Glossar

Was ist ein Koromo?

Ein Koromo (衣, japanisch koromo) ist im japanischen Zen eine langärmelige Robe. Sie wird von buddhistischen Ordinierten getragen und bildet eine eigene Gewandschicht unter dem Kesa. Das Koromo ist nicht das rechteckige indische Ordensgewand selbst.

Das Wort 衣 kann Kleidung allgemein bezeichnen. Im buddhistischen Gebrauch heißt so jedes förmliche Obergewand der Mönche in Japan, auch Hōe (法衣) genannt, im engeren Sinn die lange Robe chinesischer Art, auch Jikitotsu (直裰, auch 直綴 geschrieben).

Wie sieht ein Koromo aus?

Das Koromo hat lange Ärmel und einen Kragen. Es wird mit einer Schärpe oder einem Gürtel, dem Obi, an der Taille gebunden.

Unter dem Koromo tragen japanische Zen-Mönche einen langen Baumwollkimono, einen Yukata. Darunter liegt ein weißes Unterhemd mit Kragen (Juban). Über das Koromo wird das Kesa gelegt.

Die vollständige Schichtung verbindet damit Kleidung verschiedener Herkunft: innen japanische Gewänder, darüber eine in China entwickelte buddhistische Robe und außen das Gewand, das auf indische Ordenskleidung zurückgeht.

Woher stammt diese Gewandform?

Die drei indischen Ordensgewänder reichten in den kälteren Gebieten Zentralasiens und Chinas oft nicht aus. Mönche trugen deshalb örtliche Kleidung darunter und legten das rechteckige buddhistische Gewand darüber.

In China wurden Oberteil und Unterteil einer Mönchsrobe direkt zusammengenäht. Daraus entstand das Jikitotsu. Das Wort bedeutet ein direkt zusammengenähtes Gewand. Es bedeckt beide Schultern, hat lange Ärmel und wird an der Taille geschlossen.

In der Kamakura-Zeit trugen vor allem die Zen-Schulen Japans das Jikitotsu; das Wort steht schon in Dōgens Shōbōgenzō, im Kapitel Senjō (洗浄). Schnitt, Stoff und Farbe entwickelten sich weiter. Das Koromo ist damit eine ostasiatische Form buddhistischer Kleidung, kein unverändertes indisches Gewand.

Ist ein Koromo immer schwarz?

Nein. Meist ist es schwarz, doch die Farbe richtet sich nach dem Rang des Tempels und der Person.

Art, Stoff und Farbe der Gewänder sind vielfältig. Früher trugen in Japan einfache Mönche Schwarz und höhere Ränge Farben; Purpur durfte nur tragen, wem der Kaiser es erlaubte.

Was ist der Unterschied zu Kesa und Rakusu?

Das Okesa oder Kesa ist ein aus Stofffeldern zusammengesetztes buddhistisches Gewand. Ein großes Kesa liegt über der linken Schulter und wird über dem Koromo getragen.

Das Rakusu ist eine kleine Kesa-Form. Es hängt an einem Band vor der Brust. Wie andere Kesa kann es über Koromo und Kimono liegen. Laienordinierte können es auch über schlichter Alltagskleidung tragen.

Ein Rakusu setzt daher nicht voraus, dass die betreffende Person zugleich ein Koromo trägt. Umgekehrt ist ein Koromo nicht selbst schon ein Kesa.

Wann wird ein Koromo getragen?

Mönche und Priester:innen tragen das Koromo auch im Alltag des Klosters. Die vollständige zeremonielle Kleidung entsteht durch weitere Schichten, besonders durch das Kesa.

Nicht jede Person in einem Zendō trägt ein Koromo. Die Hausanleitung der Altbäckersmühle bittet um dunkle, ungemusterte Kleidung, damit die Mitübenden nicht abgelenkt werden.

Was bedeutet das Schriftzeichen?

衣 ist ein Bildzeichen: es zeigt den Kragen eines Gewandes und bedeutet Kleidung oder Gewand. Es hat sechs Striche und ist selbst das Kangxi-Radikal 145.

Die Kun-Lesung koromo ist das japanische Wort für Kleidung. Die On-Lesung i steht in ifuku (衣服), Kleidung; die buddhistische Lesung e (Go-on) in Hōe (法衣), Dharma-Gewand, und San’e (三衣), den drei Gewändern.