Glossar

Was ist ein Zazenkai?

Zazenkai (坐禅会, japanisch zazenkai) ist ein Treffen zur gemeinsamen Zazen-Praxis. Es kann einige Stunden, einen ganzen Tag oder mehrere Tage dauern. Das Wort legt keinen überall gleichen Ablauf fest. Zazenkai ist ein Gebrauchswort von Tempeln und Gruppen.

Im Mittelpunkt stehen mehrere Sitzperioden. Kinhin, Rezitation, Unterweisung, Samu, Mahlzeiten oder Tee können hinzukommen. Umfang und Form richten sich nach Übungsort und Anlass.

Wie läuft ein Zazenkai ab?

Mehrere Perioden Zazen wechseln gewöhnlich mit Gehmeditation oder Pausen. Kinhin hält die gemeinsame Übung beim Gehen aufrecht.

Klänge ordnen Beginn und Ende der Abschnitte. Han, Klangschale und Inkin können unterschiedliche Übergänge anzeigen. Dadurch bewegt sich die Gruppe gemeinsam, ohne dass jeder Wechsel mündlich erklärt werden muss.

Je nach Gemeinschaft kann ein Zazenkai von einer ordinierten Person, einer Lehrperson oder einer Gruppe ohne ständig anwesende Lehrperson getragen werden. Auch regelmäßige Treffen einer örtlichen Laiengemeinschaft können so heißen.

Ist ein Zazenkai ein kurzes Sesshin?

Nein. Ein Zazenkai kann kürzer sein als ein Sesshin, wird aber nicht allein durch seine Länge bestimmt.

Ein Sesshin ordnet gewöhnlich mehrere Tage besonders dicht um Zazen. Im Sōtō dauert es in der Regel eine Woche, manchmal nur wenige Tage; Arbeit und Schlaf werden reduziert. Ein Zazenkai kann dagegen als einzelner Übungstag stattfinden. Es kann jedoch auch ein Wochenende dauern, so 2021 in der Altbäckersmühle.

Die Begriffe bezeichnen daher verwandte, aber nicht identische Formen. Ein eintägiger Zazenkai ist nicht geringer als ein Sesshin. Er setzt einen anderen zeitlichen Rahmen.

Ist ein Zazenkai für Anfänger:innen geeignet?

Ja, wenn der jeweilige Übungsort es so anbietet. Ein klar begrenzter Tag kann einen überschaubaren ersten Zugang zur gemeinsamen Form geben.

Sitzen, Aufstehen, Kinhin und der Umgang mit den Klangzeichen werden gemeinsam geübt.

Der Zazenkai der Altbäckersmühle war 2021 „auch für AnfängerInnen geeignet“. Mitzubringen war leichtes Essen, Getränke standen bereit.

Welche Form gab es in der Altbäckersmühle?

2019 und 2021 ging ein Zazenkai in der Altbäckersmühle von 9 Uhr bis 16.30 Uhr, „Sitzen ohne Zeremonien, Gehen“: gemeinsames Sitzen und Gehen über einen Tag.

Während der Praxisperiode 2021 fanden außerdem mehrtägige Wochenend-Zazenkai „Zen im Wald“ statt. Das Haus verwendete den Namen also sowohl für einen einzelnen Übungstag als auch für Wochenenden.

Die Zeremonienformen des Hauses kamen aus Tassajara. Dort legte vor allem Kobun Chino Otogawa die Zeremonien fest. Vanja Palmers brachte sie über Puregg und das Felsentor in die Altbäckersmühle.

Welche Rolle spielen Samu und Rezitation?

Ein Zazenkai kann Samu enthalten. Gemeinsames Reinigen, Kochen oder Arbeiten unterbricht die Praxis nicht. Es verlagert sie in eine Tätigkeit.

Rezitationen und Zeremonien sind ebenfalls möglich, gehören aber nicht zwingend zu jeder Veranstaltung. Andere Zen-Gemeinschaften verwenden denselben Namen für Programme mit Rezitation, Vortrag und Tee.

Was bedeuten die Schriftzeichen 坐禅会?

坐 wird za gelesen und bedeutet sitzen. Seine Bildstruktur zeigt zwei Menschen, die sich auf der Erde gegenübersitzen. 坐 ist nicht Teil der amtlichen Jōyō-Liste. Deshalb erscheint daneben die Ersatzschreibung 座.

禅 wird zen gelesen. Das Zeichen dient zur Lautwiedergabe von Sanskrit dhyāna, meditative Sammlung. Seine alte Form ist 禪.

会 wird kai gelesen und bedeutet Zusammenkunft oder Versammlung. Seine alte Form ist 會. Zazenkai lässt sich als Zazen-Treffen oder Versammlung zum Sitzen wiedergeben.

Die Schreibungen 坐禅会 und 座禅会 bezeichnen dieselbe Form.