心 sind Herz, Gemüt und Geist gemeint. Genau dort wird geübt, wo Zorn, Müdigkeit, Freude und Klarheit auftauchen.

Man kann den Satz so verstehen, dass nicht jeder Einfall ausgezeichnet wird; der wirkliche Geist ist der Ort der Verantwortung. Ein wütender Gedanke wird nicht weise, weil wir ihn Buddha nennen. Er wird gesehen, geprüft und nicht aus einem zweiten, vermeintlich reineren Geist bekämpft.

In der Altbäckersmühle

Auf der Seite Herz steht 心 für Herz und Geist, auf der Seite Buddha 仏 für den Erwachten. Auf der Seite Dōgen steht: „Seine Lehre stellt Sitzen nicht als Mittel für einen späteren Gewinn dar.“ Diese drei Linien treffen sich in der Wendung, ohne sie vorwegzunehmen.

Überlieferung

Mazu Daoyi, ein Chan-Lehrer der Tang-Zeit, der von 709 bis 788 lebte, ist besonders eng mit der Wendung verbunden. Im Mumonkan steht über Fall 30 die Schreibung 即心即佛, über Fall 33 die Gegenformel 非心非佛, nicht Geist, nicht Buddha. Im Shōbōgenzō Dōgens steht ein Kapitel 即心是佛. In der Fassung mit fünfundsiebzig Kapiteln steht es an fünfter Stelle. Dōgen trug das Kapitel 1239 im Kōshōji vor.

Häufige Fragen

Schreibt man 即心是仏 oder 即心即仏?

Bei beiden Formen geht es um dieselbe Lehre. Über Dōgens Kapitel steht 即心是仏 (sokushin zebutsu), über Fall 30 des Mumonkan 即心即仏 (sokushin sokubutsu).

Ist 即身成仏 dasselbe?

Bei 即身成仏 (sokushin jōbutsu) handelt es sich um ein anderes Wort. Darin steht 身, Körper, statt 心, Geist; gemeint ist das Buddha-Werden in diesem Leben.

Bedeutet der Satz, dass jeder Gedanke schon Buddha ist?

Nach dem Satz ist Buddha nicht vom wirklichen Geist getrennt. Man kann ihn als Aufforderung zu Wachheit und Verantwortung lesen. In Fall 33 steht die Gegenformel 非心非仏, nicht Geist, nicht Buddha. Man kann sie als Schutz davor lesen, dass auch dieser Satz zum Besitz wird.

Für Expert:innen

即 hat sieben Striche, steht unter dem Kangxi-Radikal 26, 卩, wird in der Mittelstufe gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N1. Die alte Form 卽 hat neun Striche, Nebenform ist 皍. Für die alte Form 卽 ist es nach 角川新字源 (kniender Mensch und Speise) und nach dem 普及版 字通 (sitzender Mensch vor dem Speisegefäß) eine Bedeutungsverbindung; die heutige Form folgt nach 角川新字源 einem 俗字. Im 説文解字 und im englischen Wiktionary unter 卽 hat 卩 eine Lautrolle; unter 即 steht im englischen Wiktionary eine Bedeutungsverbindung, und im 普及版 字通 wird die Lautrolle verneint. On soku, außerhalb der amtlichen Liste shoku, Kun außerhalb der amtlichen Liste tsuku und sunawachi. 心 hat vier Striche, ist selbst das Kangxi-Radikal 61, wird in der zweiten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N4. Nach 角川新字源 ist es ein Bildzeichen nach der Form des Herzens. On shin, Kun kokoro, außerhalb der amtlichen Liste ura. 是 hat neun Striche, steht unter dem Kangxi-Radikal 72, 日, wird in der Mittelstufe gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N1. Nebenformen sind 昰 und 𣆞. Nach 角川新字源 und dem 普及版 字通 ist es ein Löffelbild, nach dem 説文解字 aus 日 und 正 gebildet, nach dem 漢語多功能字庫 ein Laut-Bedeutungs-Zeichen mit 止 als Lautteil, nach dem japanischen Wiktionary ein Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 止 und einer alten Nebenform von 智 als Lautteil; im englischen Wiktionary heißt die Herkunft unklar, erwogen wird eine Orakelknochenform von 智. On ze, außerhalb der amtlichen Liste shi, Kun außerhalb der amtlichen Liste kore, kono und tadashii. 仏 hat vier Striche, steht unter dem Kangxi-Radikal 9, 人, wird in der fünften Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N2. Die alte Form 佛 hat sieben Striche und bleibt im heutigen Chinesisch üblich. Nach 角川新字源 ist sie ein Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 人 und 弗. On butsu, außerhalb der amtlichen Liste futsu, Kun hotoke. Im 精選版 日本国語大辞典 stehen als frühe Beispiele das 往生大要抄 um 1212 für 即心是仏 und der Bendōwa im 正法眼蔵 (1231 bis 1253) für 即心即仏, sokushin sokubutsu. Gebräuchlich sind 即座 sokuza, auf der Stelle, 即席 sokuseki, aus dem Stegreif, auch Instant-, 是非 zehi, unbedingt oder Für und Wider, und 仏教 bukkyō, Buddhismus.

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