Kanji 師家 (Shike) in Pinselschrift
師家

Japanisch  Shike
Aussprache  etwa schi-ke

Lehrperson im Zen-Ausbildungskloster

Beim Shike liegt die leitende Lehrfunktion eines Zen-Ausbildungsklosters.

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Was ist das Kanji für Shike?

Eine Lehrperson trägt nicht nur Wissen, sondern Verantwortung für den Weg anderer. 師家 (shike) ist das Kanji für Shike. Gemeint ist die leitende Lehrperson in einem Zen-Ausbildungskloster. Mit der Lesung shika ist eine Lehrperson oder deren Haus gemeint.

Das Zeichen

In 師 sammeln sich Menschen um eine Anhöhe und eine Leitung. 家 stellt ein Dach über eine lebendige Form. Zusammen wirkt das Schriftbild weniger wie der Name einer einzelnen Größe als wie ein Haus des Lernens, in dem jemand andere empfängt und führt.

Haiku

Jemand sitzt schon dort
wenn wir die Halle betreten
und die Wand schweigt mit

Im Zen

Im japanischen Ausbildungskloster leitet der Shike die Übung in der Mönchshalle. Mit Rōshi bezeichnet man diese Person achtungsvoll. Im Sōtō reicht nach einer Darstellung William Bodifords von 2008 die Dharma-Übertragung allein nicht für diese Lehrfunktion aus. Hohe kirchliche Grade, Dienstalter und mindestens drei Jahre als stellvertretende Leitung in einem eigens bestimmten Ausbildungskloster (tokubetsu sōdō) kommen hinzu.

In der Altbäckersmühle

In der Mühle heißt die Person, die anleitet, Dōshi. Auf der Seite Altern steht: „Die Anrede ehrt den 師家 (shike), eine Lehrperson, die ihre Schulung abgeschlossen hat und die Übung anderer anleitet; Vollkommenheit bescheinigt sie nicht.“ Im Eintrag Wer ist Zenmeister:in, und warum? steht: „Eine Lehrperson bleibt ein Mensch: Rōshi, Oshō, Zenji oder Shike bescheinigen keine Unfehlbarkeit.“ Mehr zur verwandten Anrede findet sich auf der Seite Rōshi.

Überlieferung

Im Japanischen meint man mit shike allgemein jemanden, der die Gelehrsamkeit und Tugend hat, Übende anzuleiten; im Zen meint man damit die Lehrperson im Ausbildungskloster. Nach einem Bericht Muhō Nölkes von 2012 ernennt ein Gremium aller japanischen Sōtō-Shike, der Shike-kai, neue Shike.

Häufige Fragen

Wie liest man 師家?

Für die Lehrfunktion im Zen liest man shike. Mit shika ist eine Lehrperson oder das Haus einer Lehrperson gemeint.

Wo liegt der Unterschied zwischen Shike und Rōshi?

Nicht ganz. Bei Shike geht es um die Lehrfunktion im Ausbildungskloster, mit Rōshi wird diese Person achtungsvoll angesprochen. Im Gebrauch kann man mit beiden Wörtern denselben Menschen meinen.

Reicht Dharma-Übertragung für diese Aufgabe?

Nach der Darstellung Bodifords (2008) im Sōtō nicht. Hohe kirchliche Grade, Dienstalter und mindestens drei Jahre als stellvertretende Leitung in einem eigens bestimmten Ausbildungskloster kommen hinzu.

Für Expert:innen

Im 精選版 日本国語大辞典 steht shika als Lehrperson im 田氏家集 um 892 und als Haus des Lehrers in 江戸から東京へ von 1921; in der デジタル大辞泉 steht das Haus des Lehrers zuerst. Für shike steht jemand, der die Gelehrsamkeit und Tugend hat, Übende (修行僧) anzuleiten, zuerst im 五音曲条々 (um 1429 bis 1441); Zen ist dort nicht ausdrücklich genannt. Bei 師 zählt man zehn Striche; es steht unter Kangxi-Radikal 50 巾, wird in der fünften Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N3. Chinesisch vereinfacht schreibt man 师. Ein 旧字 hat 師 nicht; das japanische Wiktionary führt 𠦵, 𠵀 und 𩇱 als 古字, das englische Wiktionary weitere Nebenformen. Nach 角川新字源 liegt eine Einheit von zweitausendfünfhundert Soldaten um einen Hügel zugrunde; nach dem japanischen Wiktionary verbinden sich zwei ältere Wortzeichen, nach dem englischen Wiktionary 𠂤 und 帀 als Sinnverbindung, nach dem 漢語多功能字庫 ist 帀 der Lautteil. Amtlich liest man On shi; miyako und ikusa stehen außerhalb der amtlichen Liste. Das japanische Wiktionary führt zusätzlich die Sō-on-Lesung zu sowie die Kun-Lesungen nori, moro, moromoro, noshi, tsukōmatsuru, shitagau und kimi.

Bei 家 zählt man zehn Striche; es steht unter Kangxi-Radikal 40 宀, wird in der zweiten Klasse gelernt und steht in nicht amtlichen JLPT-Listen bei N4. Eine alte Nebenform ist 𠖔. Nach 角川新字源 stehen Dach und Opferschwein für ein Gebäude des Ahnenkults; nach dem englischen und dem japanischen Wiktionary ist dagegen 𢑓, ein Eber, der Lautteil. Amtlich liest man Kun ie und ya sowie On ka und ke; uchi steht außerhalb der amtlichen Liste. Das englische und das japanische Wiktionary führen zusätzlich ku und ko, das japanische chi. Beispiele sind 教師, kyōshi, Lehrperson, 本家, honke, Haupthaus, und 家風, kafū, Stil eines Hauses oder einer Überlieferung.

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Im Glossar stehen 105 Begriffe aus der Zen-Praxis und dem Leben in der Mühle, dazu 219 Schriftzeichen mit Pinselbild, Herkunft und Haiku, geordnet in zwölf Rubriken.

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