Willkommen in der Altbäckersmühle 

Zen Gemeinschaft des Stillen Wassers

Sei Sui Zendo

DIE ALTBÄCKERSMÜHLE eine umgebaute ehemalige Getreidemühle, liegt etwas versteckt in einem malerischen Seitental des Taunus – dem Hasenbachtal. Hier haben vor mehr als 30 Jahren Ellen GenKi und Kurt KyuSei Österle ein kleines Meditationszentrum gegründet. In der alten Backstube, wo früher einmal das tägliche Brot gebacken wurde, wird seitdem meditiert – diese wunderbare Umnutzung des Raumes zeigt, wie sich in der Altbäckersmühle Tradition und Moderne verbinden, und auch wie körperliche und geistige Nahrung zusammengehören, sich gegenseitig bedingen und befruchten.

Von Beginn an wurde in der Altbäckersmühle neben dem Zen – in den Formen der Soto-Tradition in der Linie von Kobun Chino Roshi, auch das Bogenschießen und Yoga praktiziert. Dabei bildete die traditionelle Übung des Zen – Wurzel und Herz des Ortes. Seit 2020 ist HoKai Österle spiritueller Leiter der Altbäckersmühle, mit ihm wird die Tradition des Zen in Verbindung mit Bogenschießen und Körpererfahrung nicht nur fortgesetzt, sondern auch erweitert.

Die konsequente Verbindung von geistiger und körperlicher Praxis prägt daher viele Angebote in der Mühle und macht sie dadurch einzigartig. Zen-Lehrerinnen und -Lehrer, die in der Altbäckersmühle Sesshins und Übungstage leiten, sind deshalb nicht nur Teil einer traditionellen Zen-Linie, sondern bereichern die klassische Zenübung durch verschiedene Formen der achtsamen Körper- und Heilarbeit. Den Bogen zu spannen oder in Asanas zu verweilen lädt, neben der körperlichen Flexibilität zu spielerischer Freude und Leichtigkeit ein. Diese Ergänzungen passen wunderbar zu der klaren Form des Zazen, die hier traditionell praktiziert wird.

Die Einzigartigkeit des Angebotes spiegelt sich übrigens im Ort selbst wider, wobei dies auch umgekehrt gilt, oder wohl eher in beide Richtungen: Die alte Mühle liegt mitten in weitgehend unbegradigter Natur, genau dort wo sie ein mystisch magischer Kraftort ist, der Menschen, Tieren und Pflanzen ein Zuhause sein kann. Es ist ein Ort, an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen können. Wer will schon sagen oder wissen, ob sie es nicht wirklich tun.

Übrigens waren es die Hasen, die dem Mühlenbach seinen Namen gaben; das Glucksen, Rauschen und Fließen des Hasenbach ist im Dojo ebenso zu hören, wie das Zwitschern der Vögel. 

Das Mühlen-Tal bettet alle Wesen und Wohnstätten ein, gibt Schutz und gleichzeitig weiten Raum, der sich in alle Richtungen öffnet, so dass der Himmel immer sichtbar bleibt.. Diese natürliche Lebendigkeit des Ortes bringt eine gewisse vertrauensvolle Sanftheit mit, die den Herz Geist unserer Übung auf gute Weise unterstützt. Daher auch der Name NyuShinDo *Sanfter Herzgeist Tempel.*

Diesen sanften Geist zu kultivieren und in ihm Heilung zu finden, ist das Herzstück der Altbäckersmühle.

Die Zen Gemeinschaft des Stillen Wassers gehört zur internationalen Phönix Wolken Sangha und ist Mitglied der Deutschen Buddhistischen Union.

Brücken in die lebendige Gegenwärtigkeit

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Waldeinsamkeit

Wie still ist meine kleine Hütte
ringsum so einsam, ungestört.
die Berge blau von zarten Dunst
mit Wäldern dunkel-wild.

Sie fließen mir zusammen
zu einem großen Bild,
umhüllen mich mit ihrem Schatten.

Und über meinem Haupte
nach Osten und nach West’
seh ich fern die Wolken gehen
und schlafen.

Sie decken mich mit weicher Fülle.
und sollten Menschen hier vorübergehen,
sie sähen nicht den Unbekannten
in seiner fernen Einsamkeit.

Ryokan

Unsere Übung

Der Weg des Zen

Wer das Leiden sieht,
sieht bedingtes Entstehen:
Bedingungen für Wirkungen,
Wirkungen von Bedingungen.
Er lernt, heilsame Bedingungen
von unheilsamen
zu unterscheiden.
So übt er sich in Prajñā,
in unterscheidender Weisheit.

Er übt das Heilsame
und meidet das Unheilsame.
Zum Wohle aller Wesen
geht er den mittleren,
den heilsamen Weg
mit Geist, Sprache und Körper
ohne nach Gewinn zu suchen.
So übt er sich in Śīla,
in selbstloser Sittlichkeit.

Er vergisst sich selbst,
er vergisst sein Gehen
und wird so
zum Weg aller Wesen
ohne einen Gedanken
daran zu verschwenden.
So übt er sich in Samādhi,
ungetrennt vom Leiden
und doch frei davon.

Dies beschreibt den Weg, den ein Mensch, den man ‚Buddha‘, den Erwachten, nannte, vor etwa zweieinhalb tausend Jahren seinen Mitmenschen wies. Als diese dreifache Übung, das dreifache Studium des Weges, zu einem bloßen Studium von überlieferten Texten, von Philosophie, Ordensregel und Sutren zu verkümmern drohte, verwiesen die Gründerinnen und Gründer des Zen zurück auf den alten Weg: sie lehrten das ‚formlose dreifache Studium‘, die Schau des eigenen, ursprünglichen Wesens, dessen Wirken alle Erscheinung ist. Dieser Geistgrund ist im Ursprung des Wirkens ohne Irrtum, ohne Täuschung, ohne Verstrickung. Das sind Weisheit, Sittlichkeit und Freiheit von der Illusion eines Ich, mit denen das eigene Wesen ursprünglich ausgestattet ist. Ausdruck und das Zentrum dieser Schau, wie wir sie üben, ist Zazen, das aufrechte Sitzen. Es ist die Erfahrung dieser Übung, die uns transformiert; die so von innerer Freiheit zu äußerer Freiheit führt – bis beides ineinander aufgeht, Übung und Übender eins werden.