Welche Rolle spielt Wahrnehmung in der Körperarbeit?
Was nimmst du in der Körperarbeit wahr?
Wahrnehmung richtet die Aufmerksamkeit auf das, was im Augenblick körperlich erfahrbar ist. Dazu gehören der Kontakt der Füße oder Sitzknochen mit dem Boden, Haltung, Bewegung, Wärme, Kälte, Spannung, Ruhe und das Kommen und Gehen des Atems. Zunächst muss daraus weder eine Erklärung noch eine Veränderung entstehen.
Körperarbeit ist ein Sammelwort. Je nach Verfahren kann Wahrnehmung mit Bewegung, Berührung, Haltung, Atem oder Ausdruck verbunden sein. Ein gemeinsames festes Verfahren ergibt sich daraus nicht. Entscheidend ist, welche Übung tatsächlich angeboten wird und in welchem fachlichen Rahmen sie steht.
Welche Arten der Körperwahrnehmung gibt es?
Interozeption bezeichnet Wahrnehmungen aus dem Körperinneren, etwa Atembewegung, Herzschlag oder Hunger. Propriozeption betrifft die Lage und Bewegung des Körpers sowie die Stellung seiner Glieder. Exterozeption richtet sich auf Reize aus der Umgebung, zum Beispiel Berührung, Temperatur, Geräusch oder Licht.
Diese Unterscheidungen helfen, Wahrnehmung genauer zu beschreiben. Sie sind keine Anleitung, jedes Körpersignal selbst zu diagnostizieren. Eine Empfindung kann deutlich sein, während ihre Ursache offenbleibt.
Welche Rolle spielt Wahrnehmung im Zazen?
Im Zazen wird die Aufmerksamkeit nicht dauerhaft auf ein einzelnes Körpergebiet festgelegt. Du richtest die Haltung ein, lässt den Atem kommen und gehen und kehrst von Augenblick zu Augenblick zur aufrechten Haltung zurück. Gedanken, Geräusche, Müdigkeit und Unruhe gehören zur gegenwärtigen Situation.
Kobun Chino sagte, den richtigen Sitz finde man, indem man die Aufmerksamkeit auf das innere Empfinden richtet. Das bedeutet keine beliebige Haltung. Aufrichtung, Stabilität und die tatsächlichen Grenzen des Körpers wirken zusammen.
Achtsamkeit ist dabei keine lückenlose Daueraufmerksamkeit. Sie zeigt sich auch im Bemerken, dass die Aufmerksamkeit fortgegangen ist, und in der Rückkehr. So kann Wahrnehmung nüchtern bleiben, ohne eine besondere Erfahrung herstellen zu müssen.
Wie üben wir Wahrnehmung in der Altbäckersmühle?
Im Zazen, im Yoga, im Qigong, in TCM und Budo, im Samu und in der Regeneration begegnen dir unterschiedliche Formen von Bewegung und Stille. Du kannst Übergänge, Gewichtsverteilung, Bodenkontakt, Atem und Belastungsgrenzen wahrnehmen. Die Formen bleiben dabei verschieden und werden nicht zu einer einzigen Methode erklärt.
Wenn eine Haltung Schmerzen hervorruft oder eine Übung dich überfordert, gehört die Veränderung der Übung zur Wahrnehmung. Neue, starke oder anhaltende Beschwerden lässt du zuerst ärztlich abklären. Bei psychischer Belastung kann anschließend eine psychotherapeutische Abklärung hinzukommen.
