
Japanisch Chōshin Chōsoku Chōshin
Aussprache etwa tschoo-schin tschoo-so-ku tschoo-schin, scharfes s wie in Bus
Körper, Atem und Geist ordnen
Körper, Atem und Geist stimmen sich aufeinander ein. Nichts muss gewaltsam ruhig werden.

Japanisch Chōshin Chōsoku Chōshin
Aussprache etwa tschoo-schin tschoo-so-ku tschoo-schin, scharfes s wie in Bus
Körper, Atem und Geist ordnen
Körper, Atem und Geist stimmen sich aufeinander ein. Nichts muss gewaltsam ruhig werden.
Beim Sitzen lässt sich nichts einzeln beruhigen. 調身, 調息 und 調心 (chōshin, chōsoku, chōshin) ist das Kanji für Körper, Atem und Geist ordnen. Mit den drei Folgen stellt man Körper, Atem und Geist nebeneinander. Nur chōsoku gebraucht man als eigenes Wort; die beiden chōshin bildet man aus den Einzelzeichen.
Dreimal beginnt die Folge mit 調. Links steht 言, rechts spannt 周 einen umschlossenen Raum auf. Der Pinsel setzt denselben Anfang immer neu und verändert nur, was danach kommt.
身 wölbt sich wie ein Leib im Seitenblick. 息 stellt 自 über 心, Nase über Herz. 心 selbst braucht nur vier Striche, einen Haken und drei Punkte. So wandert das Auge vom sichtbaren Körper über den Atem zu dem, was sich nicht festhalten lässt.
Der Rücken richtet sich
ein Atemzug wird hörbar
Gedanken ziehen fort
Mit 調 ist hier Ordnen gemeint, Abstimmen, in ein passendes Maß Bringen. Das ist etwas anderes als gewaltsame Kontrolle. Der Körper findet eine Haltung, die zugleich wach und tragfähig ist. Der Atem wird wahrgenommen, ohne in eine Leistung verwandelt zu werden. Gedanken müssen nicht verschwinden.
Körper, Atem und Geist greifen ineinander. Ein zusammengesunkener Körper verändert den Atem. Ein gepresster Atem macht den Raum des Geistes enger. Wer an einer Stelle etwas lockert, berührt auch die anderen beiden.
Die Reihenfolge hilft beim Ankommen, doch sie beschreibt keine drei sauber getrennten Übungen. Ordnen ist eher ein Hören und Antworten. Der Körper zeigt, was möglich ist. Der Atem verrät, wie viel Zwang noch im Sitzen liegt. Der Geist muss nicht von außen stillgestellt werden.
Beim Sitzen heißt es: „Körper, Atem und Geist werden nicht gewaltsam beherrscht. Sie finden nach und nach in dieselbe Haltung.“ Mehr zu den einzelnen Zeichen beim Körper und beim Atem.
Damit liegt der Akzent auf einem allmählichen Abstimmen. Die drei Wörter selbst findet man auf den Seiten des Hauses nicht.
Bei Zhiyi, einem Lehrer der Tiantai-Schule des sechsten Jahrhunderts, findet man die drei Zeichenfolgen. Im vierten Abschnitt seiner kurzen Anleitung 修習止觀坐禪法要 behandelt Zhiyi fünf Bereiche: Essen, Schlaf, Körper, Atem und Geist. Körper, Atem und Geist bilden die letzten drei Bereiche dieser Reihe.
Für diese Schrift gebraucht man auch den Titel 天台小止観. Man darf sie nicht mit Zhiyis umfangreicherem Werk 摩訶止観 verwechseln. Der historische Ort liegt damit in Tiantai.
Ordnet man zuerst den Körper und zuletzt den Geist?
Die Folge hilft beim Ankommen. Beim Sitzen wirken alle drei Bereiche zugleich aufeinander. Eine Veränderung der Haltung kann den Atem berühren, ein ruhigerer Atem den Geist.
Muss der Atem dabei besonders tief werden?
Nein. Der Atem kommt und geht, und man muss keinen Atemzug machen.
Warum werden 調身 und 調心 beide chōshin gelesen?
Für 身 wie für 心 liest man im On shin. Beim Sprechen hilft der Zusammenhang, beim Lesen unterscheiden die Zeichen Körper und Geist.
調 hat fünfzehn Striche, steht unter Kangxi-Radikal 149, 言, wird in der dritten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Bei Kanjipedia steht als alte Form eine Glyphe auf derselben Codestelle, ebenfalls mit fünfzehn Strichen. Nach 角川新字源 sowie dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist es ein Laut-Bedeutungs-Zeichen aus 言 und 周. Die chinesische Kurzform ist 调. On chō; Kun shiraberu, totonou und totonoeru erst in der Mittelstufe; yawaragu, azakeru und mitsugi außerhalb der amtlichen Liste. Die Go-Lesung jō steht im englischen und im japanischen Wiktionary, die Lesung chū nur im englischen.
身 hat sieben Striche, ist Kangxi-Radikal 158 und wird in der dritten Klasse gelernt. Nach 角川新字源 und dem englischen Wiktionary ist es das Bild einer schwangeren Frau. Nach dem japanischen Wiktionary ist es ein Mensch mit betontem Bauch oder ein Zeichen mit einem Kreis am Bauch; die Deutung als Schwangere ist dort als nicht verlässlich bezeichnet. On shin, Kun mi. Die Kun-Lesungen mu und mukuro stehen nur im englischen Wiktionary.
息 hat zehn Striche, steht unter Kangxi-Radikal 61, 心, wird in der dritten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Nach 角川新字源 und dem englischen Wiktionary verbindet es 自, Nase, und 心. Nach dem japanischen Wiktionary verschmolzen zwei ältere Zeichen in der Zeit der Streitenden Reiche zu 息. On soku, Kun iki; yasumu außerhalb der amtlichen Liste. Die Kan-Lesung shoku steht im englischen und im japanischen Wiktionary, die Kun-Lesung yameru nur im englischen. 心 hat vier Striche, ist selbst Kangxi-Radikal 61, wird in der zweiten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N4. Nach 角川新字源, dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist es ein Bild des Herzens. On shin, Kun kokoro; ura außerhalb der amtlichen Liste.
Im 精選版 日本国語大辞典 steht 調息 als chōsoku, den Atem im aufrechten Sitzen ordnen; das älteste Beispiel stammt aus dem 卍庵仮名法語, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. 調身 und 調心 sind dort und bei Jisho keine eigenen Stichwörter. Alle drei stehen jedoch in Taishō-Band 46, Nummer 1915, im Abschnitt 調和第四. Essen, Schlaf, Körper, Atem und Geist bilden dort die fünfgliedrige Reihe, nach ja.wikipedia 天台小止観.
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