Kanji 伝法 (Dharma-Übertragung) in Pinselschrift
伝法

Japanisch  Denbō
Aussprache  etwa dem-boo

Dharma weitergeben und empfangen

Weitergabe und Empfang des Dharma in einer konkreten Lehrbeziehung.

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Was ist das Kanji für Dharma-Übertragung?

Etwas wird weitergegeben, das sich nicht einpacken lässt: eine Art zu sitzen, zu sehen und Verantwortung zu tragen. 伝法 (denbō) und 嗣法 (shihō) bezeichnen im Sōtō-Zen zwei Seiten der Dharma-Übertragung. Das erste blickt auf das Weitergeben, das zweite auf das Empfangen und Erben.

Das Zeichen

伝 trägt einen Menschen neben 云. In der alten Form 傳 stand rechts 專, das den Laut angab. Die heutige Form setzt dafür 云, doch die Bewegung des Weitergebens blieb. 法 ist der Dharma, die Lehre und der Weg des Buddha. 嗣法 nennt dieselbe Weitergabe von der empfangenden Seite.

So stehen hier nicht zwei Gegenstände, die den Besitzer wechseln. Eine Lehrperson erkennt eine Beziehung an und übernimmt Verantwortung für die Weitergabe. Die empfangende Person tritt in eine Linie ein und übernimmt ihrerseits Verantwortung. Übertragung ist deshalb zugleich Nähe und Verpflichtung.

Haiku

Die Lampe wird hell
nicht weniger in der Hand
die sie weiterreicht

Im Zen

In der Sōtōshū bezeichnet denbō das Bestimmen einer Dharma-Nachfolge und das Weitergeben des zuvor empfangenen Dharma. Shihō bezeichnet das Empfangen oder Erben in einer bestimmten Linie. Die Person, die empfängt, heißt 法嗣 (hassu), Dharma-Nachfolger:in.

Eine solche Übertragung ist nicht dasselbe wie Ordination, Tempelleitung oder jede Form von Lehrbefugnis. Auch 印可 (inka), die Bestätigung der Einsicht durch die Lehrperson, ist nicht einfach ein zweites Wort für denselben schulübergreifenden Abschluss. Die Formen und ihre Reichweite unterscheiden sich.

In der Altbäckersmühle

Der Eintrag Was ist Kechimyaku oder die Blutlinie? erklärt, dass ein Kechimyaku eine Linie und das Dokument dieser Linie bezeichnet. Bei Jukai kann es die Aufnahme in eine Gebotslinie bezeugen. Bei einer Dharma-Übertragung kann es zu mehreren Urkunden gehören. Das Dokument allein sagt deshalb noch nicht, welche Zeremonie stattgefunden hat.

Die Einträge Was ist Jukai? und Was ist Tokudo? grenzen Gelübdeempfang und Ordination von Dharma-Übertragung ab. Die Seite Lehrer nennt 嗣法 als Übernahme einer Dharma-Linie.

Überlieferung

Die buddhistische Überlieferung stellt Lehrbeziehungen als Linie dar. Namen werden von einer Lehrperson zur nächsten geführt, und Urkunden machen diese Beziehung sichtbar. Im Sōtō-Zen gehören 嗣書, das Nachfolgedokument, 大事, die Urkunde des großen Anliegens, und 血脈, die Linienurkunde, zum Umkreis der formellen Übertragung.

Die Wörter 嗣法 und 法嗣 stehen bereits in Kapiteln von Dōgens Shōbōgenzō. Entscheidend ist die sachliche Unterscheidung: Eine Linie behauptet eine konkrete Lehrbeziehung. Sie macht Geschichte nicht automatisch zu einer lückenlos beweisbaren Kette.

Häufige Fragen

Sind denbō und shihō zwei verschiedene Übertragungen?

Sie bezeichnen denselben Vorgang von zwei Seiten. Denbō hebt das Weitergeben durch die Lehrperson hervor. Shihō nennt das Empfangen und Erben.

Beweist ein Kechimyaku eine Dharma-Übertragung?

Nicht für sich allein. Ein Kechimyaku kann auch bei Jukai oder einer anderen Aufnahme in eine Gebotslinie überreicht werden. Der zeremonielle Zusammenhang entscheidet.

Ist Dharma-Übertragung dasselbe wie Ordination?

Nein. Jukai, Tokudo, Dharma-Übertragung, Tempelleitung und Lehrbefugnis sind verschiedene Schritte. Eine Gemeinschaft muss jeweils sagen, was sie mit einem Schritt bestätigt.

Für Expert:innen

伝 hat sechs Striche, steht unter 人, Kangxi-Radikal 9, und wird in der vierten Klasse gelernt. Die alte Form 傳 hat dreizehn Striche und verband 人 mit dem Lautteil 專; die heutige japanische Form setzt 云 ein und geht nach dem 角川新字源 auf eine in Japan gebrauchte Nebenform zurück; die chinesische Kurzform ist 传. 嗣 hat dreizehn Striche, steht unter 口, Kangxi-Radikal 30, und ist ein Jōyō-Kanji der Mittelstufe. Nach dem 角川新字源 verbindet es 口 und 冊, Wort und Schriftstück, mit dem Lautteil 司; das 漢語多功能字庫 vermutet in der frühen Form die Weitergabe von Wissen mit Schriftstücken an die Nachkommen. 法 hat acht Striche, steht unter 水, Kangxi-Radikal 85, und wird in der vierten Klasse gelernt; seine alte Form ist 灋. Lesungen sind 伝 Kun tsutawaru, tsutaeru, tsutau sowie außerhalb der Liste tsute, On den, 嗣 außerhalb der Liste Kun tsugu, On shi, 法 außerhalb der Liste Kun nori und nottoru, On hō sowie ha(t) und ho(t), die nur verdoppelnd vor dem folgenden Laut stehen. 伝法 kann denbō oder denpō gelesen werden. Außerhalb des buddhistischen Gebrauchs bedeutet 伝法 auch grobes oder ungebührliches Verhalten. Fachwörter sind 法嗣 (hassu), Dharma-Nachfolger:in, 血脈 (kechimyaku), Linienurkunde, und 印可 (inka), Bestätigung.

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