Glossar

Was ist Tokudo?

Tokudo (得度, japanisch tokudo) bezeichnet buddhistische Ordination und wörtlich das Erlangen des Hinübergelangens. Im heutigen japanischen Gebrauch meint das Wort besonders, sich den Kopf scheren zu lassen, Gebote zu empfangen und Mönch oder Nonne zu werden.

Welche Stellung daraus folgt, richtet sich nach Schule und Ordinationsordnung. Tokudo ist nicht automatisch Dharma-Übertragung, Tempelleitung oder Lehrbefugnis.

Was bedeutet Shukke Tokudo?

Shukke (出家) bedeutet, das Haus oder den weltlichen Stand zu verlassen. Muhō Nölke beschreibt den Beginn des ordinierten Weges in Antaiji als Shukke Tokudo.

In der heutigen Sōtō-Ordination heißt die Zeremonie Tokudo shiki. Dazu gehören Rasur, monastische Roben und das Empfangen der Bodhisattva-Gebote. Drei Kesa, Essschalen und ein Sitztuch gehören zum weiteren zeremoniellen Zusammenhang.

Muhō Nölke nennt für Shukke Tokudo in Antaiji außerdem ein Kechimyaku.

Shukke Tokudo beginnt einen ordinierten Weg. Es sagt für sich allein nicht, ob eine Person später lehrt, einen Tempel leitet oder eine Dharma-Übertragung empfängt.

Was ist Zaike Tokudo?

Zaike (在家) bezeichnet den häuslichen oder weltlichen Stand. Zaike Tokudo erscheint in westlichen Zen-Linien als Name einer Laienordination.

Reb Anderson nennt eine Laienordination so. Auch im Umfeld Kobun Chinos und der Fukudenkai heißt eine Laienordination Zaike Tokudo.

Die Wörter Jukai und Zaike Tokudo können deshalb in westlichen Gemeinschaften dieselbe Feier bezeichnen, aber nicht überall. In der Altbäckersmühle heißt die Laienordination Jukai. Jukai bedeutet zunächst Gebote empfangen. Zaike Tokudo benennt in den genannten Zeremonientexten eine Ordination im Laienstand.

Welche Formen gehören zur Ordination?

In der heutigen Sōtō-Form werden der Kopf geschoren, monastische Gewänder angelegt und die Bodhisattva-Gebote empfangen. Der Ordinationslehrer heißt Jugōshi oder Honshi. In japanischen Tempelfamilien kann diese Person der eigene Vater sein.

Die drei Kesa entsprechen einer ostasiatischen Ordnung der drei Gewänder. Ein großes Okesa wird über dem Koromo getragen. Das Koromo ist die langärmelige Robe unter dem Kesa.

Andere buddhistische Schulen kennen andere Gebotsordnungen. Im heutigen Rinzai empfangen Novizen die zehn Novizengebote. Sōtō-Mönche empfangen Bodhisattva-Gebote. Das gemeinsame Wort Tokudo macht die Zeremonien nicht in jeder Einzelheit gleich.

Welche Rolle spielt das Kechimyaku?

Ein Kechimyaku stellt eine Linie der Weitergabe dar. Bei Shukke Tokudo nennt Muhō Nölke es unter den übergebenen Dingen. Bei Jukai oder Zaike Tokudo kann ein Kechimyaku die Gebotslinie bis zur empfangenden Person führen.

Sein Vorhandensein beweist für sich allein keine Dharma-Übertragung. Der zeremonielle Zusammenhang entscheidet, welche Aufnahme oder Weitergabe dokumentiert wird. Mehr dazu beim Kechimyaku.

Was folgt auf Tokudo?

Im Sōtō steht Tokudo am Anfang eines Weges. Zum Rang einer voll ausgebildeten Person gehören das Amt des Shuso während einer Praxisperiode und die Dharma-Befragung; dazu kommt eine Mindestzeit von fünf Jahren Übung nach der Ordination, in der Edo-Zeit waren es zwanzig. Danach können Shihō und die Schritte ten-e und zuise folgen.

Wie wurde Tokudo in Japan geregelt?

Im alten Japan benötigte die Ordination staatliche Erlaubnis. Urkunden wie das Dochō bestätigten den ordinierten Stand. Daneben gab es Menschen, die ohne diese Erlaubnis ordiniert lebten. Sie hießen 私度僧.

Seit der Edo-Zeit lag die Aufsicht über Tokudo bei den buddhistischen Schulen selbst. Das Wort behielt daneben seinen älteren religiösen Sinn des Hinübergelangens aus dem Meer von Geburt und Tod zum anderen Ufer.

Woher kommt das Wort 得度?

得 wird toku gelesen und bedeutet erlangen. Im Sōtō erscheint außerdem der Sinn, zu etwas befähigt zu werden.

度 wird do gelesen. Das Zeichen kann hinübergehen, hinüberführen oder retten bedeuten. Für seine buddhistische Herkunft stehen zwei Erklärungen nebeneinander. Die eine verbindet 度 mit Sanskrit pāramitā, Vollkommenheit oder Hinübergelangen. Kawaguchi Kōfū verbindet es mit Sanskrit tārayati, hinüberführen oder retten.

Beide Herleitungen führen zum Bild des anderen Ufers. 得度 bezeichnet zunächst das Erlangen dieses Hinübergelangens und daraus die Ordination.

Wie kamen die Formen in die Altbäckersmühle?

Die konkrete Zeremonienform der Mühle kam aus Tassajara. Dort legte vor allem Kobun Chino Otogawa die Zeremonien fest. Vanja Palmers brachte sie über Puregg und das Felsentor in die Altbäckersmühle.